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Frauen-Fußball 1. FFC Frankfurt geht als großer Favorit in die neue Saison


Gut einen Monat nach der WM im eigenen Land kehrt der Alltag zurück und der FFC Frankfurt geht als großer Favorit auf den Titel in die neue Saison. Dank eines Etats von 1,7 Millionen Euro festigten die Hessen ihren Status als Krösus der Liga und haben ihrem Trainer Sven Kahlert eine Weltauswahl zusammengestellt.

Mit einer neu zusammen gestellten Mannschaft geht der 1. FFC Frankfurt in die neue Saison und der Großteil der Trainer sieht die Hessen auch nach Ende der Spielzeit auf Platz 1. Nach der WM im eigenen Land rechnen die Verantwortlichen derweil nicht mit großen Steigerungen bei den Zuschauerzahlen.

In einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa haben elf der zwölf Coaches den Branchenkrösus auf ihrer Meisterrechnung. "Es führt kein Weg am 1. FFC Frankfurt vorbei", sagte Milorad Pilipovic vom SC Freiburg vor dem Saisonauftakt am Sonntag, "das ist eine sehr gute Mannschaft, die noch einmal verstärkt wurde. Trotz des Rücktritts von Birgit Prinz gibt es da nur eine Meinung."

Nach dem Karriereende der Rekordnationalspielerin wollen die Hessinnen mit aller Macht Serienmeister Turbine Potsdam entthronen, der die vergangenen drei Titel gewann. Dafür hat Frankfurt mit den prominenten Neuzugängen Fatmire Bajramaj, Kim Kulig, Rückkehrerin Alexandra Krieger (USA), Japans Weltmeisterin Saki Kumagai und der Neuseeländerin Ria Percival eine kleine Weltauswahl zusammengestellt.

"In diesem Jahr wollen wir endgültig auf die Erfolgsstraße zurückkehren", forderte Manager Siegfried Dietrich vor dem ersten Auftritt gegen die SG Essen-Schönebeck am Sonntag (11.15 Uhr).

Drei-Klassen-Gesellschaft in der Liga

Neben Turbine, die fünf Ligatrainer im Meisterrennen sehen, will Marco Ketelaer mit seinem FCR Duisburg (zwei Nennungen) ebenfalls "in der Spitze mitspielen". Im Dauer-Dreikampf dürfte allerdings auch der aufstrebende VfL Wolfsburg (vier) für Wirbel sorgen.

"Wolfsburg hat wieder in Größenordnungen eingekauft, da muss man mehr erwarten", sagte Turbine-Trainer Bernd Schröder, der jedoch weiter die großen Unterschiede zwischen Topclubs und kleineren Vereinen anmahnt: "Wir haben mindestens eine Drei-Klassen-Gesellschaft. Das Gesamtniveau können wir nur heben, wenn auch der Unterbau besser wird."

Den schmerzhaften Wechsel von Bajramaj zum Hauptkonkurrenten hat der Meistertrainer nach dem aufsehenerregenden Frühsommertheater inzwischen verkraftet. "Mit Lira Bajramaj, auf die sich alles konzentriert hat, auch im eigenen Club, waren wir berechenbar", sagte Schröder, der die Offensivlücke mit der Schwedin Antonia Göransson und Genoveva Anonma aus Äquatorialguinea schließen will.

Kein Boom erwartet

Insgesamt 33 WM-Teilnehmerinnen bekommen die Fans diese Saison in den Bundesligastadien zu sehen, an den großen Boom durch das Weltturnier glauben aber auch die Nationalspielerinnen nicht. "Wir sind natürlich nicht so blauäugig zu erwarten, dass wir nun auf einmal durchschnittlich mittlere vierstellige Zuschauerzahlen in der Bundesliga haben", sagte Celia Okoyino da Mbabi im Interview auf dfb.de.

Der ligaweite Schnitt aus der Vorsaison von 834 Besuchern pro Partie sollte allerdings gesteigert werden können. Durch die neugewonnenen Sympathien würde der Andrang am ersten Spieltag "deutlich anziehen", meinte der Shooting-Star vom SC Bad Neuenahr.

"Danach muss es uns gelingen, die Fans langfristig zu binden". Während Turbine-Coach Schröder seinen Nationalspielerinnen Babett Peter und Bianca Schmidt attestierte, "das Trauma" noch mit sich rumzutragen, hat Okoyino da Mbabi das jähe Ende des WM-Traums nach eigenen Angaben "gut weggesteckt": "Ich freue mich total auf unser erstes Spiel und kann es kaum abwarten."

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