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Fragen und Antworten zur Champions League: Warum ein Gegentor den Bayern gut tun könnte

Der FC Bayern will gegen Real Madrid ins CL-Finale einziehen. Muss das Team dafür sein Spiel umstellen? Und wäre ein Gegentor wirklich so schlimm? Die wichtigsten Fragen und Antworten vor dem Spiel.

Von Felix Haas

Es geht um nichts weniger als das Finale der Champions League. Bayern hat im Duell mit Real Madrid (ab 20.45 Uhr im stern.de-Liveticker) nach wie vor als erste Mannschaft der Geschichte die Chance, den Titel in der Königsklasse zu verteidigen. Damit Guardiolas Team allerdings ins Endspiel einzieht, muss vieles passen. stern.de sagt, worauf es ankommt.

Wie ist die Ausgangslage?

Klar ist: Bayern muss gewinnen. Und zwar möglichst mit zwei Toren Unterschied. Bei einem 1:0 gibt es Verlängerung. Schießt Real ein Tor, muss Bayern mindestens drei schießen - Verlängerung ist dann nicht mehr möglich.

Was sagt die Statistik?

Bayern hat zu Hause noch nie gegen Real verloren. In zehn Heimspielen gegen Madrid schossen die Bayern durchschnittlich 2,4 Tore. Madrid erzielte im Durchschnitt immer ein Tor. Nach Hinspielniederlagen sind die Bayern in der Geschichte der Champions League zudem erst zweimal weitergekommen. Einmal davon allerdings gegen Real: In der Saison 2006/2007 zog der FCB nach einer 3:2-Niederlage im Hinspiel mit einem 2:1 im Rückspiel ins Viertelfinale ein. Weitere Statistiken finden Sie hier.

Muss Bayern sein Spiel umstellen?

Das Wort "Balance" fällt in diesen Tagen besonders häufig. Die Balance zwischen Geduld und Risiko - sie müsse im Spiel der Bayern stimmen, heißt es. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Es wird nicht nur darauf ankommen, dass die Balance stimmt. Sondern für Bayern wird es wichtig sein, überhaupt Risiko zu gehen. Im Hinspiel war das kaum der Fall. Da dominierten die Münchner das Mittelfeld nach Belieben. Doch den entscheidenden Raum auf dem Fußballplatz, den Strafraum, den dominierte Madrid. Also, Ja: Bayern muss sein Spiel umstellen. Mit Tempo gespielte (riskante) Pässe in die Spitze müssen her. Nur dann wird es für Real gefährlich.

Dürfen die Münchner kein Gegentor kassieren?

Fest steht: Ein frühes Gegentor wäre ungünstig. Dann wäre das Risiko eines weiteren Real-Konters groß. Doch grundsätzlich muss ein Gegentor nicht schlecht sein. Häufig ist es im Fußball doch so: Erst wenn die Lage bedrohlich ist, kommt man um den unbedingten Angriffswillen im Spiel nicht mehr vorbei. Sollte Bayern also in Rückstand geraten, müssten Robben, Ribery und Co attackieren, müssen sie mit voller Wucht in den Strafraum drängen. Ein Gegentor könnte also dafür sorgen, dass die Bayern ihr schematisches Spiel aufbrechen. Und warum sollten die Bayern nicht im Harakiri-Modus gewinnen können?

Worauf kommt es noch an?

Ein großes Spiel braucht eine große Kulisse. In der Vergangenheit konnten sich die Münchner im richtigen Moment auf ihre Fans verlassen. Choreographien sorgten für die angemessene Halbfinal-Stimmung. Der FC Bayern verschickte an die 3665 Fanklubs daher auch eine Botschaft: "Lassen Sie uns die Allianz Arena morgen Abend gemeinsam in einen Hexenkessel verwandeln", schrieb Ex-Bayern-Keeper Raimund Aumann im Auftrag des Vereins. Das Publikum wird eine entscheidende Rolle spielen.

Von Felix Haas

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