HOME

Fußball-Bundesliga: Reifeprüfung bei den Bayern

Der Überraschungstabellenführer VfL Wolfsburg steht beim FC Bayern München vor einer schweren Bewährungsprobe. Borussia Dortmund will bei Hertha BSC die Wende schaffen.

Am zehnten Bundesligaspieltag kommt es im Münchner Olympiastadion zum Gipfeltreffen zwischen dem deutschen Rekordmeister FC Bayern München und dem Überraschungsspitzenreiter VfL Wolfsburg. Vor dem Spitzenspiel gibt sich Bayern-Trainer Felix Magath angesichts des 2:0-Auswärtssieges bei Hansa Rostock am vergangenen Samstag entspannt und zuversichtlich: "Der Sieg war wichtig, um Ruhe reinzubringen und um weniger Druck zu haben". Außerdem habe der Erfolg neues Selbstbewusstsein für das Duell mit der Überraschungsmannschaft der laufenden Spielzeit gegeben. Ganz sorgenfrei ist Magath allerdings nicht. Er muss erneut auf mehrere verletzte beziehungsweise gesperrte Spieler verzichten.

Prominente Verletzungsliste bei Bayern

Michael Ballack kann wegen einer Knöchelverletzung nicht spielen. "Die Verletzung lässt noch nicht zu, dass er dabei sein wird", sagte Magath. Eine Hiobsbotschaft kam auch von Roque Santa Cruz. Der Stürmer musste wegen erneuter Beschwerden in Augsburg am Knie operiert werden und fällt unbestimmte Zeit aus. "Das ist nicht die Nachricht, die einen Trainer freut", sagte Magath.

Dagegen kann der Rekordmeister wieder auf die zuletzt verletzten Lucio und Zé Roberto bauen: "Ich gehe davon aus, dass sie spielen werden können», sagte Magath. Auch der an Rückenbeschwerden leidende Stürmer Claudio Pizarro steht am Dienstag möglicherweise vor einem Comeback.

Fragezeichen hinter Einsatz von Sagnol und Rau

Fraglich ist gegen Wolfsburg dagegen noch der der Einsatz von Willy Sagnol (Sprunggelenk-Verletzung), der gerade erst ins Team zurückgekehrt war. Ebenfalls fraglich ist der Einsatz von Verteidiger Tobias Rau. Definitiv verzichten müssen die Münchner im Duell gegen den Tabellenführer aus Wolfsburg auf den nach seiner Roten Karte für zwei Meisterschaftsspiele gesperrten Sammy Kuffour.

Für Aufatmen sorgt beim FC Bayern München die Rückkehr von Sebastian Deisler. Nach einwöchiger Pause nahm der Nationalspieler wieder das Training auf. Der vor einem Jahr an Depressionen erkrankte Mittelfeldspieler hatte sich vor einer Woche vor der Champions-League-Partie bei Juventus Turin überraschend abgemeldet und war nach München zurückgereist. Nach einer Untersuchung durch seinen Arzt war ein befürchteter langfristiger Ausfall jedoch ausgeschlossen worden.

Ein kurzfristig anberaumtes Trainingslager soll den Fußballprofis von Borussia Dortmund aus der Krise verhelfen. Nach der Partie bei Hertha BSC will Bert van Marwijk seine Mannschaft im Westerwald auf das kommende Heimspiel gegen Bayer Leverkusen vorbereiten. Damit zog der Trainer die Konsequenzen aus dem von massiven Fanprotesten begleiteten 0:2 gegen den Hamburger SV und den Sturz auf den 15. Tabellenplatz. "Da werden wir viel Ruhe und Zeit zum Reden haben", sagte der Niederländer.

Von einer schnellen Rückkehr zu alter Stärke geht van Marwijk trotz dieser Maßnahme nicht aus. "Die Verunsicherung ist groß. Und das Problem wird sich nicht in zwei bis drei Wochen beheben lassen. Das wäre Zauberei, und ich bin kein Zauberer", meinte er. Der zu Saisonbeginn verpflichtete Coach hat im teuren Kader einen Mangel an Führungsspielern ausgemacht: "Deshalb müssen jetzt alle verstehen, dass sie in der Verantwortung stehen - auch die jungen Spieler."

Vor der Partie in Berlin hofft er auf die Rückkehr von Guy Demel. Der Abwehrspieler hatte gegen Hamburg wegen Rückenproblemen gefehlt, nahm mittlerweile aber wieder am Mannschaftstraining teil. Er könnte für Andre Bergdölmo oder Ahmed Madouni ins Team rücken.

Schalke mit breiter Brust nach Nürnberg

Mit dem Selbstbewusstsein von drei Liga-Siegen in Serie und einem endlich erfolgreichen Torschützen Ailton reist der FC Schalke 04 nach Nürnberg. "Ein Supertor, jetzt ist Ailton wieder glücklich", kommentierte der Torschützenkönig der vergangenen Spielzeit sein Siegtor beim 2:1 gegen Aufsteiger FSV Mainz 05. "Alle haben mir gesagt, bleib ruhig. Dann kommt das Tor automatisch."

Michale Fox und Arne Richter/DPA / DPA

Wissenscommunity