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Fußball-Bundesliga: Ribéry schießt Bayern an die Tabellenspitze

Da können sich die Bayern bei Franck Ribéry bedanken: Im Spitzenspiel zum Abschluss des 24. Bundesliga-Spieltags siegte der Rekordmeister in einem schwachen Spiel knapp mit 1:0 gegen den HSV. Im zweiten Sonntagspiel kassierte Hannover die nächste Pleite.

Der deutsche Rekordmeister FC Bayern München thront erstmals nach 57 Spieltagen wieder an der Spitze der Fußball- Bundesliga. Dank eines Treffers ihres französischen Mittelfeld-Stars Franck Ribéry (78. Minute) feierten die Bayern (52 Punkte) am Sonntag einen 1:0 (0:0)-Erfolg gegen den Hamburger SV und verdrängten Bayer Leverkusen (50) von Platz eins. Die 69.000 Zuschauer in der ausverkauften Allianz Arena bekamen zum 110. Geburtstag der Münchner allerdings keine glanzvolle Party geboten. Die Bayern taten sich in dem Nord-Süd-Gipfel lange schwer, ehe Ribéry den Bann brach und den ersten Sieg gegen den HSV in der neuen Arena perfekt machte. Erstmals seit dem 17. Mai 2008 stehen die Bayern damit am Ende eines Spieltages wieder ganz oben.

Der HSV verlor nicht nur die Punkte, sondern auch noch seinen Torhüter Frank Rost. Der Routinier im Hamburger Tor stürzte nach einer Chance von Bayern-Angreifer Thomas Müller so unglücklich, dass er in der Pause mit Verdacht auf Ellenbogenbruch in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Für Rost stand in den zweiten 45 Minuten Wolfgang Hesl zwischen den Pfosten.

Bayern dominant

Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw brauchten die Bayern etwa zehn Minuten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Neu- Nationalspieler Müller schoss den Ball nach feinem Steilpass von Bastian Schweinsteiger über das Tor (13.) und scheiterte acht Minuten später am gut reagierenden HSV-Torwart Frank Rost. Auch Ribéry fand zunächst in dem Hamburger Schlussmann seinen Meister (14.).

Die Gastgeber dominierten zwar das Geschehen, ihr viel gepriesenes Offensivspiel aber blieb blass. Viele Pässe in die Spitze waren zu unpräzise, Arjen Robben & Co. leisteten sich ungewohnt viele Fehlpässe. So geriet der Gast aus dem Norden im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit nur selten ernsthaft in Bedrängnis. Im Gegenteil: Der HSV erarbeitete sich auch ohne Neuzugang Ruud van Nistelrooy (Oberschenkelprobleme) und Nationalspieler Marcell Jansen (grippaler Infekt) drei gute Tormöglichkeiten gegen die Bayern-Verteidigung, die ohne Abwehrchef Daniel van Buyten (Muskelfaserriss) auskommen musste.

Klose setzt keine Akzente

Piotr Trochowski (18./23.) und Mladen Petric vergaben aber ihre Chancen. "Wir sehen ein sehr gutes Spiel", sagte HSV- Vorstandsvorsitzender Bernd Hoffmann zur Pause im TV-Sender Sky. Die Hintermannschaft stand sicher und kompakt, die Angreifer versteckten sich nicht und versuchten immer wieder, kleine Nadelstiche zu setzen.

Auch nach dem Wechsel entfachte das Geschehen auf dem Rasen keine Partystimmung unter den Zuschauern. HSV-Schlussmann Hesl wurde zunächst kaum geprüft. Der für den enttäuschenden Mario Gomez in der 65. Minute eingewechselte Miroslav Klose konnte drei Tage vor dem Länderspiel gegen Argentinien an gleicher Stelle keine Akzente setzen. Erst zwölf Minuten vor dem Ende erlöste Ribéry mit einem satten Schuss ins kurze Eck die Bayern, die bei einem Kopfball von Tunay Torun (83.) an die Latte noch einmal zittern mussten.

Hannover taumelt in Richtung 2. Liga

Zum neunten Mal in Serie verloren, doch mit viel Beifall verabschiedet: Zumindest die Fans von Hannover 96 haben ihre Mannschaft nach dem erstmaligen Absturz auf einen Abstiegsplatz noch nicht abgeschrieben. Die Zahlen sprechen indes eine andere Sprache, 96 hat eine Bilanz des Grauens. Das Team wartet nach dem bitteren 0:1 (0:0) im Niedersachsen-Derby gegen den VfL Wolfsburg seit 13 Runden auf einen Sieg, stellte den Negativrekord aus dem Abstiegsjahr 1985/86 ein und ist die Mannschaft mit den meisten Gegentoren. Sie taumelt unter Trainer Mirko Slomka, der seine sechste Niederlage kassierte, ungebremst der 2. Liga entgegen.

DPA/kbe

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