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Italien: Drastische Maßnahmen gegen Fangewalt

Die italienische Regierung hat nach den Fan-Ausschreitungen am ersten Spieltag der Serie A drakonische Maßnahmen gegen die Fan-Gewalt angekündigt. Nationaltrainer Marcello Lippi verurteilte den Gewaltausbruch.

"Wir werden drastische Entscheidungen treffen und den Fans einiger Clubs die Reise zu Auswärtsspielen generell verbieten", sagte Innenminister Roberto Maroni vor der Sondersitzung der Sicherheitskommission in Rom.

Italiens Verbands-Präsident Giancarlo Abete bezeichnete die Randalierer als "Verbrecher" und forderte harte Strafen für die Täter. Gleichzeitig bat er jedoch darum, nicht die Clubs durch Spiele vor leeren Rängen zu bestrafen. Die echten Fans und die Clubs seien die Opfer der Gewalt und dürften nicht für die Taten einzelner Krimineller bestraft werden.

Auch Nationaltrainer Marcello Lippi verurteilte den Gewaltausbruch. "Es war richtig, den Fans einen Vertrauensvorschuss zu geben und für den ersten Spieltag keine Mitreiseverbote zu verhängen", meinte Lippi. Die Fans aber hätten dieses Vertrauen missbraucht. "Jetzt werden sie dafür bezahlen", sagte Lippi.

Zug und Linienbusse demoliert

Rund 2000 gewaltbereite Fans des SSC Neapel hatten am Sonntag auf dem Weg zum Auswärtsspiel beim AS Rom einen Zug gekapert und demoliert. Außerdem beschädigten sie 20 Linienbusse in Rom. Der Gesamtschaden belief sich auf eine halbe Million Euro. Bei Zusammenstößen mit Bahnangestellten und Polizisten wurden vier Personen verletzt. Fünf Randalierer wurden vorläufig festgenommen. Sie müssen sich ab dem 1. Oktober vor Gericht verantworten.

Dass die Gewalttäter wieder frei gelassen wurden, erregte den Widerspruch. "Dies gibt den Fans das Signal, dass ihre Straftaten ungesühnt bleiben", sagte Polizeigewerkschafts-Sekretär Enzo Marco Letizia am Dienstag und schlug "die Einrichtung von Arbeitslagern für gefährliche Personen" vor.

DPA / DPA

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