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Aufruf zur Gewalt? Marcel Reif empfiehlt Kabinen-Keile für Gladbachs Embolo und erntet Kritik

Kombo: Marcel Reif und Breel Embolo
Sportreporter-Veteran Marcel Reif (li.) hat Kabine-Keile für Gladbachs Stürmer Breel Embolo empfohlen. Längst nicht jeder fand das witzig.
© Uli Deck / Christian Verheyen, Borussia Mönchengladbach / DPA
Zuletzt hatte Marcel Reif im Sport-1-"Doppelpass" mit einer Aussage über "Jungtürken" eine Debatte ausgelöst. Nun regte er an, dass sich die Teamkollegen Gladbachs Embolo mal vorknöpfen sollten. Harmlos oder Aufruf zur Gewalt?

Sportreporter-Legende Marcel Reif hat erneut mit öffentlichen Aussagen für Wirbel gesorgt. Angesprochen auf den Corona-Verstoß des Gladbacher Stürmers Breel Embolo hatte Reif, 71, "so 'ne kleine Abreibung" angeregt. Reif äußerte sich im Online-Format "Bild live".

Reif sagte einiges dazu: "Wissen Sie, was mir gefallen würde? Wenn die in der Kabine in Gladbach, und ich könnte mir gut vorstellen, dass das so ist, also zu meiner Zeit, als ich ein bisschen gekickt habe, war das noch so, es gab so eine gewisse innere Hygiene, um es mal sehr vorsichtig und sehr freundlich auszudrücken, in der Kabine. Nach dem Motto: Trainer, könnten Sie mal kurz rausgehen? Wir brauchen mal fünf Minuten. Und dann macht man ein bisschen die Musik laut und dann wurde demjenigen mitgeteilt, mit relativ klaren, auch nonverbalen Mitteln, was geht und was nicht geht. Das könnte ich mir gut vorstellen."

Marcel Reif: "Wer es verstehen will ..."

In den sozialen Netzwerken wurde er dafür kritisiert. Ihm wurde Aufruf zu Gewalt vorgeworfen. Andere Nutzer meinten, man solle die Aussagen nicht überbewerten. Auf Anfrage sagte Reif, er wolle sich nicht weiter äußern, "was immer im Netz" geschrieben werde. "Das geht dann doch unter ein gewisses Niveau. Wer es verstehen will, der versteht es. Aber ich kann auch nicht auf jedes Nicht-Verstehen-Wollen eingehen", sagte er am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Der "Bild" hatte er zuvor noch gesagt: "Ich bin kein großer Gewaltanhänger und kein Gewalttäter, aber so 'ne kleine Abreibung, draußen liegt Schnee, so mal richtig einseifen und sagen: Hallo? Hallo wach, wie wär's? Nicht verkehrt."

Breel Embolo: Kollegen gehen "hart ins Gericht"

Möglicherweise griff Reif auf seine Art auch nur Äußerungen und Andeutungen aus dem Mannschaftskreis der Fohlen auf. Christoph Kramer gab vor TV-Kameras zu, dass da schon "Fragen offen bleiben". Deutlich wurde Gladbach-Goalie Yann Sommer nach dem 1:0 gegen Werder Bremen vor einer Woche. "Wir werden als Mannschaft schon auch hart ins Gericht gehen und das deutlich ansprechen", so der Schweizer Vize-Teamcaptain der Gladbacher über seinen Teamkollegen im Club und in der Nationalelf. Embolo habe einen Fehler gemacht, er werde daraus lernen und die Mannschaft "mit ihm nach vorne gehen", so Sommer. 

Der 23 Jahre alte Embolo war nach dem 2:2 beim VfB Stuttgart am 16. Spieltag in der Nacht nach Essen gefahren, um dort nach eigener Aussage Basketball zu schauen. Die Polizei Essen geht aber davon aus, dass Embolo an einer illegalen Party teilnahm und von dort über ein Dach in eine angrenzende Wohnung floh, nachdem die Polizeibeamten zur Party gerufen worden waren. Embolo bestreitet dies. Die Polizei hatte ihn in besagter Wohnung angetroffen und die Personalien aufgenommen. Gladbachs Trainer Marco Rose hatte den Ausflug als "völlig sinnfrei" bezeichnet, Embolos Darstellung aber Glauben geschenkt. Wegen des Verstoßes gegen die Coronabestimmungen belegte der Bundesligist seinen Spieler am Dienstag mit einer nicht näher bezifferten "hohen Geldstrafe".

Auch schon Rassismusvorwürfe gegen Reif

Marcel Reif hatte zuletzt in der Sendung "Doppelpass" des TV-Senders Sport1 in einer Debatte über Spieler von Borussia Dortmund gesagt: "Nach dem Spiel gegen Stuttgart gab's ja die Herren Reus und Hummels, nicht etwa irgendwelche Jungtürken, sondern schon die Herren, um die es geht, die gesagt haben: 'Pass auf, wir sind eine Mannschaft, die kann nicht verteidigen.'" Daraufhin hatte sich eine Debatte um den von Reif verwendeten Begriff "Jungtürken" entwickelt,  der ihm zum Teil als Rassismus ausgelegt wurde. Reif und der Sender hatten das zurückgewiesen.

dho / mit Material von borussia.de DPA

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