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Reaktionen zu Klinsmann: "Ach du Scheiße"

Die Nachricht, dass Jürgen Klinsmann in der kommenden Saison Trainer beim FC Bayern München, hat bei Fußball-Experten überwiegend positive Reaktionen hervorgerufen. Am heftigsten reagierte aber jemand, den man eher selten auf dem Platz sieht.

"Nee, das habe ich noch nicht gewusst. Ach du Scheiße", sagt Jürgen Klinsmanns Mutter Martha, als ein Stuttgarter Radiosender ihr in ihrer Bäckerei die Nachricht vom Engagement ihre Sohnes beim FC Bayern München überbringt. Doch die übrigen Reaktionen darauf, dass Ex-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann in der kommenden Saison Trainer beim FC Bayern München wird, schwanken meist zwischen Begeisterung und Gleichgültigkeit.

Klaus Allofs

"Für mich ist das keine ganz große Überraschung. Das ist die erwartet große Lösung. Ich hoffe nur, dass er kein Meisterteam übernehmen wird. Ansonsten ist es für uns von keiner großen Bedeutung. Ich befürchte jetzt aber keine große Abwanderung von Nationalspielern in Richtung München."

Franz Beckenbauer

"Ich freue mich auf die Zeit mit Jürgen Klinsmann. Ich finde die Entscheidung nicht mutig, sondern klug und durchdacht. Jürgen Klinsmann hatte mit seinen neuen Methoden bei der Nationalmannschaft Erfolg. Und ich bin sicher, er wird auch beim FC Bayern Erfolg haben."

Günther Beckstein

"Die Entscheidung des ehemaligen Nationaltrainers Jürgen Klinsmann, als Trainer zum FC Bayern zu kommen, zeigt die hohe Attraktivität dieser europäischen Spitzenmannschaft und zugleich die hohe Lebensqualität im Freistaat Bayern. Hier lebt und arbeitet man einfach gerne. Ich wünsche dem FC Bayern und seinem künftigen Trainer Jürgen Klinsmann alles Gute und viel Erfolg bei internationalen Fußballwettbewerben und natürlich auch in der Bundesliga."

Dietmar Beiersdorfer

"Wir wünschen Jürgen Klinsmann alles Gute für die neue Aufgabe. Ansonsten konzentrieren wir uns auf die Themen des HSV."

Christoph Daum

"Auf der einen Seite freut es mich sehr für den FC Bayern und Jürgen Klinsmann, auf der anderen Seite wundert es mich, dass Uli Hoeneß mit (Klinsmann-Anwalt) André Gross über einen Vertrag verhandelt, mit dem er sich nie mehr an einen Tisch setzen wollte und dass Klinsmann seinen Wohnsitz nach Deutschland verlegt. Für den deutschen Fußball ist es gut, wenn ein deutscher Spitzentrainer wieder in Deutland arbeitet."

Thomas Doll

"Ich habe nicht damit gerechnet, dass es so schnell geht. Aber der FC Bayern wollte offenbar schnell Ruhe und Klarheit haben. Klinsmann hat bewiesen, dass er großem Druck standhalten kann. Er ist immun gegen Kritik."

Torsten Frings

"Das interessiert mich nicht. Das interessiert mich wirklich nicht."

Mario Gomez

"Es ist schön, wenn eine Persönlichkeit wie Jürgen Klinsmann nach Deutschland zurückkehrt. Das steigert die Attraktivität der Liga."

Dieter Hecking

"Ich denke, dass sich die Bayern und Jürgen Klinsmann die Entscheidung gut überlegt haben. Wenn man sieht, was Klinsmann aus der deutschen Nationalmannschaft gemacht hat, ist das für den FC Bayern eine sehr gute Entscheidung."

Thomas Helmer

"Mich überrascht zumindest, dass es so schnell gegangen ist. Das ist die Überraschung dabei. Ich habe immer jemanden favorisiert, der noch relativ unverbraucht ist. Und ich glaube, das ist Jürgen. Jemand, der mal neue Wege beschritten hat. Jemand der auch die Fußball-Nationalmannschaft verkörpert. Von daher bin ich sehr gespannt. (...) Ich glaube auf jeden Fall, dass das gutgehen kann. Die Frage ist nur, wie er sich mit den Verantwortlichen verträgt. Das ist die spannende Frage. Erst mal wird das bestimmt klappen. Dann muss man mal sehen."

Ottmar Hitzfeld

"Glückwunsch an Bayern München. Das ist eine erstklassige Lösung. Jürgen Klinsmann ist ein hervorragender Trainer, ein großer Motivator, der eine gute WM mit der Nationalmannschaft gespielt hat. Außerdem spricht er Englisch, Französisch und Italienisch und kann sich deswegen gut mit den Spielern unterhalten."

Christian Hochstätter

"Damit habe ich nicht gerechnet, aber es freut mich, dass Jürgen wieder da ist. Es tut der Bundesliga gut, wenn so ein Mann zurückkommt."

Oliver Kahn

"Mich tangiert das nicht mehr. Ich beschäftige mich nicht mit dem Thema. Als Kapitän konzentriere ich meine Energie auf das Hier und Jetzt. Wer hier in der nächsten Saison trainiert, spielt für mich keine Rolle mehr. Ich habe schon vor eineinhalb Jahren gesagt, dass ich aufhöre. Natürlich wünsche ich Jürgen Klinsmann viel Glück."

Udo Lattek

"Ich bin total von den Socken, weil ich mit allen Eventualitäten gerechnet habe, aber nicht mit der Option Klinsmann. (...) Bayern München hat schon die Tapferkeitsmedaille dafür verdient, Klinsmann zu verpflichten. Ich drücke ihnen nur alle Daumen, dass das gutgeht, weil Klinsmann ja noch keine Erfahrung in Bezug auf Training einer Mannschaft hat."

Joachim Löw

"Er ist eine absolute Bereicherung für den deutschen Fußball. Insgesamt ist es ein spannendes Projekt, dass ein ehemaliger Bundestrainer, der viel bewegt hat, einen deutschen Spitzenclub trainiert."

Lothar Matthäus

"Ich gratuliere dem FC Bayern zu dieser Entscheidung. Es ist gut, dass sie sich schnell entschieden haben. So kann es keine weiteren Spekulationen um die Hitzfeld-Nachfolge geben. Allerdings bin ich gespannt, wer für den Teamchef Klinsmann die Trainingsarbeit machen wird."

Angela Merkel

"Die Kanzlerin freut sich wie Millionen Fußballfans in Deutschland, dass Jürgen Klinsmann jetzt zurückkommt nach Deutschland und dort seine Kunst zur Geltung bringt", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm.

Allerdings gebe es einen Unterschied zu seiner vorherigen Aufgabe auf Bundesebene: Während der Nationalmannschaft alle Fußballfans in Deutschland die Daumen hätten drücken können, komme dies beim FC Bayern wohl nur für dessen Anhänger infrage. Insofern könnten die wichtigsten Konkurrenten von Klinsmanns neuer Mannschaft vielleicht eine gewisse Befürchtung haben, dass Klinsmann "seine Kunst mit allzu durchschlagendem Erfolg entfalten könnte", gab Wilhelm zu bedenken.

Thomas Schaaf

"Jürgen hat bei der WM Erfolg gehabt, und Bayern möchte sicher, dass er diese Arbeit dort fortsetzt. Ob das gutgeht? Diese Gedanken muss ich mir nicht machen."

Winfried Schäfer

"Ob es die richtige Wahl ist, wird man immer erst nach der Saison sehen. Aber es wird eine interessante Saison. Wichtig ist natürlich auch für Klinsmann, welchen Co-Trainer er mitnimmt. Er hat ja bei der WM den Löw gehabt. Mal sehen, was er jetzt macht. Er braucht einen, der arbeitet, der die Liga kennt, der die Arbeit auf dem Platz macht. Er ist ja mehr so der Mann, der dann die Kabine belebt."

Theo Zwanziger

"Es ist eine tolle Sache, dass der Ex-Nationaltrainer wieder nach Deutschland zurückkehrt. Er hat viel für den deutschen Fußball geleistet und wird sicherlich auch beim FC Bayern einiges bewegen."

DPA / DPA

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