HOME

Fußball-Bundesliga: Eklat beim Nachholspiel

Der 1. FC Köln hat die Abstiegsränge in der Fußball-Bundesliga verlassen. Im Nachholspiel beim MSV Duisburg kam es allerdings zu unschönen Szenen.

Der 1. FC Köln hat durch ein 1:1 (1:1) im Nachholspiel beim MSV Duisburg die Abstiegsränge in der Fußball- Bundesliga verlassen. Allerdings war es für das Team des zunehmend unter Druck stehenden Uwe Rapolder bereits das zehnte sieglose Spiel in Serie. Vor 30.295 Zuschauern am Dienstagabend in der MSV-Arena brachte Abdelaziz Ahanfouf die Gastgeber zunächst mit seinem vierten Saisontor in Führung (5. Minute). Für den Ausgleich sorgte Lukas Podolski, der ebenfalls seinen vierten Treffer erzielte (30.). Während Duisburg Vorletzter bleibt, verdrängte Köln die punktgleichen Nürnberger vom 15. Rang.

Meier theatralisch

Für den negativen Höhepunkt im Kellerduell sorgte Duisburgs Trainer Norbert Meier, der Kölns Albert Streit bei einer hitzigen Auseinandersetzung an der Seitenlinie eine Kopfnuss verpasste und sich anschließend selbst theatralisch fallen ließ. Streit, der Meier zuvor offenbar provoziert hatte, sah von Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) die Rote Karte (85.), Meier wurde auf die Tribüne geschickt.

"Die Szene war natürlich unschön", sagte Duisburgs Vereinschef Walter Hellmich, nahm seinen Trainer aber auch in Schutz: "Meier ist einer der Ruhigsten überhaupt". Rapolder wurde nach dem Studium der Fernsehbilder deutlicher. "Natürlich kann man in so einem Spiel mal die Nerven verlieren, aber sich dann fallen zu lassen, ist nicht in Ordnung", sagte er. "So eine Situation habe ich noch nicht erlebt."

Alpay im Kölner Fanblock

Der MSV begann im Vergleich zur 0:2-Niederlage in Bremen mit nur einer Änderung, Carsten Wolters für Peter van Houdt. Rapolder brachte in Dimitrios Grammozis, Christian Rahn und Matthias Scherz, der sein 100. Spiel für Köln absolvierte, drei Neue und stellte sein Team weitgehend um. Der nach seinem Ellbogencheck gegen Guy Demel vom Hamburger SV für vier Spiele gesperrte Özalan Alpay verfolgte das Spiel vom Kölner Fanblock aus. "Das war seine Idee", sagte Manager Andreas Rettig, "das zeigt, dass er sich dem Verein verbunden fühlt".

Schon die erste Torchance führte zur Duisburger Führung: Dirk Lottner brachte den nach einer Ecke zunächst abgeblockten Ball erneut vors Tor. Im Strafraum rutschte die scharf geschlagene Flanke erst Grammozis, dann Marvin Matip über den Scheitel. Der überraschte Ahanfouf brachte den Ball aus kurzer Distanz im Kölner Tor unter. Für Duisburg war es der erste Treffer nach 308 torlosen Minuten.

Danach kam Köln besser ins Spiel und hatte durch Podolski (11.) und einen 20-Meter-Schuss von Grammozis (20.) zwei gute Möglichkeiten. In der 30. Minute profitierte Podolski von einem Stellungsfehler Uwe Möhrles, der sich bei einem langen Ball von Rahn verschätzte. Podolski legte den Ball an MSV-Torhüter Georg Koch vorbei und schob ins leere Tor ein. Zwei Minuten später sah der Nationalspieler jedoch die fünfte Gelbe Karte und ist am Sonntag in Bremen gesperrt.

Nach der Pause nahm Duisburg in einer weitgehend zerfahrenen Partie das Heft zunächst wieder in die Hand. Alexander Meyer (51.) und der starke Ex-Kölner Lottner (58.) verfehlten das Tor jedoch knapp. Die gegen Spielende deutlich stärkeren Kölner hatten zwischen der 70. und 75. Minute durch Streit sowie zwei Mal Scherz noch drei hochkarätige Möglichkeiten. Doch am Ende blieb es beim verdienten Unentschieden.

Morten Ritter/DPA / DPA

Wissenscommunity