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Presseschau zum DFB-Pokalfinale: Bayern, der entzauberte Sieger

Bayern München gewinnt den DFB-Pokal und die Presse ist sich einig: Der Sieg ist verdient, besonders wegen Stürmer Arjen Robben - unschlagbar allerdings ist der Rekordmeister längst nicht mehr.

Was für ein Spiel: Fast 15 Millionen Menschen wollten am Samstag das Endspiel im DFB-Pokal zwischen dem FC Bayern München und Erzrivalen Borussia Dortmund sehen. Der Wettstreit der beiden besten deutschen Fußballteams endete mit dem 17. Pokalgewinn für die Bayern - und einem nicht annerkannten Tor für die Borussia. Entsprechend aufgeheizt war die Stimmung unter den Fans am späten Samstag und auch die Fußballexperten des Landes befassten sich mit der Frage, was passiert wäre, wenn Schiedsrichter Florian Meyer Mats Hummels' Treffer anerkannt hätte. Die Presseschau.

"Zeit Online"

"Arjen Robben, der Borussenjäger" betitelt "Zeit Online"-Autor Paul Hofmann seine Analyse zum Spiel. Für ihn ist klar: Der Niederländer war der Spieler des Abends und konnte sich so erneut als Top-Stürmer beweisen. Ebenfalls gut weg kommen in dem Beitrag Mats Hummels und Bayern-Trainer Pep Guardiola - anders als Joachim Löw, dem - wie Hofmann wohl beobachten konnte - angesichts schwächelnder Nationalspieler "vor lauter Sorge der Rollkragen erschlaffte".

"Süddeutsche.de"

In eine ähnliche Richtung geht der Artikel von Felix Meininghaus, der für "Süddeutsche.de" den Abend in Berlin bewertete. "Arjen Robben bezwingt erneut den BVB" schreibt Meininghaus. Es sei ein "enges und umkämpftes Spiel" gewesen, dem es jedoch an Klasse und Dramatik fehlte - vom versagten Tor der Borussen einmal abgesehen. Doch so ungerecht die Entscheidung des Schiedsrichter gewesen sein mag, der Autor macht deutlich: Am Ende waren es die Bayern, die das bessere Durchhaltevermögen hatten - und die sich dank der Tore durch Robben und Thomas Müller nun verdient feiern lassen dürfen.

"Spiegel Online"

"Spiegel Online" hält einen anderen Bayern für den Gewinner des Abends: Pep Guardiola. Nach dem verpatzten Champions League-Auftritt gegen Real Madrid und dem schwachen Saisonende in der Bundesliga konnte der Trainer endlich wieder einen Erfolg für sich und sein Team verbuchen. "Es stand viel für ihn auf dem Spiel", so das Urteil, "er hat das Risiko gewählt, und am Ende stand er als der Triumphator da." Dadurch seien die Bayern die verdienten Gewinnern des Pokals - auch wenn dabei "extremes Glück" eine bedeutende Rolle gespielt habe.

"Welt.de"

Und auch wenn es die Überschrift nicht vermuten lässt ("Die wohltuenden Entzauberung des FC Bayern") - auch der Fußballexperte von "Welt.de" geht mit einem positiven Fazit aus dem Abend (zumindest für alle Nicht-Bayern-Fans): Lars Wallrodt konstatiert dem Rekordmeister eine gewisse Angreifbarkeit. So wäre die Mannschaft grundsätzlich besiegbar gewesen, wie nicht zuletzt das Hummels-Tor bewies. "Wer weiß?", fragt der Autor und beschreibt mit diesem Gedankenspiel die Stimmung von Millionen Fußballanhängern, "vielleicht wäre das Spiel ganz anders ausgegangen, wenn der Schiedsrichter in der 64. Minute ein Tor für den BVB gegeben hätte".

Die Einschätzung unseres stern.de-Autors Mathias Schneider finden Sie hier.

she/DPA / DPA

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