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Fußball-Wettskandal: Millionenschweres Sapina-Vermögen wird gepfändet

Fußball-Wettbetrüger Ante Sapina muss eine Pfändung seines millionenschweren Vermögens hinnehmen. Das Bochumer Landgericht hat am Montag bekanntgegeben, dass auf zahlreiche Auslandskonten zugegriffen werden soll, sogar der Porsche wird als Schadenswiedergutmachung sichergestellt.

Geheimkonten auf der Isle of Man, Geldverstecke in Kroatien: Fußball-Wettbetrüger Ante Sapina muss jetzt tatenlos zusehen, wie sein Vermögen aufgespürt und gepfändet wird. Wie am Montag vor dem Bochumer Landgericht bekannt wurde, laufen auf der Suche nach den illegalen Wett-Millionen hinter den Kulissen umfangreiche Finanzermittlungen. Selbst in Russland, China und Malaysia ist die Bochumer Staatsanwaltschaft aktiv.

Hintergrund ist eine Reihe von Beschlüssen, um mögliche Schadensersatz-Ansprüche befriedigen zu können. Allein auf der Isle of Man sollen auf zwei Konten, die Sapina zugerechnet werden, rund 1,27 Millionen Euro liegen. Die ersten 142 000 Euro sind vor wenigen Wochen in Bochum eingegangen.

Die internationalen Ermittlungen sind mühsam. Trotz Anfragen auf Ministeriums-Ebene ist es der Bochumer Staatsanwaltschaft bis heute nicht gelungen, angebliche Sapina-Konten in Kroatien einzusehen. Das Bundeskriminalamt hatte zwar mitgeteilt, dass in Zagreb und Rijeka Geld liegen soll, Details wurden aber nicht bekannt. "Wir haben bis heute keine Rückmeldung über die Saldenstände", sagte Oberstaatsanwalt Norbert Salamon als Zeuge.

Sapinas Porsche wurde notverkauft

In Deutschland war die Sache erheblich einfacher. Auf Bankkonten wurden rund 17 000 Euro sichergestellt, außerdem wurde der Porsche 996 S Cabrio des 35 Jahre alten Berliners notverkauft. Der Erlös: 52 000 Euro.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Ante Sapina durch manipulierte Fußballspiele Wetteinnahmen von rund 3,4 Millionen Euro erzielte. Der Reingewinn sei allerdings deutlich niedriger, da Wetteinsätze abgezogen werden müssten. Schadensersatzforderungen haben die betroffenen Wettanbieter aber offenbar noch nicht gestellt.

Sapina selbst will sich am Donnerstag zu den Vorwürfen äußern. Das haben seine Verteidiger am Montag definitiv zugesagt. Insgesamt müssen sich im zweiten großen Wettskandal-Prozess vor der 12. Strafkammer des Bochumer Landgerichts sechs Angeklagte verantworten, die in die Manipulation von 47 Fußballspielen verstrickt sein sollen.

jas/DPA / DPA

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