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Ausschreitungen bei Rostock gegen Dresden: Innenminister wollen gegen Fußball-Krawalle vorgehen

55 Festnahmen und sechs Verletzte - so die Bilanz der Partie zwischen Rostock und Dresden, bei der es zu schweren Krawallen gekommen ist. Nun will sich die Politik mit den Ausschreitungen befassen.

Pyrotechnik im Gästeblock: Das Spiel musste für zwölf Minuten unterbrochen werden

Pyrotechnik im Gästeblock: Das Spiel musste für zwölf Minuten unterbrochen werden

Steinwürfe, Feuer, zerstochene Reifen: Erneut ist es am Rande der Partie zwischen Hansa Rostock und Dynamo Dresden zu Ausschreitungen gekommen. Nun sollen die Krawalle ein politisches Nachspiel haben. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier kündigte an, bei der nächsten Innenministerkonferenz mit seinen Länderkollegen besprechen zu wollen, "wie wir konsequent gegen die Rädelsführer der Ausschreitungen vorgehen können". Nicht nur die Zahl der Angriffe auf Polizisten, sondern auch die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit Fußballspielen nehme insgesamt zu.

Bei den Ausschreitungen am Samstagabend wurden nach Angaben der Polizei sechs Beamte verletzt. Demnach bewarfen "mehrere Hundert Personen, die dem Fanspektrum des Vereins Hansa Rostock zuzurechnen sind" Polizisten und Gebäude mit Steinen. An einer Polizeiwache wurden dadurch mehrere Fensterscheiben beschädigt. Mehrere Mülltonnen und Sperrmüllhaufen seien angezündet, an sieben Fahrzeugen von Dresdner Fans Reifen zerstochen worden.

Direkte Konfrontation noch verhindert

Insgesamt setzte die Polizei nach eigenen Angaben 55 randalierende Fans vorläufig fest und nahm Ermittlungen unter anderem wegen Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz auf.

Ein direktes Aufeinandertreffen von Fans beider Vereine wurde laut Mitteilung der Polizeiinspektion Rostock verhindert. Insgesamt waren demnach 1700 Polizeibeamte verschiedener Bundesländer sowie der Bundespolizei an dem Einsatz beteiligt. Schon während des Spiels war es zu Ausschreitungen gekommen. Die Partie musste für zwölf Minuten unterbrochen werden, nachdem Dynamo-Anhänger im Gästeblock Pyrotechnik gezündet hatten. Dresden gewann das Spiel mit 3:1 (1:0)

Lorenz Caffier sagte, er erwarte sich von der Hansa-Clubführung und Fanvertretern, dass sie sich "ganz klar von diesen Aktionen distanzieren und gemeinsam mit der Polizei die Ereignisse prüfen, analysieren und auch entsprechende Sanktionen für die kommenden Spiele prüfen". Hansa könne sich keinen weiteren Image-Schaden leisten.

car/DPA / DPA

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