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Fifa-Präsidentschaftswahl Figo und van Praag treten doch nicht gegen Blatter an


Joseph Blatter hat bei der Abstimmung über eine weitere Amtszeit als FIFA-Boss zwei Konkurrenten weniger. Neben dem Niederländer Michael van Praag zog auch Ex-Profi Luis Figo seine Kandidatur zurück.

Im Machtkampf um den Fifa-Thron üben die Gegner von Joseph Blatter nun auch offiziell den Schulterschluss. Mit Prinz Ali bin al-Hussein als bestmöglichen Kandidaten wollen sie eine fünfte Amtszeit des höchstumstrittenen Schweizers doch noch verhindern. Der Niederländer Michael van Praag gab am Donnerstag - acht Tage vor der Abstimmung beim Fifa-Kongress in Zürich - seinen Verzicht auf eine Kandidatur bekannt und verkündete die Kooperation mit dem Fifa-Vizechef aus Jordanien.

Wenig später zog auch Luis Figo seine Kandidatur für das Amt zurück. Der ehemalige Fußballstar aus Portugal erklärte in einem persönlichen Statement seine Entscheidung. Figo kritisierte den Wahlprozess als Abstimmung zur Macht eines einzelnen Mannes - "etwas, das ich nicht bereit bin mitzumachen".

Alle Kräfte auf Prinz Ali Hussein bündeln

"Nach gründlicher Überlegung und Reflexion mit mehreren Beteiligten, hat sich Michael van Praag entschieden, seine Kandidatur für die Fifa-Präsidentschaft zurückzuziehen und die Kräfte mit Präsidentschaftskandidat Prinz Ali Hussein zu bündeln", hieß es unterdessen in einer Pressemitteilung des Wahlkampfteams des niederländischen Verbandschefs am Donnerstag.

Mit dem Rückzug van Praags vollzieht sich ein weiterer Schritt im erwarteten Drehbuch auf dem Weg zur Wahl im Zürcher Hallenstadion. Bislang hatten die Bewerber alle ihre Autonomie betont. Dennoch wurde allgemein davon ausgegangen, dass es Strategie der Blatter-Gegner sein werde, am Ende nicht mit einem Trio anzutreten und sich dadurch gegenseitig Stimmen wegzunehmen.

Blatters Wiederwahl gilt als nahezu sicher

Die 209 Fifa-Mitgliedsländer wählen den neuen Chef bei ihrem Kongress am 29. Mai in Zürich. Eine Wiederwahl Blatters gilt angesichts der Unterstützung des Schweizers aus Afrika und Asien als nahezu sicher - unabhängig aller Personalentscheidungen seiner Konkurrenz. Letztlich wird es für diese nur noch darum gehen, möglichst viele Stimmen zu bekommen, um die Position des 79 Jahre alten Blatter symbolisch zu schwächen. Offenbar traut die Koalition der Blatter-Gegner eher Prinz Ali zu, dieses Minimalziel zu erreichen.

Van Praag gilt als einer der profiliertesten Kritiker Blatters. Vor dem Fifa-Kongress 2014 in Sao Paulo hatte er bei einer Uefa-Sitzung das Wort ergriffen und den im Saal anwesenden Schweizer zum Rückzug aufgefordert. Dies hatte Blatter später als schlimmste Brüskierung in seiner Funktionärs-Laufbahn bezeichnet. Der 67-jährige van Praag wollte nur eine Amtszeit als Fifa-Chef fungieren, um eine Erneuerung des skandalumwitterten Weltverbandes einzuleiten. Die Fifa hatte er als Hort der "Unordnung" bezeichnet, der "ständig unter Verdacht von Interessenkonflikten, Vetternwirtschaft und Korruption" stünde.

Van Praag galt als Favorit des DFB

Van Praag, der Blatter trotz aller Kritik immerhin noch als Berater in sein Führungsteam integrieren wollte, galt auch als Kandidat des Deutschen Fußball-Bundes. Präsident Wolfgang Niersbach hatte seinen Kollegen aus dem Uefa-Exekutivkomitee als absolut geeignet bezeichnet. Dennoch hatte sich der DFB bislang nicht auf einen Favoriten öffentlich festlegen wollen, da der nun eingetretene Rückzug nicht ausgeschlossen worden war.

mod/DPA DPA

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