Fußball Es bleibt dabei: WM 2006 mit 32 Teams


Die Fußball-WM 2006 in Deutschland läuft wie geplant mit 32 Mannschaften und einfachem Spielsystem ab. Der Antrag, das Feld auf 36 Teams aufzustocken, wurde von der Fifa abgelehnt.

Franz Beckenbauer kann den Rechenschieber zur Seite legen. Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland läuft wie geplant mit 32 Mannschaften und dem einfachen Spielsystem ab. "Es war eine Entscheidung der Vernunft", sagte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder, nachdem das Exekutiv-Komitee des Weltverbandes FIFA in Paris den Antrag des südamerikanischen Verbandes CONMEBOL zur Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 36 Teams mit 22:1 Stimmen abgelehnt hatte. "Aus unserer Sicht ist die jetzige Form mit 32 Mannschaften optimal", betonte WM-OK-Chef Beckenbauer.

"Verständlich, übersichtlich, fair"

"Ein Turnier mit 32 Mannschaften ist doch klar und einfach", sagte Joseph Blatter. "Wir haben dieses Thema nun bis zur WM 2010 zu den Akten gelegt, denn wir werden 2006 und 2010 mit 32 Teams spielen", so der FIFA-Präsident. "Alles andere wäre organisatorisch problematisch und für die Fans nicht vermittelbar gewesen", sagte Mayer-Vorfelder. Und Franz Beckenbauer, der schon "Rechenschieber-Spiele" befürchtet hatte, betonte: "Nun ist das System einfach, für jeden verständlich, übersichtlich und fair." Denn jetzt kommen - wie gehabt - die acht Gruppen-Ersten und Zweiten weiter. Bei 36 Teams und 9 Vorrunden- Gruppen wären neben den Ersten die fünf besten Zweiten und zwei der vier schlechtesten Zweiten (Relegation) ins Achtelfinale eingezogen.

Unverständnis bei Australien und Ozeanien

Unverständnis und Ärger dagegen bei den Neuseeländern und Australiern, dass die erst im Dezember vorigen Jahres getroffene Entscheidung für einen sicheren WM-Startplatz für Ozeanien wieder revidiert wurde. Folge: Ozeanien bekommt wie bisher nur einen halben Platz. Dafür wurde Südamerikas Kontingent wieder um einen halben auf viereinhalb Startplätze aufgestockt. "Der Beschluss ist eine Schande. Er ist politisch gesteuert um dem mächtigen Südamerikaner entgegenzukommen. Das ist skrupellos und unmoralisch", schimpfte der Präsident des Ozeanischen Fußball-Verbandes, Basil Scarsella.

"Wir sind lächerlich gemacht worden", sagte das einzige stimmberechtigte Komitee-Mitglied Ozeaniens, Ahongalu Fusimalohi. Er sprach von einer "politischen Entscheidung, die nichts mit dem FIFA- Motto Fair Play zu tun hat." Blatter dagegen rechtfertigte den Beschluss unter anderem damit, dass "Neuseeland beim Confederations Cup so ärmlich aufgetreten ist". Die Neuseeländer hatten mit einem Torverhältnis von 1:11 alle drei Spiele verloren. Scarsella und Fusimalohi verließen die Versammlung daraufhin unter Protest.

"Unmöglich, jeden glücklich zu machen"

"Es ist unmöglich, jeden glücklich zu machen, aber ich denke trotzdem, dass es eine gute Entscheidung war", sagte Frankreichs Fußball-Idol Michel Platini. Glücklich waren auf alle Fälle die Südamerikaner. Die hatten zwar mit ihrem Antrag auf fünf WM-Plätze spekuliert, zeigten sich aber auch mit 4,5 Startplätzen zufrieden. "Wir sind hierher gekommen, um die Rechte Südamerikas zu verteidigen. Zumindest haben wir uns unseren halben Platz zurückgeholt, der uns im Dezember weggenommen wurde", stellte Komitee-Mitglied Nicolas Leoz aus Paraguay fest. "Diese Entscheidung zeigt, das Qualität zählt", urteilte das argentinische Komitee-Mitglied Julio Grondona.

Die Verteilung für die WM 2006: Europa 14 Startplätze, Afrika 5, Südamerika 4,5, Nord- und Zentralamerika sowie die Karibik 3,5, Ozeanien 0,5. Offen ist, wie die halben Plätze ausgespielt werden. Möglich sei eine Relegationsrunde aller vier Teams, sagte Blatter.

Kaspar Kamp und Peter auf der Heyde DPA

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