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Hasan Salihamidzic: "Standen bis zur Brust im Wasser"

Ein Akteur beim Benefizspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zu Gunsten der Flutopfer hat die Katastrophe hautnah miterlebt. Bayern-Spieler Hasan saß gerade beim Frühstück, als die Riesenwelle kam.

Als die Flutwelle am Morgen des zweiten Weihnachtstages in Südasien über 200.000 Menschen in den Tod riss, stand auch Hasan Salihamidzic das Wasser urplötzlich fast bis zum Hals. Doch der Fußball-Profi des FC Bayern München hatte Glück: Er überstand den Tsunami auf der weniger stark betroffenen Inselgruppe der Malediven unversehrt. "Ich bin froh, dass ich meine Familie gerettet habe und wir gesund da raus gekommen sind. In so einer Situation wird einem plötzlich klar, dass es in kürzester Zeit vorbei sein kann mit dem Leben", berichtete der 28-jährige Bosnier.

Glück im Unglück

Als einziger der 42 Akteure, die in der Arena AufSchalke am Benefizspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen eine internationalen Bundesliga-Auswahl für die Flutopfer teilnehmen sollten, hat Salihamidzic die verheerende Naturkatastrophe vor einem Monat unmittelbar miterlebt. Für ihn war es darum selbstverständlich, in Gelsenkirchen für den guten Zweck dabei zu sein: "Es ist doch ganz normal, dass man da mitmacht. Ich möchte helfen, wo es nur geht."

"Wir saßen gerade beim Frühstück, als wir plötzlich bis zur Brust im Wasser standen", erinnert sich "Brazzo", wie ihn die Teamkollegen in München rufen, an das schreckliche Ende eines bis dahin so schönen Urlaubs in dem Inselparadies. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Esther schnappte er sich seine beiden kleinen Kinder Selina und Nick und flüchtete mit seiner Familie auf die andere Seite der Insel. Ein vorgelagertes Riff, an dem die Welle sich brach, hatte dafür gesorgt, dass ihr Resort nicht viel abbekam. Alle Urlauber überlebten.

"Habe kein Trauma mehr"

Salihamidzic ist auf den Malediven mit dem Schrecken davon gekommen. Die Erinnerung an die Flutwelle quält ihn nicht. "Ich habe kein Trauma mehr. Das ist so weit wie möglich abgeschlossen", sagte er. Den Beweis dafür trat der lebenslustige Bosnier während des Trainingslagers des FC Bayern Anfang Januar in den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Der Rekordmeister logierte in Dubai in einem Hotel direkt am Meer. Pool und Strand waren für ihn keine Gebiete, die er mied. "Naturkatastrophen können überall passieren", meinte Salihamidzic. Angst hat er nicht: "Ich würde auch im Urlaub wieder ans Meer fahren."

Klaus Bergmann/DPA / DPA

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