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Premier League: Arsenal siegt beim Torfestival gegen Chelsea

In einem verrückten Spiel hat Arsenal London die Stamford Bridge sturmreif geschossen. Robin van Persie traf beim 5:3-Sieg der Gäste gegen den Stadtrivalen Chelsea dreifach. Manchester United gelang mit einem Sieg beim FC Everton Wiedergutmachung.

"Nach neun Spieltagen hat noch kein Team die Meisterschaft gewonnen“, sagte Arsene Wenger auf der vereinseigenen Webseite vor dem Spiel. Dass sein FC Arsenal durchaus noch nicht abzuschreiben ist, zeigte sich beim 5:3-Sieg beim FC Chelsea. In einer spannenden Partie war lange Zeit nicht klar, wer als Sieger vom Platz gehen würde. Robin van Persie sorgte letztlich mit seinen Treffern zum 4:3 (85.) und 5:3 (90.) dafür, dass es das Team von Arsene Wenger war. 

Chelsea legte gut los. Gleich bei der ersten flachen Hereingabe musste Per Mertesacker mit dem langen Bein klären. Wenig später verpasste es Daniel Sturridge von der rechten Seite gezielt zu flanken, denn Fernando Torres hatte in der Mitte auf den Ball gewartet, doch das Spielgerät landete in den Armen von Wojciech Szczesny. Chelsea war das bessere Team, doch Arsenal konterte gefährlich. Nach einem Flankenlauf und einer Hereingabe von Theo Walcott schob Gervinho den Ball aus sechs Metern am Tor vorbei (11.). Wenig später verpasste auch Robin van Persie aus guter Position.

Das Tor fiel dann wenig später für den Favoriten. Juan Mata hatte einen Diagonalball butterweich angenommen und in die Mitte geflankt, wo Frank Lampard - nach Stellungsfehler Mertesacker - ungedeckt zum 1:0 aus sieben Metern einköpfen konnte (14.). Die Gunners konterten danach nicht mehr ganz so frech. Chelseas Angriffsmaschinerie versuchte sich unterdessen am zweiten Tor. Wie geschmiert lief es, als Frank Lampard einen Ball aus dem Mittelfeld per Direktpass in den Lauf von Sturridge weiterleitete, doch der 22-Jährige spitzelte den Ball am langen Eck vorbei (28.).

Arsenal schien nicht mehr die Schnelligkeit in den Angriffen zeigen zu können, so dachte zumindest die Chelsea-Defensive, als sie sich von einer Kombination der Gunners auseinandernehmen ließ. Gervinho wurde von Aaron Ramsey geschickt in Szene gesetzt, legte frei vor Cech noch einmal quer und Robin van Persie schob die Kugel zum 1:1-Ausgleich ein (36.).

Mertesacker patzt gegen Terry
Nachdem zunächst ein Tor wegen Abseits nicht gegeben wurde, machte Chelsea kurz vor der Pause doch noch den 2:1-Führungstreffer. Nach einer Ecke stellte sich Per Mertesacker tollpatschig gegen John Terry an, im Innenverteidigerduell triumphierte der Brite und beförderte den Ball zur Führung in den Kasten (45.). Kaum waren die Teams aus der Pause gekommen, klingelte es erneut. André Santos war mit nach vorne geeilt, wurde perfekt in Szene gesetzt und traf aus sieben Metern per Flachschuss zum 2:2-Ausgleich (48.).

Und Arsenal legte nach: Theo Walcott fiel zunächst vor der Strafraumgrenze. Kein Foul, signalisierte der Schiedsrichter, aber Walcott war auch sofort wieder aufgesprungen, nahm den Ball mit, dribbelte sich in den Sechzehner und schoss ins kurze Eck zur 3:2-Führung für die Gunners ein (55.). Chelsea drückte nun auf den Ausgleich, zeigte sich dabei stark konteranfällig, doch die Gunners nutzten den Platz nicht.

Die Gastgeber taten sich schwer, sich in den Sechzehner der Gunners zu kombinieren. Juan Mata machte das Beste daraus und schoss aus 22 Metern in den linken Winkel zum 3:3 ein (80.).  Als alle mit einem Unentschieden rechneten, spielte Malouda einen schlampigen Rückpass, Terry rutschte aus und so fand sich van Persie frei vor Petr Cech wieder. Der Gunners-Kapitän legte den Ball am Keeper vorbei und schob zum 4:3 für die Gäste ein (85.). Damit nicht genug, van Persie nutzte einen Konter in der Nachspielzeit und schoss aus 15 Metern wuchtig zum 5:3 ein (90.).

Manchester United schlägt Everton
Der englische Rekordmeister Manchester United hat nach der historischen 1:6-Demontage gegen den Stadtrivalen City eine Trotzreaktion gezeigt. Die Red Devils gewannen in der Premier League mit 1:0 (1:0) beim FC Everton. Der Mexikaner Javier Hernandez (19.) erzielte das Tor des Tages in einer Partie, in der für Everton durchaus mehr drin gewesen wäre. Mit 23 Punkten aus zehn Spielen verkürzte Manchester United vorübergehend den Rückstand auf Spitzenreiter Manchester City auf zwei Zähler. Der FC Everton setzte seine Negativserie gegen United fort. Die Toffees gewannen nur eines der vergangenen 13 Spiele gegen Manchester.

Sir Alex Ferguson veränderte sein Team auf fünf Positionen. Rio Ferdinand, Chris Smalling, Anderson, Ashley Young und Nani standen nicht in der ersten Elf. Dafür rückten Phil Jones, Tom Cleverley, Nemanja Vidic, Ji-Sung Park und Javier Hernandez in die Anfangsformation.

Die Partie begann schwungvoll. Auf beiden Seiten gab es bereits früh eine Möglichkeit. Zunächst scheiterte Seamus Coleman an David de Gea, dann konnte auf der anderen Seite Tim Howard den Versuch von Ji-Sung Park stoppen. Das Spiel nahm danach etwas an Tempo ab, allerdings wurden die Zuschauer im Goodison Park unsanft geweckt. Danny Wellbeck schob den Ball auf den Flügel, wo Patrice Evra in aller Ruhe flanken durfte, in der Mitte wartete Javier Hernandez und schob den Ball unbedrängt zum 1:0 für Manchester United in die Maschen (18.).

Everton zu harmlos im Angriff
Everton machte nun Druck.Youngster Jack Rodwell verpasste es, aus 20 Metern für den Ausgleich zu sorgen, sein Schuss strich am linken Pfosten vorbei (36.). Leighton Baines wollte es genauer machen, doch auch er scheiterte. Sein Freistoß aus 18 Metern knallte an die Unterkante der Latte und wurde dann geklärt (40.). Es blieb beim 1:0 für die Gäste zur Pause. Nach dem Wiederanpfiff, war es wieder Jack Rodwell, der den Ausgleich auf dem Fuß hatte, doch sein Schuss von der Strafraumgrenze geriet zu mittig, de Gea konnte parieren (54.).

ManUnited kam zu Konterchancen, doch Danny Wellbeck verpasste eine dieser Möglichkeiten aus spitzem Winkel, Tim Howard hatte rechtzeitig die Fäuste oben (61.). Der Druck von Everton ließ etwas nach, doch die Gäste konnte nur wenig aus der wiedergewonnenen Hoheit im Mittelfeld machen. So geriet das Team von Alex Ferguson gegen Ende noch einmal unter Druck. Everton drückte mit Mann und Maus auf den Ausgleich.

Eine Auswechslung der besonderen Art kostete dann allerdings viel Zeit. Der Assistent an der Seitenlinie konnte nicht weitermachen, musste ersetzt werden. Es blieb beim 1:0 für Manchester United. Ein glücklicher Sieg für Man Utd, die weniger Ballbesitz, weniger Schüsse aufs Tor verzeichnen konnten und letztlich Glück hatten, dass Everton im Abschluss zu harmlos agierte.

sportal.de / sportal

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