HSV-Krise Doll holt die Peitsche raus


HSV-Trainer Thomas Doll hat offenbar genug von den miesen Vorstellungen seiner Spieler. Einer der Porto-Versager wurde bereits aus dem Team geschmissen. Drei andere könnte das gleiche Schicksal treffen.

Trainer Thomas Doll ersetzt beim Hamburger SV das Zuckerbrot durch die Peitsche. "Die Zeit der Streicheleinheiten ist vorbei", verkündete der 40 Jahre alte Fußballlehrer vor der Bundesliga-Partie am Samstag beim VfL Wolfsburg (15.30 Uhr). Erstes Opfer der neuen harten Linie ist der Torwart. Sascha Kirschstein muss in Wolfsburg seinen Platz zwischen den Pfosten für Stefan Wächter räumen. "Sascha Kirschstein war zuletzt nicht so souverän. Stefan hat klasse trainiert und hat die nötige Erfahrung. Wir erhoffen uns so ein Plus für die Mannschaft", sagte Doll.

Wer außerdem die harte Hand zu spüren bekommt, ließ der Trainer offen. Kandidaten für eine Zwangspause sind Mehdi Mahdavikia, Danijel Ljuboja und Boubacar Sanogo. Doch die Alternativen sind bei der langen Verletztenliste des HSV vor allem im Defensivbereich (Bastian Reinhardt, Raphael Wicky, Guy Demel, Nigel de Jong, Collin Benjamin, Vincent Kompany) rar gesät. Kompany fällt gar länger als befürchtet aus. Wegen einer Entzündung der linken Achillessehne rechnet Mannschaftsarzt Oliver Dierk mit einer Pause von vier bis sechs Wochen.

HSV droht weiteres Ungemach

Nach der Blamage in der Champions League mit vier Niederlagen in Serie droht dem HSV bei Fortsetzung seiner dürftigen Vorstellungen auch in der Bundesliga der K.o. Der Tabellen-15. braucht dringend seinen zweiten Saisonsieg, um für Ruhe in den eigenen Reihen und vor allem für Selbstvertrauen zu sorgen. Denn nur drei Tage später geht es zum VfB Stuttgart, der zum Höhenflug angesetzt hat.

Für die Wolfsburger beginnt mit dem Duell gegen den HSV eine englische Woche, die nach dem schwachen Saisonstart von besonderer Bedeutung ist. "Anschließend werden wir sehen, wo der Trend hingeht", sagte Trainer Klaus Augenthaler vor den Partien gegen den HSV, in Mainz und gegen Cottbus. Momentan liegt der VfL nur vier Punkte hinter einem Uefa-Cup-Platz aber auch lediglich zwei vor einem Abstiegsrang.

Hoffnungsträger Mike Hanke

Ungeduldig wartet VfL-Stürmer Mike Hanke auf den HSV. Der einzige wirkliche Torjäger in den Reihen der Wolfsburger Offensiv- Minimalisten will sein Trefferkonto weiter aufstocken. "Ich bin heiß auf den HSV. Ich will wieder ein Tor schießen, vielleicht auch zwei", versprach der 22 Jahre alte Nationalstürmer vor dem Aufeinandertreffen gegen den schwächelnden Nordrivalen, der in der Tabelle noch einen Platz hinter den "Wölfen" rangiert.

Hanke - in den vergangenen Wochen in Pokal und Liga vier Mal erfolgreich - hat in der Woche wieder Sonderschichten eingelegt. Selbst eine rätselhafte Allergie hat seinen Ehrgeiz nicht bremsen können. "So kommt er auf jeden Fall weiter", lobte Trainer Klaus Augenthaler seinen Sturmführer, der am Sonntag seinen 23. Geburtstag feiert. Erneut muss der Trainer die Erfolgsmannschaft des vergangenen Wochenendes (1:0 in Bochum) umstellen. In der Innenverteidigung ersetzt Uwe Möhrle den gesperrten Kapitän Kevin Hofland und kommt so zu seinem 100. Einsatz in der deutschen Eliteliga.

DPA/kbe


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