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Bundesliga im stern-Check: Stöger feiert mit dem BVB fröhliche Weihnacht, in Köln ätzen sie gegen den Ex-Coach

Dortmund hat mit dem zweiten Sieg in Folge unter dem neuen Trainer Peter Stöger die Krise endgültig beendet - und überwintert als Tabellendritter. Da sind dem Coach die Giftpfeile aus Köln völlig wurscht.

BVB Peter Stöger

Hat gut lachen: Peter Stöger hat den BVB vorläufig zurück in die Erfolgsspur gebracht

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Der Aufreger des Tages

Es raunte in Köln. Ein finster drein blickender Armin Veh, seit vergangenem Montag Geschäftsführer Sport beim Tabellenletzten Köln, gab dem TV-Sender "Sky" vor dem Spiel gegen Wolfsburg ein Interview, in dem er sich in dunklen Andeutungen erging. Köln hatte bis dato noch kein Liga-Spiel gewonnen und die halbe Mannschaft ist verletzt - also sprach der Mann mit den ergrauten Haaren: Das Team sei "mental und vor allem körperlich schwer angeschlagen". Für die "großen Defizite" könne Ruthenbeck (der neue Trainer) nichts, ein Anderer habe sie zu verantworten, bemerkte Veh. Mit Blick auf die Bilanz des gerade entlassenen Trainers Peter Stöger sagte Veh: "Wenn man 14 Spiele hat und drei Punkte und 13 Verletzte, dann hat mit Sicherheit etwas nicht gestimmt." Rumms, da hatte Veh einen rausgehauen und in bester Bayern-Manier übel gegen den alten Trainer nachgetreten. Vielleicht wollte Veh mit seinem Sündenbock-Gerede von der katastrophalen Lage seines neuen Arbeitgebers ablenken oder so ähnlich. Sei's drum. Köln feierte tatsächlich im letzten Spiel der Hinrunde gegen Wolfsburg den ersten Saisonsieg. Befragt nach den Äußerungen Vehs hatte Stöger, bekanntermaßen jetzt Trainer in Dortmund, folgenden Kommentar übrig: "Es ist, wie es ist". Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

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Dieses Tor sollten sie (nochmal) sehen

An diesem Spieltag fielen 35 Tore - das ist ziemlich viel. Hannover und Leverkusen brachten es allein auf acht Treffer, gerecht verteilt auf beide Mannschaften. Das schönste aber schoss Christian Pulisic, 19-jähriger Angreifer des BVB, im Spiel gegen Hoffenheim. Nach einem Pass von Shinji Kagawa schnappte sich der US-Boy den Ball, hob ihn volley an Keeper Oliver Baumann vorbei und beförderte ihn ins Tor. Das war technisch anspruchsvoll, zudem war es der Siegtreffer zum 2:1 gegen Hoffenheim. Danach lagen sie sich alle Dortmunder in den Armen, während die Hoffenheimer schimpften wie die Spatzen, weil sie sich eigentlich für die bessere Mannschaft hielten. So ist der Fußball. Es war der zweite Sieg im zweiten Spiel unter Peter Stöger. Damit überwintert Dortmund auf dem dritten Tabellenplatz.

Christian Pulisic Peter Stöger BVB

Edeltechniker: Christian Pulisic (l.) kurz nach seinem Siegtreffer gegen Hoffenheim


Der Verlierer des Tages

Das ist mal wieder der HSV. Da dachte man, die Rothosen befreien sich endlich aus dem Tabelenkeller. Schließlich hatten sie sich eine Weile knapp mit dem Kopf knapp über Wasser gehalten und gezeigt, dass sie Fußball spielen können. Aber der Niederlage gegen Frankfurt im eigenen Stadion folgte jetzt eine Auswärtspleite in Gladbach - und schon steht der HSV wieder auf einem direkten Abstiegsplatz. Wie auch beim Erzrivalen Werder will der ewige Kampf ums Überleben nicht enden. Nur Hannover, ein Aufsteiger, hält die Fahne im Norden hoch.

Der Gewinner des Tages

Kommen wir wieder zum BVB. Der Stöger-Peter ist neuerdings bei den Schwarz-Gelben als Cheftrainer angestellt und siehe da: Es läuft wieder. Manchmal wirken Trainerwechsel ja Wunder. Jetzt hat der unaufgeregte Österreicher in zwei Spielen mit Dortmund doppelt so viele Punkte geholt wie zuvor mit Köln in 14 Partien. Diese Rechnung ist im Moment der Runninggag an den Stammtischen. Die Dortmunder Anhänger klatschen sie dabei feixend auf die Schenkel, während die Kölner das Heulen kriegen. Und was sagt uns das? Eigentlich gar nichts, außer dass der Fußball manchmal ein großes Mysterium ist, abhängig von zwischenmenschlichen Beziehungen, Emotionen, Stimmungen oder Verletzungen etc. Den Dortmundern sind solche Überlegungen ziemlich Wurst, sie haben in letzter Minute ihre Hinrunde gerettet, auch wenn ihnen die Krise noch in den Knien steckt.

Das Bild des Tages

Arturo Vidal nach dem Spiel gegen Stuttgart

Arturo Vidal nach dem Spiel gegen Stuttgart

Ooh Arturo. Trotz winterlicher Temperaturen zeigt uns Vidal gerne, was er hat. Der Chilene mit der Iro-Frisur und den vielen Tätowierungen dominiert mit den Bayern die Liga. Elf Punkte Vorsprung hat der Rekordmeister nach dem Sieg gegen Stuttgart auf den zweitplatzierten Schalke. Und das Schalke ein ernsthafter Konkurrent der Bayern ist, glaubt niemand. Gegen die Schwaben ging Vidal und seinen Mitspielern ein wenig die Puste aus. Am Ende war es Keeper Sven Ulreich, der mit einem parierten Strafstoß den 1:0-Sieg festhielt. Noch dürfen die Spieler aber nicht in die Weihnachtsferien, weil am Mittwoch das Achtelfinale im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund ansteht. Da müssen die Bayern noch einmal alle Kraftreserven mobilisieren. Vidal hat auf jeden Fall genug Power im Tank.

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