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Fußball-WM 2022 in Katar: Beckenbauer bringt Winter-WM ins Spiel

Wegen der Sommerhitze in Katar hat Franz Beckenbauer vorgeschlagen, die Fußball-WM 2022 in den Winter zu verlegen. Im Januar/Februar herrschten in dem Wüstenstaat statt 50 angenehme 25 Grad, so der Fifa-Funktionär.

Kritik durch Liga-Boss Reinhard Rauball, Kompromissvorschlag von Franz Beckenbauer: Deutschlands Fußball-Kaiser hat angesichts der großen Sommer-Hitze im Wüstenstaat Katar vorgeschlagen, die WM 2022 im Winter auszutragen. "Ja, warum nicht? Die Spielpläne der großen westeuropäischen Ligen müssten 2012 verändert werden. Das wäre kein allzu gravierender Einschnitt", sagte das Fifa-Exekutivmitglied der "Bild"-Zeitung: "Es wäre eine Alternative dazu, Stadien und Fanzonen mit Riesenaufwand zu klimatisieren." Die Hitze ist eine der größten Sorgen der Öffentlichkeit nach der umstrittenen Entscheidung des Weltverbandes Fifa, die Austragung der WM nach Katar zu vergeben. Im Sommer erreichen die Temperaturen dort bis zu 50 Grad. Diese sollen laut Planung der Organisatoren in den zwölf neuen Stadien auf 27 Grad heruntergekühlt werden.

Trotz aller Bedenken appellierte Beckenbauer dafür, dem Gastgeber der Titelkämpfe 2022 "eine faire Chance" zu geben. "Auch bei Südafrika gab es Bedenken, und am Ende haben wir dort eine fantastische WM erlebt." Er sei sich sicher, dass dies auch den Katarern gelingen werde. "Sie werden das stemmen", sagte der 65-Jährige.

"Politik sollte sich nicht einmischen"

Liga-Präsident Rauball hat derweil fehlende Transparenz bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland bzw. Katar durch die Fifa bemängelt. "Die Transparenz bei der Entscheidungsfindung ist eindeutig verbesserungsfähig", sagte der Vereins-Chef von Borussia Dortmund dem Nachrichtenmagazin "Focus": "Den Fußball-Fans muss bei einer Entscheidung klar gemacht werden, warum sich die Fifa für oder gegen ein Land entschieden hat."

Nur ein Kärtchen aus einem Kuvert zu ziehen, sei nicht zeitgemäß und lade geradezu zu Spekulationen ein. Vor allem die Wahl Katars, bislang noch nie für eine WM-Endrunde qualifiziert, hatte weltweit große Empörung ausgelöst.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat hinsichtlich der Bestechungsvorwürfe gegen hohe Fifa-Funktionäre die Autonomie des Sports betont. "Die Politik sollte sich da nicht einmischen, es wird nicht besser, wenn sie den Sport kontrolliert. Dieser muss die Aufklärung autonom betreiben", meinte der für den Sport zuständige Vertreter der Bundesregierung bei der 6. Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Samstag in München.

Kopfschütteln über die Fifa in England

Der Übergangspräsident des englischen Verbandes FA, Roger Burden, hat unterdessen nach dem desaströsen Scheitern der englischen Bewerbung um die WM 2018 auf seine Kandidatur für den Posten als FA-Chef verzichtet. Als Grund gab Burden an, er könne den Mitgliedern des Weltverbandes Fifa nicht mehr trauen. Das Fußball-Mutterland war im Ringen um die WM 2018 bereits im ersten Wahlgang mit nur zwei Stimmen durch das Fifa-Exekutivkomitee gescheitert.

"Ich habe begriffen, dass eine wichtige Aufgabe meines Amtes die Beziehung zur Fifa ist. Ich bin aber nicht in der Lage, mit Leuten umzugehen, denen ich nicht vertrauen kann", sagte Burden. England war bei der Vergabe der WM-Endrunde 2018 trotz der vermeintlich besten Bewerbung im ersten Wahlgang gescheitert. Russland erhielt bei der Vergabe in Zürich später den Zuschlag.

Roger Burden hatte im Mai nach dem Rücktritt von FA-Chef David Triesman dessen Amt als Übergangspräsident geführt. Er stehe der FA noch so lange zur Verfügung, bis sein Nachfolger gefunden worden sei, so Burden.

kbe/SID / SID

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