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Tote auf Baustellen der WM-Stadien Niederländischer Rasenproduzent boykottiert Fußball-WM in Katar

Das Al Janoub Stadium in Katar, 17 Kilometer von Doha entfernt, ist eines der WM-Stadien und hat aktuell einen Rasen
Das Al Janoub Stadium in Katar, 17 Kilometer von Doha entfernt, ist eines der WM-Stadien und verfügt aktuell noch über einen Rasen
© MiS / Picture Alliance
Kein Rasen für Katar: Das niederländische Unternehmen Hendriks Gras wird die Fußball-WM in dem Emirat auf seine Weise boykottieren und kein Grün für die Stadien des Landes liefern – wegen der vielen toten Arbeiter auf den Baustellen.

Wenn Ende 2022 die Fußball-WM im Wüstenstaat Katar stattfinden soll, sollten die Fußballstadien des Landes mit einem bespielbaren Rasen ausgestattet sein bzw. überhaupt Rasen haben. Doch einen guten Rasen zu finden, dürfte für die Organisatoren jetzt etwas schwieriger werden. Der Grund: Der niederländische Rasenproduzent Hendriks Gras wird den grünen Stoff nicht nach Katar liefern. Das berichtet der Deutschlandfunk mit Bezug auf den regionalen Nachrichtensender 1Limburg.

Die Zahl der Toten hat "erschreckt"

Die Entscheidung traf das Unternehmen, nachdem die britische Zeitung "The Guardian" Ende Februar berichtet hatte, dass beim Bau der Stadien in den vergangenen zehn Jahren rund 6.500 Arbeiter ums Leben gekommen seien. "Wir haben gesehen, was da vor sich geht. Wir wussten, dass bei den Arbeiten Menschen ums Leben gekommen sind, aber die Zahl von sechseinhalbtausend hat uns enorm erschreckt". Hendriks hatte auch für das Sommermärchen 2006 in Deutschland und die letzten drei Europameisterschaften den Rasen geliefert.

König und Ministerpräsident dürfen nicht zur WM

Bislang haben weder nationale Fußball-Verbände noch irgendeine Nationalmannschaft ihre Zusage für das Turnier zurückgezogen, das im November und Dezember 2022 auf der arabischen Halbinsel stattfinden soll. Doch je näher die WM rückt, desto größer wird der Druck – auch auf die Politik. In den Niederlanden hat Außenhandelsministerium eine für Ende dieses Monats geplante Reise großer Unternehmen nach Katar kurzfristig abgesagt. Im Februar hatte das Parlament entschieden, dass der König und der Ministerpräsident dem Turnier fernbleiben sollen. Erste Boykottaufrufe gibt es auch in Norwegen. Dort haben sechs Profivereine den nationalen Verband aufgefordert, die WM zu boykottieren. In Deutschland hat jüngst die Fan-Vereinigung "Pro-Fans" zu einem Boykott der WM aufgerufen.

Quelle: "Deutschlandfunk"

tis

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