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NATIONALMANNSCHAFT: Lockerer Aufgalopp vor der Abreise

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat die Generalprobe für die Weltmeisterschaft bestanden, den 6:2 Sieg gegen Österreich aber mit einer Verletzung von Sebastian Deisler bezahlt.

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat die Generalprobe für die Weltmeisterschaft bestanden, den 6:2 (3:1)-Sieg im letzten WM-Testspiel gegen Österreich aber mit einer erneuten Knieverletzung von Sebastian Deisler teuer bezahlt.

Abwehrschwache Österreicher

14 Tage vor dem WM-Auftakt in Sapporo gegen Saudi-Arabien glänzte der Lauterer Miroslav Klose vor 21 500 Zuschauern in der Leverkusener BayArena als dreifacher Torschütze. Die übrigen Treffer in einem sehenswerten Spiel, mit dem sich das weiter ersatzgeschwächte Team von Rudi Völler für die Schlappe in Wales rehabilitierte, steuerten der Bremer Marco Bode und der Münchner »Löwe« Daniel Bierofka in seinem zweiten Länderspiel bei. Für die in der Abwehr völlig indisponierten Österreicher trafen Rene Aufhauser und Roman Wallner.

Drei Tage Urlaub

»Wenn man sechs Tore schießt, kann man, was die Offensive betrifft, sehr zufrieden sein«, sagte Rudi Völler, der allerdings an der Abwehrleistung einiges auszusetzen hatte. »Man darf das natürlich alles nicht überbewerten. Ich bin jetzt auch nicht euphorisch, genauso wenig wie ich nach Wales traurig war.« Direkt nach Spielende traten die Nationalspieler einen dreitägigen Heimaturlaub an, ehe sich der Kader trifft, um von Frankfurt aus den Flug ins japanische Trainingsquartier Miyazaki anzutreten.

Pechvogel Deisler

Zum großen Pechvogel der 90 Minuten in der BayArena wurde Deisler. Als der Berliner in der 19. Minute nach einem Zweikampf mit seinem Gegenspieler Rolf Landerl zu Boden sank und sich ans operierte rechte Knie griff, stockte den Fans der Atem. Der 22-Jährige schlug verzweifelt die Hände vors Gesicht, als er auf einer Trage vom Platz gebracht wurde. »Er hat eine Problematik am operierten rechten Knie. Offenbar ist es aber nicht zu schwerwiegend«, äußerte sich Bundestrainer Michael Skibbe zurückhaltend. »Er ist sehr geknickt«, beschrieb Völler den Gemütszustand des Mittelfeldspielers, dessen Knie bei einer Kernspintomographie genauer untersucht werden soll.

Unter den Augen der fast vollständig versammelten nationalen Fußball-Prominenz von Matthias Sammer über Klaus Toppmöller bis Egidius Braun zeigte die deutsche Elf beim letzten Härtetest vor der Reise nach Fernost wesentlich mehr Engagement als vier Tage zuvor in Wales. Allerdings entpuppten sich die harmlosen Österreicher auch als idealer Aufbaugegner für die Völler-Truppe.

Klose mit Hattrick

Zum Matchwinner avancierte Klose, der zum zweiten Mal in diesem Jahr nach dem 7:1 gegen Israel im Februar als dreifacher Torschütze im DFB-Trikot glänzte. »Er hat das, was man braucht, um ein guter Stürmer zu sein. In dieser Verfassung ist es für andere schwierig, ihn zu verdrängen«, urteilte Völler über den Lauterer, der in seinem 12. Länderspiel die Tore 6 bis 8 erzielte. Zu den Gewinnern in einer deutschen Elf, die auch spielerisches Potenzial andeutete, gehörten zudem der zweifache Torschütze Bode und Jens Jeremies, der als Antreiber aufsteigende Form erkennen ließ. Fragezeichen hinterließ die Innenverteidigung, die gegen die schwachen Gäste einige Male böse patzte.

Neben den fünf Champions-League-Verlierern aus Leverkusen, die noch geschont wurden und die Partie von der Tribüne aus verfolgten, musste Völler im letzten Test auch den an der Schulter verletzten Marko Rehmer ersetzen. Seine WM-Teilnahme sei allerdings nicht gefährdet, gab der Berliner Entwarnung.

Ihre besten Szenen in der Offensive hatte die deutsche Mannschaft, wenn schnell über die Flügel gespielt wurde.

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