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International: Der FC Barcelona gewinnt gegen Bilbao den spanischen Pokal

Der FC Barcelona hat dem scheidenden Trainer Pep Guardiola einen perfekten Abschied bereitet. Im Finale der Copa del Rey siegten die Katalanen deutlich gegen Athletic Bilbao. Für Guardiola war es der 14. Titel in vier Jahren, die Fußstapfen für Nachfolger Tito Vilanova sind riesig. Dabei bewies vor allem Pedro EM-Form.

Der FC Barcelona hat zum 26. Mal den spanischen Pokal gewonnen. Der Rekord-Pokalsieger gewann das Finale gegen Athletic Bilbao mit 3:0 – wichtiger war aber der krönende Abschluss der Ära Guardiola. Der Trainer der Katalanen hatte vor Wochen seinen Abschied angekündigt und kann nun mit dem 14. Titel in vier Jahren beruhigt in eine längere Pause gehen.

Bilbao verlor damit die zweite Titelchance innerhalb weniger Tage, schon im Europa League-Finale gegen Atletico Madrid waren die Basken unterlegen gewesen. Diesmal war es noch deutlicher, Barcelona fuhr in den ersten Minuten wie eine Dampflok über Bilbao hinweg. Die Tore vor den 54.851 Zuschauern im Estadio Vicente Calderón erzielte Pedro (3./25.) und Lionel Messi (20.).

Barcelona: Sofort unter Volldampf

Die Spieler aus Barcelona waren von der ersten Sekunde darauf aus, Guardiola einen perfekten Abschied zu bereiten. Schon nach 26 Sekunden schloss Messi ein typisches Solo mit einem Schuss ab, der knapp am Pfosten vorbei strich. Kurz darauf wurde ein Versuch von Pedro abgewehrt, der zweite Versuch des Stürmers saß dann aber:

Nach einer Ecke von Xavi verlängerte Gerard Pique den Ball, Javier Martinez konnte nicht klären und Pedro zog sofort aus zwölf Metern ab (3.) – Gorka Iraizoz war chancenlos. Die Szene war aber nicht nur aus Sicht von Barca von Bedeutung. Der angeblich vom FC Bayern umworbene Martinez konnte mit dem technischen Fehler keine Werbung in eigener Sache machen, Pedro wiederum konnte nach einer durchwachsenen Saison nochmal auf sich aufmerksam machen – der spanische Nationaltrainer Vicente del Bosque muss seinen EM-Kader in den kommenden Tagen auch noch verkleinern.

Bilbao: Geschockt und demontiert

Barcelona wollte früh für klare Verhältnisse sorgen und dachte deshalb gar nicht daran, einen Gang zurückzuschalten. Bilbaos Keeper holte einen Messi-Schlenzer aus dem Winkel (16.), schon nach 20 Minuten erhöhte der Weltfußballer dann aber doch auf 2:0. Zuvor zeigte Andres Iniesta mit einem tollen Pass in die Tiefe sein ganzes Können. Messi stand somit frei vor Iraizoz und setzte den Ball spielend leicht unter die Latte.

Bilbao wirkte schwer beeindruckt, schon im Europa League-Finale gegen Atletico Madrid waren die Basken chancenlos – der erste Titel seit dem Double 1984 muss noch warten. Trainerfuchs Marcelo Bielsa hatte sein Team sehr defensiv eingestellt, doch die Taktik wurde schnell zur Makulatur. Erst recht, als Pedro seinen zweiten Treffer nachlegte (25.), Iraizoz wirkte bei dem Flachschuss etwas schwerfällig, ein erstklassiger Keeper hätte den Versuch wohl gehalten.

Damit war das 108. spanische Pokalfinale frühzeitig entschieden, ein Comeback von Bilbao hielten im Vicente Calderón zu Madrid selbst die Athletic-Fans kaum für möglich. Aber das Bielsa-Team kämpfte, Fernando Llorente hätte bei einem Trikot-Zupfer von Pique durchaus Elfmeter bekommen können (27.). Barcelona nahm in Anbetracht der klaren Führung das Tempo heraus und so ging es mit dem 3:0 in die Kabine.

Barcelona verwaltet die Führung

Im zweiten Durchgang war Bilbao dann etwas besser im Spiel und der zur Pause eingewechselte Ander Herrera hatte mit einem Lupfer auch die große Chance zum Anschlusstreffer (52.), aber nach einer wirklichen Wende sah es zu keinem Zeitpunkt aus. Barcelona ließ den Gegner einfach ein bisschen mitspielen, Messi und Co. hätten aber jederzeit wieder einen Gang hoch schalten können.

Somit plätscherte das Spiel nur noch dahin, die Fans des FC Barcelona hatten genug Zeit, immer wieder Guardioals Namen zu skandieren. Egal, wie sich Vilanova machen wird, sie werden ihren Pep sicher vermissen.

Marcus Krämer

sportal.de / sportal

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