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Fußball-Bundesliga: Hitzfeld vermisst Trainer-Solidarität

"Jeder will nur noch seine eigene Haut retten, denkt nur an seinen eigenen Vorteil. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Trainergilde", sagte der Trainer des FC Bayern München in einem Interview.

Ottmar Hitzfeld vermisst Solidarität innerhalb der Trainerzunft. "Jeder will nur noch seine eigene Haut retten, denkt nur an seinen eigenen Vorteil. Das wirft ein schlechtes Licht auf die Trainergilde", sagte der Trainer des FC Bayern München in einem Interview der "Sport-Bild". Hitzfeld äußerte sich in dem Zusammenhang kritisch über Klaus Toppmöller, der bei seinem Amtsantritt beim Hamburger SV im Oktober als Nachfolger von Kurt Jara den Zustand der Mannschaft kritisiert haben soll. "Das finde ich nicht in Ordnung. Da wird jegliche Loyalität unter Kollegen untergraben."

Hitzfeld regte in solchen Fällen ein "Gentlemen’s Agreement" an und forderte: "Das muss auf der nächsten Trainertagung ganz klar angesprochen werden, dass die Trainer, wenn sie entlassen werden, geschützt werden müssen. Und nicht noch einen Hieb bekommen."

"Erschüttert"

Erfolgscoach Hitzfeld, der seit 1998 bei den Bayern arbeitet, äußerte sich auch "erschüttert" über die Art und Weise des Trainerwechsels beim HSV und das Verhalten von Sportchef Dietmar Beiersdorfer. "Vor allem die Aussage von einem Sportchef, der Glaubwürdigkeit verinnerlicht haben müsste. Der Mannschaft, den Fans, den Medien gegenüber. Das ist nicht gut, wirft ein schiefes Licht auf die ganze Bundesliga", meinte Hitzfeld. Der 54-Jährige ist überzeugt, dass die Verantwortlichen des FC Bayern sich anders verhalten würden. Grundsätzlich hält Hitzfeld Trainerentlassungen für "legitim". "Wenn der Erfolg ausbleibt, bleibt nur das eine Mittel."

Hitzfeld, der laut einer Schätzung der Zeitschrift der bestverdienende Bundesliga-Trainer ist, hält es für wichtig, dass die Autorität eines Trainers gegenüber der Mannschaft auch beim Thema Gehalt gewahrt bleibt. Es sollte seiner Ansicht nach im Vergleich zu den Gagen der Spieler "im oberen Drittel der Gehalts-Hierarchie" liegen.

Nach 2005 nur kurzfristige Verträge

Der zuletzt angeblich für den Posten des englischen Nationaltrainers umworbene Hitzfeld hat in München noch einen Vertrag bis 2005. Bayern-Manager Uli Hoeneß kündigte in einem "Bild"- Interview für den Herbst 2004 Gespräche über eine Verlängerung an. "Er ist die sechste Saison bei uns, da kennt man sich. Wir werden im Herbst darüber reden, was nach 2005 passiert, wenn sein Vertrag ausläuft." Klar sei, dass kein langfristiger Vertrag abgeschlossen werde, so Hoeneß: "Aber da gibt es mit Ottmar kein Problem, wenn wir immer nur für ein Jahr weitermachen."

DPA

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