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Fußball-WM 2010 - der Tag: Seleção will mit Elefanten tanzen

An diesem Spieltag kommt es zu einem Duell der Superstars: Die Elfenbeinküste trifft auf Brasilien, Didier Drogba auf Kaká. Italien will gegen Neuseeland einen Sieg einfahren und Paraguay spielt gegen die Slowakei.

Slowakei gegen Paraguay, 13.30 Uhr
Das WM-Spiel Slowakei gegen Paraguay ist auch ein Duell der Bundesliga-Stars. Insgesamt acht Deutschland-Legionäre könnten am Sonntag in Bloemfontein auf dem Rasen stehen, dazu kommen noch die ehemaligen Bundesliga-Profis Robert Vittek (Slowakei) und Roque Santa Cruz (Paraguay). "Man kann das ein Finale nennen. Wenn wir gewinnen, stehen wir mit einem Bein in der zweiten Runde. Für Paraguay gilt genau das Gleiche", sagte der Ex-Nürnberger Vittek.

Beide Mannschaften gehen mit je einem Punkt in dieses wichtige Spiel. Doch während Paraguay aus seinem 1:1 gegen Weltmeister Italien viel Selbstvertrauen ziehen konnte, musste die Slowakei in den vergangenen Tagen ein enttäuschendes 1:1 gegen Außenseiter Neuseeland verarbeiten. "Das war wie eine kleine Tragödie", sagte Trainer Vladimir Weiss angesichts des späten Ausgleichstores in der dritten Minute der Nachspielzeit. "Aber wir haben sie verarbeitet. Wir sind bereit für Paraguay: mental wie körperlich."

Paraguay möchte am Sonntag im Vergleich zum 1:1 gegen Italien etwas offensiver zu Werke gehen. "Wir treten nicht an, um gegen die Slowakei unentschieden zu spielen. Dieses Spiel kann uns der 2. Runde näher bringen", sagte Trainer Gerardo Martino. "Aber wir müssen auch aufpassen. Die Slowaken warten ab und spielen dann schnelle Konter." Der Argentinier denkt darüber nach, neben den Dortmundern Nelson Valdez und Lucas Barrios auch den ehemaligen Bayern-Profi Roque Santa Cruz (Manchester City) stürmen zu lassen. Diese mutige Variante ließ er dem Vernehmen nach bei einem Training hinter verschlossenen Türen einüben. Fraglich ist nur der Einsatz des angeschlagenen Santana.

Italien gegen Neuseeland, 16.00 Uhr


Daniele De Rossi redet Klartext - auch vor Italiens zweitem WM-Gruppenspiel in Nelspruit gegen Neuseeland. "Wir sind besser und müssen sie schlagen", fordert der Mittelfeldspieler vor der Partie an diesem Sonntag. Alles andere wäre eine Katastrophe für den Fußball-Weltmeister, räumt der Römer unwunden ein. Andere mögen warnen vor den athletischen und kampfstarken "Kiwis", die ihre Größe ausspielen wollen. Doch in der Welt des Daniele De Rossi sind die Neuseeländer nur eine kleine Episode bei der "Operation Titelverteidigung".

Dass die verunsichert in die WM gestarteten "Azzurri" so viel Selbstvertrauen haben, verdanken sie nicht zuletzt de Rossi. Mit seinem Ausgleichstreffer im Auftaktspiel gegen Paraguay (1:1) rettete er dem Gruppenfavoriten zumindest einen wichtigen Punkt, der dem Team alle Möglichkeiten offen hält.

De Rossis Optimismus wird auch nicht durch zwei prominente Ausfälle getrübt: Regisseur Andrea Pirlo fällt wegen einer Wadenzerrung weiter aus und Torwart Gianluigi Buffon muss wegen eines Bandscheibenvorfalls passen.

"Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir dieses Spiel unbedingt gewinnen", sagte Italiens Nationaltrainer Marcello Lippi nach der Stadionbesichtigung in Nelspruit. "Wir werden versuchen, sie von unserem Strafraum fernzuhalten", meinte Lippi, der schnelles, flaches Spiel angeordnet hat, um den kopfballstarken Gegner auszuspielen.

Die "Kiwis" wollen genau das verhindern und die Hoheit in der Luft übernehmen. "Wir wären dumm, wenn wir uns das nicht vornehmen würden", sagte Ricki Herbert. Ecken und Freistöße sollen her. "Wir gehen hoch motiviert, aber auch gelassen ins Spiel, denn wir haben nichts zu verlieren", sagte der Trainer.

Brasilien gegen Elfenbeinküste, 20.30 Uhr


Rekordweltmeister Brasilien will mit einem Sieg gegen die Elfenbeinküste im Soccer-City-Stadion von Johannesburg vorzeitig ins Achtelfinale einziehen. Doch die Ivorer strotzen vor Selbstbewusstsein. "Ich habe Respekt, weil sie die vielleicht beste Mannschaft der Welt haben. Aber ich fürchte mich nicht vor ihnen", sagte der ansonsten so zurückhaltende Coach Sven-Göran Eriksson. Dabei schätzt der Schwede seinen brasilianischen Kollegen Carlos Dunga, den er vor über 20 Jahren eine Saison lang beim AC Florenz trainierte, über die Maßen: "Er wusste schon als Spieler damals alles über den Fußball, alles. Er ist sehr intelligent."

Das 0:0 zum Auftakt gegen Portugal hat die Elfenbeinküste in ihrer Überzeugung, das beste afrikanische Team bei der WM zu stellen, nur bestärkt. "Jeder von uns ist sehr, sehr gut drauf. Wir wissen, dass Brasilien sehr gute Angreifer hat. Aber die haben wir auch", sagte Emmanuel Eboué vom FC Arsenal.

Die Hoffnungen der Ivorer ruhen vor allem auf Drogba: Der Angreifer vom FC Chelsea soll in die Startelf zurückkehren, nachdem er gegen Portugal infolge seines Ellbogenbruchs nur zu einem Kurzeinsatz kam. "Wir werden morgen entscheiden, ich muss nochmal mit den Ärzten sprechen, aber er hat sehr gut trainiert die letzten Tage", sagte Eriksson am Samstagabend.

Diese Partie ist auch Duell der beiden Offensivstars Drogba und Kaká. Für sie soll die WM jetzt richtig losgehen. Brasiliens Spielmacher Kakà steht in seinem 80. Länderspiel unter besonderer Beobachtung. Die Schonfrist für den zuletzt enttäuschenden 65-Millionen-Mann von Real Madrid läuft auch innerhalb der Mannschaft ab. Stürmer Robinho hat sich schon angeboten, notfalls die Regie zu übernehmen. "Ich habe lange nicht gespielt. Aber ich bin sicher, dass ich mich im Laufe des Turniers steigern kann", versprach Kakà. Beim 2:1-Sieg über Außenseiter Nordkorea hatte der Rekordweltmeister eine fast schon erschreckend schwache Leistung abgeliefert und blieb weit hinter den hohen Erwartungen von Fans und Experten zurück.

DPA/tis / DPA

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