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Razgrad in Champions League: Verteidiger wird als Torwart zum Elfmeter-Helden

Ludogorets Razgrad aus Bulgarien nimmt erstmals an der Champions League teil, weil Verteidiger Cosmin Moti zwei Elfmeter hielt. Red-Bull-Club Salzburg kassierte in Malmö eine herbe Klatsche.

Außenseiter Ludogorets Razgrad feiert ein Fußball-Wunder, der FC Salzburg versinkt erneut im Tal der Tränen. Die Rückspiele der Champions-League-Qualifikation haben für gleich mehrere Überraschungen gesorgt. Während das bulgarische Team in einem kuriosen Elfmeterschießen erstmals die Gruppenphase der Königsklasse erreichte, schied Salzburg zum siebten Mal aus. Der FC Arsenal setzte sich mit 1:0 nach Hin- und Rückspiel gegen Besiktas Istanbul denkbar knapp durch.

Kurioser ging es in Bulgarien zu: Razgrad erreichte die Endrunde, weil ein Verteidiger im Elfmeterschießen ins Tor musste, den ersten Strafstoß selbst verwandelte und dann zwei Elfmeter des Gegners parierte.

Im Playoff-Spiel gegen den rumänischen Vertreter Steaua Bukarest rettete sich der Club nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel erst durch ein Last-Minute-Tor von Wanderson in die Verlängerung. Als Torwart Wladislaw Stojanow eine Minute vor Schluss der Verlängerung beim Stand von 1:1 wegen einer Notbremse die Rote Karte sah, hatte Ludogorets schon dreimal ausgewechselt.

Also musste Abwehrspieler Cosmin Moti zwischen die Pfosten. Im Elfmeterschießen krönte sich der rumänische (!) Profi, der früher für Steauas Rivalen Dinamo Bukarest spielte, dann zum Helden von Sofia. Im Trikot des Ersatztorwarts trat Moti zum ersten Elfmeter für sein Team an - und traf. Dann wehrte er die Schüsse von Paul Pirvulescu und Cornel Rapa ab - die Bulgaren setzten sich mit 6:5 (1:0,1:0,0:0) durch, stehen erstmals in der Königsklasse und dürfen sich nun über mindestens drei Auftritte in Europas Beletage freuen - und garantierten 8,6 Millionen Euro Antrittsgeld.

Red Bull muss wieder zuschauen

Für den FC Salzburg zerplatzten indes zum siebten Mal nacheinander die Hoffnungen auf eine Teilnahme. Der österreichische Meister scheiterte nach dem 2:1-Hinspielsieg durch eine 0:3 (0:2)-Klatsche bei Malmö FF. Der Ex-Bremer Markus Rosenberg (11./Foulelfmeter/84.) und Magnus Eriksson (19.) besiegelten das Aus der Salzburger, die seit der Übernahme durch Red Bull im Jahr 2005 noch nie den Sprung in die Champions League geschafft haben.

Mesut Özil, Per Mertesacker und Lukas Podolski spielen mit dem FC Arsenal auch in dieser Saison in der Champions League. Die drei Weltmeister buchten mit den Londonern zum siebten Mal in Serie über die Playoffs den Platz in der Königsklasse. Nach dem torlosen Hinspiel entschied ein Treffer von Neuzugang Alexis Sanchez kurz vor der Pause die Partie. Özil und Mertesacker standen in der Arsenal-Startelf, Podolski blieb dagegen 90 Minuten auf der Bank.

Schalke rutscht in Topf 2, Leverkusen in Topf 3

Durch das Weiterkommen der "Gunners" rutscht der FC Schalke 04 bei der Auslosung an diesem Donnerstag (17.45 Uhr) in Lostopf 2. Bayer Leverkusen, das sich in den Playoffs mit 4:0 souverän gegen den FC Kopenhagen durchsetzte, wird nun aus Topf 3 gezogen.

Außerdem setzten sich am Mittwochabend Athletic Bilbao 3:1 gegen Neapel durch. Bereits am Vortag hatten Zyperns Champion Apoel Nikosia, Bate Borissow aus Weißrussland, NK Maribor aus Slowenien, der FC Porto und Zenit St. Petersburg die Gruppenphase erreicht. Durch das Weiterkommen von Porto rutschte Borussia Dortmund in Lostopf 2 ab und muss sich damit erneut auf einen schweren Gegner aus Topf 1 einstellen.

nck/DPA / DPA

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