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DFB-Team gegen Frankreich: Zapfenstreich und Frühstückspflicht: Löw zieht an der Disziplinschraube – ein bisschen

Joachim Löw steht vor entscheidenden Wochen mit der deutschen Nationalelf. Neben personellen Änderungen wird es auch für die Spieler neue Regeln geben, um die Disziplin zu stärken. Sie sind aber eher symbolischer Natur. 

Joachim Löw wirkte auf der PK zum Frankreich-Spiel ruhig und konzentriert

Joachim Löw wirkte auf der PK vor dem Frankreich-Spiel ruhig und konzentriert

Getty Images

Es wird ernst. Die Nationalelf steht nach dem Debakel in Russland vor dem Neustart. Ein paar zaghafte Änderungen hat schon auf der Pressekonferenz angekündigt, auf der der Bundestrainer eine ausführliche Fehleranalyse präsentierte. Der Betreuerstab wird verkleinert, und Löw nominierte drei neue Spieler (Nico Schulz, Kai Havertz, Thilo Kehrer) - die große Personalrochade blieb also bei den Verantwortlichen und den Nationalspielern aus.

Doch das sind nicht die einzigen Stellschrauben, an denen Löw dreht, um das Team wieder in die Spur zu bringen. Wie die "Bild" berichtet, gibt es zukünftig wieder gewisse Regeln, auf die der Bundestrainer bislang offenbar verzichtet hatte.

Der gute, alte Zapfenstreich wird wieder eingeführt 

Hier die Liste:

Zapfenstreich: Der Klassiker aller Disziplinarmaßnahmen tritt wieder in Kraft. Um Mitternacht müssen die Spieler auf ihren Zimmern sein.

Frühstück ist Pflicht: Verschlafen oder schwänzen wird nicht mehr geduldet.

Optionales Training: Ein Zusatzangebot, um im Fitnessraum eine Extra-Schicht einzulegen. Für Spieler ist es eine Möglichkeit, Engagement zu zeigen.

Bild der Geschlossenheit zeigen: Auf der Pressekonferenz am Dienstag traten Manuel Neuer, Thomas Müller und Julian Brandt gleichzeitig auf und saßen nebeneinander. So will sich die Mannschaft als Einheit präsentieren.

Für die Disziplinarmaßnahmen gilt das Gleiche wie für die personellen Änderungen: Es handelt sich nicht um eine Revolution, sondern um eine sanfte Kurskorrektur. Ob sie ihre Wirkung entfalten, lässt sich wohl kaum messen. Schließlich wissen die Spieler auch so, dass sie etwas "gerade rücken" müssen, wie es Toni Kroos ausdrückte: "Wir stehen in der Bringschuld", sagte er mit Blick auf das Spiel gegen am Donnerstag. Löw sprach sogar von "Aufbruchsstimmung", die er unter den Spielern verspüre und von "positiver Ungeduld", dass es endlich wieder losgehe.

Joachim Löw Oliver Bierhoff auf PK

Der Sinn der neuen (alten) Regeln liegt in der Botschaft, die sich sowohl nach außen als auch nach innen richtet. Löw und sein Team bedienen damit Bedürfnisse der Öffentlichkeit, die von einer Disziplin erwartet. Und die Spieler sollen verstehen: Ein gewisses laissez faire wird nicht mehr geduldet. Voller Einsatz ist gefragt. Das Auftreten während der WM in Russland wird ewig als Negativ-Beispiel dienen. Die Regeln sollen eine Art Hilfestellung sein, um die professionelle Einstellung und Motivation zu fördern. Gleichzeitig bleibt sich Löw treu. Schärfere Maßnahmen wie Straftraining mit Liegestützen wird es bei ihm nicht niemals geben. Den strengen Disziplinfanatiker würde ihm sowieso keiner abnehmen.

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