HOME

Spiel bei Union Berlin: "Die Gäule sind mit mir durchgegangen": HSV-Profi Holtby bereut seine Spielverweigerung

Weil Lewis Holtby nicht mit zum Spiel gegen Union Berlin fahren wollte, hat der Hamburger Sportverein ihn aus der Mannschaft geworfen. Auf Instagram hat der Mittelfeldspieler des HSV sein Verhalten nun erklärt - und bedauert.

HSV-Profi Lewis Holtby

"Ich werde die Entscheidung des Vereins akzeptieren müssen": Lewis Holtby über seinen Rauswurf beim Hamburger Sportverein

Getty Images

HSV-Profi Lewis Holtby hat nach seiner Suspendierung beim Fußball-Zweitligisten öffentlich Fehler eingestanden. Die strauchelnden Hamburger hatten den früheren Nationalspieler im Endspurt der 2. Fußball-Bundesliga bis zum Saisonende suspendiert, nachdem er vor dem 0:2 beim 1. FC Union Berlin zeitweise darum gebeten hatte, nicht mit in die Hauptstadt reisen zu müssen.

"Nach Ende des gestrigen Abschlusstrainings habe ich mich im Affekt zu einer Kurzschlussreaktion hinreißen lassen. Aufgrund einiger Enttäuschungen in den letzten Wochen und dem unbedingten Willen den Aufstieg zu erreichen und der Mannschaft bzw. dem HSV helfen zu wollen, sind die Gäule im wahrsten Sinne des Wortes mit mir durchgegangen",  schrieb Holtby am späten Sonntagabend auf Instagram. "Die Reaktion war emotional, geschah im Affekt und war absolut nicht in Ordnung - das habe ich nach einer kalten Dusche wenige Minuten nach dem Training eingesehen und umgehend die Entscheidung gegenüber dem Trainer revidiert. Leider wurde mir die Tür nicht mehr aufgemacht, was ich mir aber unbedingt gewünscht hätte. Ich werde die Entscheidung des Vereins akzeptieren müssen."

HSV lässt Lewis Holtby nicht mehr mittrainieren

Auch Coach Hannes Wolf hatte den Vorfall am Sonntag so geschildert: Holtby habe kurz nach seiner Aussage gewusst, dass dies ein Fehler gewesen sei, berichtete der HSV-Trainer. "Aber du bekommst es dann nicht mehr gedreht, wenn es ausgesprochen ist, dass ein gesunder Spieler nicht mit zum Spiel will." Wolf hatte seinem Spieler zuvor mitgeteilt, dass dieser voraussichtlich nicht in der Startelf stehen werde.

Nach Angaben von HSV-Sportvorstand Ralf Becker wird Holtby nicht mehr am Training des Profiteams teilnehmen und zum Einsatz kommen. "Für uns ist klar, und das wird auch bis zum Ende der Saison so bleiben, dass es keinen Sinn mehr macht", sagte Becker in Berlin. Holtbys Vertrag läuft zum Saisonende aus.

Mit der sechsten Partie ohne Sieg hintereinander sind die Hamburger aus den Aufstiegsrängen gerutscht und liegen drei Spieltage vor Schluss nur noch auf Platz vier. Becker will dennoch weiter an Wolf festhalten. "Ich bin nicht bereit, jemanden zu opfern, nur weil gewisse Dinge nicht so laufen, wie sie bei einer Mannschaft wie uns laufen müssten", sagte der Sportvorstand. "Es ist immer einfach, die Schuld dem Trainer zu geben. Ich sehe bei uns die Probleme in anderer Konstellation. Es geht darum zu schauen, auf wen wir uns verlassen können."

HSV-Fans auf der Auswärtsfahrt nach Magdeburg
mad / DPA

Wissenscommunity