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FUSSBALL: Akpoborie: Wolfsburg ist vorsichtig

Die Zukunft von Jonathan Akpoborie beim VfL Wolfsburg ist ungewiss. Er ist vom Verein freigestellt, um zu klären, welche Rolle sein Schiff »Etireno« im Kindersklavenhandel spielt.

Die Zukunft des Stürmers Jonathan Akpoborie beim VfL Wolfsburg ist völlig ungewiss. Akpoborie ist vom Verein freigestellt, um in Benin zu klären, welche Rolle sein Schiff »Etireno« im Kindersklavenhandel vor der afrikanischen Küste spielt. »Nach meiner persönlichen Meinung kann er nur wieder für uns auflaufen, wenn klar ist, dass sein Schiff nie für illegalen Kinderhandel benutzt wurde«, sagte VfL-Vorstandsmitglied Bernd Sudholt der Wolfsburger Allgemeinen Zeitung. Genau das aber sehen »terre des hommes« und UNICEF als erwiesen an.

Weitere Nachforschungen

Sudholt betonte, dass seine persönliche Meinung nicht mit den VfL-Gremien abgestimmt sei. Das VfL-Vorstandsmitglied ist zugleich aber stellvertretender Vorsitzender des VW-Gesamtbetriebsrats. Innerhalb des Unternehmens, das Hauptsponsor und ab Juli Mehrheitsgesellschafter ist, gibt es noch keine einheitliche Meinung. »Wir müssen erst sehen, was die weiteren Nachforschungen ergeben und Herr Akpoborie zur Aufklärung beiträgt«, sagte VW-Sprecher Kurt Rippholz am Freitag.

Akpoborie ist seit Mittwoch mit seinem Bruder Anthony in Benin. Das ließ er auf seiner Internet-Seite mitteilen. In Cotonou, wo das Schiff liegt, wollen die Akpoborie-Brüder zusammen mit einem örtlichen Rechtsanwalt die schweren Vorwürfe im Zusammenhang mit Kindersklaven-Handel entkräften. »Ich bin sehr zuversichtlich. Ich habe mit dem Innenministerium und der dortigen Polizeibehörde gesprochen. Ich hoffe nun, eine offizielle Bescheinigung zu bekommen, die belegt, dass mein Schiff nicht mit der Angelegenheit zu tun hat«, ließ sich Akpoborie auf seiner Homepage zitieren.

43 Minderjährige verkauft

Nachforschungen des UN-Kinderhilfswerks UNICEF und der Regierung des westafrikanischen Staates Benin hatten den Verdacht bestätigt, dass das Schiff »Etireno« in den Handel von Kindern und Jugendlichen verwickelt war. Nach einem im UN-Hauptquartier in New York veröffentlichten Bericht waren 43 Minderjährige an Bord der »Etireno« von ihren Eltern verkauft worden.

Kinderhandel bekämpfen

»Uns geht es nicht um Herrn Akpoborie persönlich«, so Wolf-Christian Ramm, Pressesprecher von terre des hommes Deutschland. »Als Kinderhilfswerk ist es unsere Aufgabe, den Kinderhandel zu bekämpfen, die Kinder zu schützen und dafür zu sorgen, dass diese Form des Missbrauches von Kindern gestoppt wird. Dazu gehört auch, dass Vorwürfe gegen Herrn Akpoborie, den Eigner des Schiffes, geprüft werden müssen«.

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