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Corona-Terminkalender Sorge um die Gesundheit der Spieler: Jogi Löw in Alarmstimmung

Nationalcoach Jogi Löw nach dem 1:1 gegen Spanien in der Nations League
Mit Blick auf den wegen Corona dichtgedrängten Terminplan in Sorge um die Gesundheit der Nationalspieler: Trainer Jogi Löw
© Markus Gillar / GES-Sportfoto / DPA
Härtetest ohne Vorbereitung, am Ende waren die Nationalkicker platt. Jogi Löw sorgt sich nach dem Spiel gegen Spanien um die Gesundheit der Spieler. Denn Erholung ist nicht in Sicht, weil der Terminplan wegen Corona kaum Pausen vorsieht.

Den Frust über das späte Spanien-Tor war Joachim Löw schnell wieder los. Die große Sorge um seine Spieler nimmt der Bundestrainer aber mit auf den kurzen Charterflug Richtung Basel. Die von Corona diktierten engen Zeitpläne machen Löw - ebenso wie Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge - kräftige Bauchschmerzen. Schon vor dem nächsten Spiel der Fußball-Nationalmannschaft am Sonntag (20.45 Uhr/ZDF) in der Nations League gegen die Schweiz sieht sich der 60-Jährige in seiner Haltung leidvoll bestätigt. "Wir müssen aufpassen: Die Gesundheit der Spieler steht über allem", sagte Löw nach dem Last-Minute-Gegentor beim 1:1 gegen Spanien. "Einige sind richtig platt." Umso mehr hat der Coach wenig Verständnis für Freundschaftsspiele zusätzlich zu den Nations-League-Partien im Oktober und November.

Die Nachrichtenagentur DPA hat mit  Bundestrainer Löw gesprochen:

Wie fällt Ihr Fazit aus nach dem 1:1 und dem späten Ausgleich der Spanier?

Am Ende ist es natürlich ein bisschen enttäuschend, wenn man in der sechsten Minuten der Nachspielzeit den Ausgleich kassiert. Auf der anderen Seite haben unsere Jungs alles rausgeholt, was zu dem Zeitpunkt möglich ist.

Wie haben sie das Spiel insgesamt gesehen?

Vor allem in der ersten Halbzeit war es echt ein gutes und interessantes Spiel, hochintensiv zu dem Zeitpunkt und taktisch von beiden wahnsinnig mutig. Die Spanier haben versucht, uns schon im eigenen Sechzehner zu pressen. Wir haben Mann gegen Mann gespielt mit klarer Zuordnung. Wir haben früh attackiert. Beide konnten sich aufgrund ihrer Klasse immer wieder mal lösen. Wir haben über das ganze Spiele gesehen die besseren Torchancen gehabt.

Am Ende aber hat es nicht zum Sieg gereicht, wo sehen Sie die Gründe dafür?

Es war eine Sache der Kraft und der Konzentration. Wir haben nach 60 Minuten gemerkt, dass die Kraft noch nicht reicht, über 90 Minuten so zu attackieren. Wir wollten uns fallen lassen, das war aber auch schon vorher klar. Insgesamt haben wir es wirklich gut gemacht, mit der Art und Weise über große Teile des Spiels bin ich sehr zufrieden. Wenn man bedenkt, dass einige Spieler direkt aus dem Urlaub gekommen sind, sechs oder sieben haben gefehlt.

Sie haben sich mächtig beschwert über den vollen Kalender in diesem Jahr. Sehen sie da einen Lösungsweg für die Länderspiele? 

Grundsätzlich habe ich keine Lösung bereit. Ich vertrete auch die Verbandsinteressen. Und der Verband freut sich über die Einnahmen. Aber drei Länderspiele in zehn Tagen im Oktober und November halte ich für wenig sinnvoll. Dass man da noch zwei Freundschaftstermine reinlegt, macht aus sportlicher Sicht nicht so viel Sinn. Obwohl ich mich als Trainer über jedes Spiel freue. Wir müssen aufpassen: Die Gesundheit der Spieler steht über allem. Wenn da Probleme sind, leidet die Qualität im Fußball. Und das ist über viele Jahre hinweg so nicht zu verkraften. Deshalb bin ich extrem sensibel, wenn man weiß, was für ein Programm ansteht. Wenn man da nicht aufpasst, haben wir Probleme im April und Mai. Das versuche ich zu verhindern.

Für Leroy Sané war es das erste Länderspiel nach 15 Monaten. Wie haben Sie ihn gesehen, und warum musste er dann raus?

Leroy hat Krämpfe gehabt. Man muss sehen, woher er kommt. Er hat in den letzten vier, fünf Monaten kaum ein Spiel gemacht. Es war klar, dass die Kraft nachlässt. Ich habe ihm gesagt, er soll anzeigen, wenn er sich müde fühlt. Obwohl er im Konterspiel weiter noch gut gewesen wäre, mussten wir wechseln, bevor wir eine Verletzung riskiert hätten. Man muss aufpassen bei ihm.

dho DPA

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