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Primera Division: Real Madrid gewinnt den "Clasico"

Jose Mourinho hat endgültig das taktische Mittel gegen den FC Barcelona gefunden. Mit dem 2:1-Sieg beim Erzrivalen können die Königlichen den Champagner für den Gewinn der spanischen Meisterschaft kalt stellen.

Real Madrid steht vor dem Gewinn der spanischen Meisterschaft. Im Clasico beim FC Barcelona gewann die Elf von Jose Mourinho hochverdient mit 2:1 (1:0). Die Tore erzielten Sami Khedira (17. Minute) und Cristiano Ronaldo nach einem Zauberpass von Mesut Özil (73.). Alexis Sanchez hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich für Barca erzielt.

Real mit derselben Elf wie gegen Bayern

Während José Mourinho auf die gleiche Elf von Real Madrid vertraute, die in der Champions League mit 1:2 beim FC Bayern München unterlegen war, hatte sein Gegenüber Josep Guardiola im Vergleich zum Spiel beim FC Chelsea einige Überraschungen parat: Für Alexis Sanchez und Cesc Fabregas rückten die beiden Jungstars Thiago und Christian Tello in die Startformation.

Real Madrid erwischte den besseren Start, zeigte kein bedingungsloses Pressing, sondern wartete geduldig an der Mittellinie und attackierte dort den Gegner konsequent. In der vierten Minute musste Barca-Keeper Victor Valdes sich gehörig strecken, um noch an einen abgefälschten Kopfball von Cristiano Ronaldo zu kommen.

Hinten regierte bei Real aber Bruder Leichtsinn. Pepe spielte einen ungenauen Pass auf Sergio Ramos, Dani Alves, der einen klassischen Rechtsaußen spielte, spritzte dazwischen, doch Iker Casillas riskierte Kopf und Kragen und konnte gegen den Brasilianer klären. Barcelona war nun besser in der Partie, aber die Führung erzielte Real.

Khedira stochert zur Führung im Clasico

Nach einer Ecke kam Pepe zum Kopfball, Valdes konnte den Ball nur abklatschen und Carles Puyol musste den Ball eigentlich klären, doch Sami Khedira stocherte dazwischen und den Ball zum 1:0 für die Königlichen ins Tor (17. Minute). 

Mit dem 1:0 im Rücken zog sich Real weit zurück und erwartete Barcas Angriffe. Ein solcher hätte in der 27. Minute beinahe zum Ausgleich geführt, Messi spielte einen Weltklassepass auf Xavi, der ging alleine auf Casillas zu, doch der Keeper konnte gerade noch klären.

In der Folge bot sich das gewohnte Bild: Barcelona hatte beinahe 80 Prozent Ballbesitz, doch im Gegensatz zu den meisten anderen Partien konnte Barca diesmal kaum Chancen kreieren. Real verteidigte die Räume sehr aggressiv und ging wenn nötig hart in die Zweikämpfe.

Özil arbeitet gegen Barca nach vorne und hinten

Oft wird Mesut Özil dafür kritisiert, dass er defensiv zu wenig arbeiten würde, doch in der 44. Minute eroberte er den Ball von Andres Iniesta, ließ Thiago aussteigen und nur der finale Pass an den Elfmeterpunkt konnte von Javier Mascherano mit glänzendem Stellungsspiel verteidigt werden.

In der Halbzeitpause begann es in Camp Nou zu regnen. Sieben Minuten schaute Real im zweiten Durchgang zu, wie sich der FC Barcelona den Ball zuspielte, ohne dabei dem Tor nahe zu kommen, dann spritzte wieder Özil in einen Querpass, bediente Ronaldo, der Casillas umkurvte und den Ball ins Tor schob, aber vermeintlich beim Özil-Pass im Abseits gestanden hatte. Im Gegenzug hatte dann Tello die erste Chance für Barca, doch seine Direktabnahme nach einem Iniesta-Pass ging weit drüber.

Den einzigen Vorwurf, den man Real nach der Pause machen musste, war, dass es zu wenig für die Offensive tat und wenn sich einmal die Gelegenheit zum Konter bot, dieser meist nicht konzentriert genug ausgeführt wurde. Die nächste Chance gehörte den Gastgebern, doch Xavis Schuss strich knapp am Tor vorbei.

Sanchez-Einwechslung bringt Barca den Ausgleich

Das sollte dann auch die letzte Aktion im Spiel für den Barca-Taktgeber gewesen sein, für ihn kam Alexis Sanchez in die Partie und dieser Wechsel sollte sich sofort rentieren. Tellos Schuss parierte Casillas glänzend, gegen den ersten Schuss von Sanchez auch noch, aber gegen das Nachsetzen des Chilenen war der spanische Nationalkeeper dann chancenlos (70.).

Der Clasico war wieder offen - für genau drei Minuten. Nach einem Ballgewinn konterte Real blitzschnell. Özil fand mit einem glänzenden Steilpass Ronaldo, der mit seinem 42. Saisontor das 2:1 erzielte (73.). Wenig später blieb Ronaldo nach einem Zweikampf mit Alves sich krümmend am Boden liegen, doch der Schiedsrichter ließ zurecht die Rote Karte stecken - zu viel Schauspielerei, zu wenig Tätlichkeit.

Auch in der Folge fiel Barcelona relativ wenig ein, um das Spiel noch zu drehen, aber es blieb auch dabei, dass Real schludrig mit seinen Konterchancen umging. In der 83. Minute hatte Karim Benzema zwei Anspielstationen am gegnerischen Strafraum, die völlig frei standen, doch der Franzose entschloss sich für einen harmlosen Schuss genau in die Arme von Valdes.

Real vor der spanischen Meisterschaft

Der FC Barcelona muss mit der 1:2-Niederlage diese Saison Real Madrid die spanische Meisterschaft überlassen. Im direkten Duell scheiterten die Katalanen auch an der mangelnde taktischen Flexibilität ihres Spiels und auch ihres Trainers.

Gegenüber Jose Mourinho hat hingegen endgültig das Mittel zum Sieg gegen Barca gefunden und man darf gespannt sein, wie Real in der Champions League gegen den FC Bayern München auftreten wird. Der Sieg im Clasico wird den Königlichen noch einmal zusätzlich Rückwind für das Halbfinale geben.

Henning Schulz

sportal.de / sportal

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