VG-Wort Pixel

Bundesliga im stern-Check "Halt's Maul, Arne" – wenn in der Liga gemotzt und gerotzt wird

Gladbach-Manager Max Eberl 
Gladbach-Manager Max Eberl 
© Ina Fassbender / AFP
Bei Borussia Dortmund übernimmt Hummels den Torjäger-Job des verletzten Haaland. Der SC Freiburg mausert sich zum Champions-League-Aspiranten und im Berliner Olympiastadion wird deftig geschimpft. Der stern-Bundesliga-Check.

So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 9. Spieltages, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker.

Aufreger der Spieltages

Geisterspiele, die zum Glück der Vergangenheit angehören, hatten eine spannende Eigenschaft: Man hörte das Geschimpfe auf und neben dem Platz viel besser. Akustisch gab es keine Unterschiede mehr zwischen Bundesliga- und Kreisligaspielen. Jetzt, da die Zuschauer teilweise wieder zurück im Stadion sind, schnappt man nicht mehr so viel auf. Das meiste geht in den Fangesängen oder im Jubel unter. Doch am Samstagabend gab es im Berliner Oylmpiastadion eine Ausnahme. Vielleicht lag es daran, dass corona-bedingt die Arenen nicht komplett ausverkauft sind und der Geräuschpegel insgesamt etwas niedriger ist.

Im Olympiastadion beim Spiel zwischen Hertha BSC Berlin und Borussia Mönchengladbach waren nur 25.000 Zuschauer zugelassen statt der Maximalzahl von knapp 75.000. Auf jeden Fall hörte man in der 50. Minute nach einem Pfiff des Schiedsrichters den Gladbacher Manager Max Eberl herzerfrischend schimpfen. Gladbachs Elvedi hatte den Herthaner Piatek beim Kopfballduell mit dem Ellenbogen getroffen und Eberl schrie, deutlich über die Mikrofone im TV hörbar, in Richtung des Unparteiischen: "Das ist kein Foulspiel. Der springt hoch und köpft". Und dann hatte Eberl noch einen Spruch für Herthas Sportdirektor parat: "Halt's Maul, Arne!", formulierte er frank und frei in hoher Dezibelzahl.

Vermutlich stand Eberl unter Strom, weil er ein zerfahrenes Spiel sah, in dem sein Team mit 0:1 hinten lag. Zusätzlichen Frust schiebt Eberl, weil es für die Mannschaft unter dem neuen Trainer Adi Hütter bislang enttäuschend läuft in der Liga. Es blieb übrigens bei dem Ergebnis. Hertha überholte durch den Sieg Gladbach in der Tabelle und kletterte auf den 10 . Platz, während die Gäste auf den 12. abrutschten.

Verlierer des Spieltages

Am späten Sonntagnachmittag verschickte die Nachrichtenagentur DPA die Eilmeldung: "VfL Wolfsburg trennt sich von Trainer van Bommel." Das kam für die Beteiligten wie für die Beobachter ziemlich überraschend, besonders für den Betroffenen: "Ich bin überrascht und enttäuscht von der Entscheidung, weil ich überzeugt davon bin, dass wir es gemeinsam geschafft hätten, in die Erfolgsspur zurückzukehren", sagte er. Nach neun Spieltagen ist der Niederländer also der Erste, der den Trainerstuhl räumen muss. Dabei hatte alles so gut angefangen. Wolfsburg startete mit vier Siegen in die Saison und übernahm die Tabellenführung. Es folgte ein merkwürdiger Leistungseinbruch mit acht sieglosen Pflichtspielen, in der Liga setzte es sogar vier Pleiten in Folge und Wolfsburg stürzte auf den 9. Rang ab. Der Geschäftsführer Sport, Jörg Schmadtke, und Sportdirektor Marcel Schäfer müssen nicht sehr überzeugt gewesen sein von ihrer Neuverpflichtung, sonst hätten sie sie nicht so schnell geschasst.

Gewinner des Spieltages

Fünf Siege, vier Unentschieden und keine Niederlage – so lautet die blitzsaubere Bilanz des SC Freiburg. Am Samstag gab es zuletzt einen 2:0-Sieg beim VfL Wolfsburg. In der Tabelle bedeutet das den 3. Platz, das würde am Ende der Saison die Champions-League-Qualifikation für die Breisgauer bedeuten. Man stelle sich das nur einmal vor: Der SC Freiburg gegen Real Madrid oder Manchester City. Noch besser wäre ein Sieg gegen Messi und Paris Saint-Germain. Aber logo, das ist noch ein weiter Weg. Das weiß auch Trainer Christian Streich, der sofort den Mahner gab: "Wir müssen uns immer wieder verbessern, demütig bleiben und arbeiten", sagte er und warnte: "Ich lasse mich nicht blenden. Es ist jetzt wunderbar, sowas hatten wir noch nie nach neun Spieltagen. Aber wir wissen, warum es im Moment stabil ist. Und wenn wir ein bisschen davon verlieren, gewinnst du kein Bundesligaspiel mehr."

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Zuletzt gab es nicht so viel gute Nachrichten für den BVB. Erst setzte es die höchste Niederlage der Geschichte in der Champions League, dann verletzte sich Torjäger Erling Haaland und fällt für mehrere Wochen aus – die Stimmung war im Keller bei den Schwarz-Gelben. Wer soll denn jetzt die Tore schießen? Mats Hummels zum Beispiel. Der zimmerte einen Ball aus 18 Metern in die Maschen von Gegner Arminia Bielefeld, der ihm nach einem Eckball durch Zufall vor die Füße gefallen war. Sah schick aus und bedeutete die 2:0-Führung kurz vor der Pause. Zuvor hatte Emre Can einen Strafstoß verwandelt. Jude Bellingham legte nach einem wunderbaren Solo einen Treffer drauf und am Ende gewann der BVB mit 3:1. Also alles gut soweit. In der Tabelle bleiben die Dortmunder den Bayern mit einem Punkt Rückstand auf den Fersen.

Bild des Spieltages

Schiedsrichter Nicolas Winter zeigte Aues Clemens Fandrich die Rote Karte
Am Freitagabend ereignete sich diese Szene im Spiel zwischen Erzgebirge Aue und dem FC Ingolstadt 04 in der 2. Liga. Schiedsrichter Nicolas Winter zeigte Aues Clemens Fandrich die Rote Karte. Der Auer hatte dem Linienrichter offenbar ins Gesicht gespuckt, weil er mit einer Einwurf-Entscheidung nicht einverstanden war, bestritt die Tat aber nach dem Spiel. Die TV-Bilder sprechen allerdings eher dafür. Wir finden, man sollte nur auf den Rasen spucken, so gehört es sich.
© Hendrik Schmidt / DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker