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Fußball international: Milan zittert um Beckham

In der Premier League hat der FC Liverpool Siegermentalität bewiesen, während Ballack und Chelsea zurückfallen. In Italien dreht Inter Mailand einsam seine Kreise an der Spitze. Lokalrivale Milan verlor wichtige Punkte und muss vielleicht bald auf einen David Beckham in Topform verzichten.

In Premier League zeigte Liverpool bei Portsmouth Siegermentalität, glich zweimal einen Rückstand aus und gewann in der Nachspielzeit durch ein Tor von "Joker" Fernando Torres. "Wir haben mal wieder Charakter gezeigt", lobte Trainer Rafael Benitez, dessen Vabanquespiel, seine Stars zunächst auf der Bank zu lassen, am Ende aufging. Robert Huth, der eine solide Leistung zeigte, und sein FC Middlesbrough setzten ihre Negativserie fort und verloren 0:1 gegen Manchester City. "Boro" blieb damit auch im 13. Spiel in Serie ohne Erfolgserlebnis und kämpft als Tabellenvorletzter weiter gegen den Abstieg. Am Sonntag gewann dann Manchester United durch ein Tor von Ryan Giggs (62.) bei West Ham und übernahm wieder die Tabellenspitze.

Bei Michael Ballacks FC Chelsea steigt der Unmut. Während sich neben Liverpool auch Manchester United mit großem Kampfgeist einen Erfolg (1:0) bei West Ham United erkämpfte und die Titel-Ambitionen in Englands Premier League untermauerte, rutschten die "Blues" nach der Heim-Nullnummer gegen Aufsteiger Hull City auf Rang vier ab und haben bereits sieben Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Manchester.

Die Chelsea-Anhänger im Stadion an der Stamford Bridge quittierten den siebten Heim-Flop mit Buhrufen. "Scolari raus", stand auf einem Transparent, das zwei Fans nach Abpfiff entrollten. Der in die Kritik geratene brasilianische Weltmeister-Coach von 2002, Luiz Felipe Scolari, machte die Dinge nicht besser, indem er seinen Assistenten Ray Wilkins vor die Presse schickte. "Die Fans haben ein Recht zu buhen, aber wir werden das Blatt wenden", versprach der Co-Trainer.

In Italien heißt es "Ciao Milan!". Vor dem Mailänder Derby am kommenden Wochenende zieht Titelverteidiger Inter seinem Lokalrivalen und Verfolger AC Mailand davon. Während der Meister (53 Punkte) am 23. Spieltag klar 3:0 bei US Lecce siegte und seine Führung auf 8 Punkte vor Milan (45) ausbaute, blamierte sich der Lokalrivale daheim beim mageren 1:1 gegen "Schlusslicht" Reggina Calcio. Zudem muss Milan um die Gesundheit seines Superstars Kakà und den Verbleib seines neuen Lieblings David Beckham fürchten. Durch die Pleite verlor der AC Mailand Rang zwei an Juventus Turin (46), das durch ein spätes Tor von Poulsen (90.) in Catania zwar mit 2:1 gewann, aber den 1:0-Schützen Vincenzo Iaquinta durch die Gelb-Rote Karte verlor.

"Inter ist ein Koloss, Milan geht unter", titelte "La Gazzetta dello Sport", denn für Milan kam es knüppeldick. "Schluss mit dem Zirkus um Beckham, wir haben Milans Angebot abgelehnt", sagte LA Galaxys Geschäftsführer Tim Leiweke am Wochenende. Was für eine kalte Dusche für die Tifosi. Die Amerikaner sollen mindestens zehn Millionen Euro für den englischen Mittelfeldspieler verlangen, die Italiener wollen aber nur rund fünf Millionen auf den Tisch legen. "Immerhin zeigt sich Galaxy verhandlungsbereit", versuchte AC-"Vize" Adriano Galliani die Absage aus Amerika positiv zu deuten. "Ich hoffe, es findet sich eine Lösung", meinte er. Denn offensichtlich glauben die Mailänder weiter, ihren Gastarbeiter über den 8. März hinaus halten zu können. Angewiesen sind sie mehr denn je auf den Flankengeber: Denn im Spiel gegen Reggina erlitt Mittelfeld-Star Kaká kurz nach seinem Elfmetertor zum 1:1 (67. Minute) eine böse Fußblessur.

In Spanien festigte Real Madrid seinen zweiten Tabellenplatz in der spanischen Fußball-Meisterschaft. Im Heimspiel gegen Racing Santander feierte der Titelverteidiger am Samstagabend in der Primera Division beim 1:0 (0:0) seinen siebten Erfolg in Serie und verbesserte sein Punktekonto auf nun 47 Zähler. Siegtorschütze für die "Königlichen", die ihren Rückstand auf den erst am Sonntag gegen Sporting Gijon spielenden Spitzenreiter FC Barcelona (56) auf neun Punkte verkürzen konnten, war vor 76 000 Zuschauern im Santiago- Bernabeu-Stadion Gonzalo Higuain in der 49. Minute.

DPA/tis / DPA

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