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Festnahmen: Fußball droht neuer Wettskandal

Europas Fußballwelt steht vor einem neuen Wettskandal. Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt seit Anfang des Jahres gegen eine internationale Bande von Wettbetrügern. Jetzt gab es die ersten Festnahmen. Erinnerungen an den Fall Hoyzer werden wach, denn alte Bekannte mischen mit. Auch ein Spiel in Deutschland könnte betroffen sein.

Dem internationalen Fußball droht ein neuer großer Wettskandal. Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt seit Anfang des Jahres gegen eine international agierende Bande, der fortgesetzte, gewerbsmäßige Wettbetrügereien zur Last gelegt werden. Nach Informationen der "Berliner Morgenpost" sind am Donnerstagmorgen fünf Haftbefehle vollstreckt worden. In dem Verfahren würde insgesamt gegen 100 Tatverdächtige ermittelt, berichtete die Zeitung und berief sich auf Sicherheitskreise in der Hauptstadt. Es geht demnach diesmal um manipulierte Erstligaspiele in der Türkei.

Zu den mutmaßichen Betrügern gehören offenbar prominente Namen: So wurde nach Informationen von "Spiegel TV" Milan Sapina festgenommen. Die "Morgenpost" berichtet, auch Ante Sapina gehöre zu den Festgenommenen. Beide waren mit ihrem Bruder Filip schon 2005 in den Hoyzer-Skandal verwickelt. Sie sollen auch diesmal vom Berliner "Café King" aus agiert haben.

"Die Beschuldigten sind verdächtig, Spieler, Trainer, Schiedsrichter und Offizielle aus hochrangigen europäischen Fußball-Ligen gegen Geldzahlungen veranlasst zu haben, den Ausgang von Spielen im Sinne der Bande zu manipulieren und diese Situation zu Wettbetrügereien ausgenutzt zu haben", erklärte die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftssachen am Donnerstag in Bochum. Im Zuge der Ermittlungen, die durch Verantwortliche der Europäischen Fußball-Union (Uefa) unterstützt und begleitet würden, seien am Donnerstag im In- und Ausland auch zahlreiche Einrichtungen durchsucht worden.

Ulmer Spieler im Visier der Ermittler?

Auf Nachfrage wollte die Behörde keine Auskunft geben, ob auch deutsche Ligen betroffen sind. Der Mediendirektor des Deutschen Fußball-Bundes, Harald Stenger, sagte: "Nach Erkenntnissen des DFB sind keine deutschen Spiele betroffen." Doch da könnte er irren: Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" steht auch ein Spiel aus Deutschland im Fokus der Ermittler. Dabei soll es sich um das Freundschaftsspiel SSV Ulm gegen Fenerbahce Istanbul (0:5) am 14. Juli 2009 handeln. Aus den Unterlagen der Ermittler ergebe sich der Verdacht, "bislang unbekannte Spieler des SSV Ulm sollen für ihre Bereitschaft zu verlieren" einen niedrigen fünfstelligen Betrag insgesamt erhalten haben. Es handele sich dabei nur um einen Anfangsverdacht.

Die Hoyzer-Affäre hatte Anfang 2005 den deutschen Fußball erschüttert. Der Referee hatte in einigen Spielen absichtlich falsch gepfiffen. Nutznießer waren vor allem ein Berliner Wettbüro und er selbst. Hoyzer gestand und wurde zu einer Haftstrafe wegen der Manipulation von Fußball-Spielen und Beihilfe zum Betrug verurteilt. Die Haftstrafe hat er inzwischen verbüßt. Der DFB sperrte Hoyzer lebenslang.

Einzelheiten zu den aktuellen Vorkommnissen wollen Staatsanwaltschaft und Polizei zusammen mit einem Vertreter der Uefa am Freitag auf einer Pressekonferenz in Bochum bekanntgeben.

DPA/sid/feh / DPA

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