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Remis gegen den HSV: Bayer kann weiter nicht siegen

Bayer Leverkusen hat beim HSV auch unter dem neuen Trainergespann nur ein Unentschieden erreicht. Für die abstiegsgefährdeten Hamburger ist der Punktgewinn ebenfalls zu wenig. Auf Schalke führte Raul sein Team zum Sieg gegen Hannover.

Zum Einstand seines neuen Trainerduos Sami Hyypiä/Sascha Lewandowski sorgten im Spiel eins nach der Ära des entlassenen Trainers Robin Dutt gleich zwei Personalien für Aufsehen. Hyypiä ermöglichte Michael Ballack den ersten Einsatz seit dem 22. Januar, auf der Bank saß erstmals nach neunmonatiger Verletzungspause Keeper Rene Adler, der in der kommenden Saison für den HSV spielen soll. HSV-Schlussmann Jaroslav Drobny ließ sich von der Anwesenheit seines vermeintlichen Nachfolgers nicht nervös machen und hielt trotz eines Spezialverbands am linken Daumen (Bänderanriss) überragend. Erst am Samstag hatte sich sein Einsatz geklärt.

Beiden Teams war von Beginn an die große Bedeutung dieser Partie anzumerken. Geprägt von vielen Missverständnissen, Abspiel- und Denkfehlern, blieb das Spiel im ersten Durchgang lange unspektakulär. Bei Bayer war Ballack im Mittelfeld neben Kapitän und Jubilar Simon Rolfes (200. Bundesliga-Spiel) um Ordnung bemüht. Der HSV brauchte unterdessen eine knappe Viertelstunde, um sich freizuspielen und ein Übergewicht in puncto Ballbesitz und Torchancen zu erarbeiten.

Handelfmeter für den HSV

Nach zunächst zaghaften HSV-Annäherungsversuchen von Marcell Jansen (18.), Marcus Berg (28.), Michael Mancienne (35.) und Jeffrey Bruma (38.) sprang Bayer-Verteidiger Gonzalo Castro der Ball bei einer Jansen-Flanke an den Arm - Petric verwandelte den fälligen Elfmeter zum verdienten 1:0 (40.). In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs scheiterte Leverkusens Tscheche Michal Kadlec mit der besten Gelegenheit seines Team freistehend an seinem starken Landsmann Drobny.

Und Drobny konnte sich auch unmittelbar nach der Pause auszeichnen, als er einen Flachschuss des überzeugenden Rolfes (46.) abwehrte. Neun Minuten später war allerdings auch er machtlos. Einen Kopfball von Stefan Kießling konnte der Hamburger Robert Tesche zunächst noch auf der Linie klären - Schürrle köpfte den Abpraller unbedrängt zum 1:1 (55.) ein. Die Partie blieb zerfahren, der eher unauffällige Ballack musste in der 65. Minute raus.

HSV verpasst dritten Heimsieg

Die Hanseaten benötigten eine ganze Zeit, sich von dem Schock des Ausgleichs zu erholen. Erst in den letzten 20 Minuten drängten die Norddeutschen wieder mit aller Macht auf den dritten Heimsieg. Nationalspieler Dennis Aogo, der nach seiner fünften Gelben Karte am Mittwoch bei 1899 Hoffenheim fehlen wird, scheiterte mit einem Freistoß an Bayer-Keeper Bern Leno (73.), Petric schoss knapp übers Tor (81.).

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Raul Hannover abschoss.

Der FC Schalke 04 hat das Duell der Enttäuschten gegen Hannover 96 eindrucksvoll gewonnen: Nur drei Tage nach dem jeweiligen Viertelfinal-Aus in der Europa League setzte sich der Revierverein am Ostersonntag mit 3:0 (1:0) gegen die Niedersachsen durch und festigte Platz drei in der Fußball-Bundesliga. Vor 61 673 Zuschauern trafen der überragende Spanier Raúl mit einem Doppelpack (6./47. Minute) und Klaas-Jan Huntelaar (63.) für Schalke, das nach dem zehnten Heimspiel in Folge ohne Niederlage bereits fünf Punkte Vorsprung auf Verfolger Borussia Mönchengladbach und damit die Eintrittskarte zur Champions League fast sicher hat.

Nach den kräftezehrenden Einsätzen im Europacup, als Schalke am Donnerstagabend gegen Athletic Bilbao ausschied und Hannover gegen Atlético Madrid verlor, rotierten beide Trainer ihre Aufstellungen ordentlich durcheinander. Hannovers Coach Mirko Slomka nahm vier Veränderungen in der Startelf vor. Huub Stevens brachte sechs neue Spieler, nicht zuletzt, weil Joel Matip (5. Gelbe Karte) und Jermaine Jones (10. Gelbe Karte) gesperrt waren und Christian Fuchs wegen einer Grippe fehlte.

Raul trifft früh

Die kurze Regeneration steckten die Schalker deutlich besser weg und agierten von Beginn an druckvoll. Raúl sorgte schon früh mit einem Kopfballtreffer dafür, dass auch das 46. Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften nicht torlos blieb. Julian Draxler (18.) und Jefferson Farfan hatten das 2:0 auf dem Fuß: Doch Draxlers Schuss wehrte 96-Torwart Ron-Robert Zieler mit einer guten Parade ab - Farfan traf mit dem Nachschuss nur das Lattenkreuz.

Hannover brauchte lange, um etwas Struktur ins eigene Spiel zu bringen. Die einzige nennenswerte Möglichkeit in der ersten Hälfte vergab Didier Ya Konan (28.), dessen Kopfball nach einem Freistoß von Christian Pander knapp neben den Pfosten landete. Für die zweite Halbzeit hatten sich die Gäste wesentlich mehr vorgenommen, wurden aber eiskalt erwischt: Nur eine Minute nach Wiederanpfiff traf erneut Raúl mit einem Tor des Monats - zuerst ließ er im Strafraum Christian Schulz stehen und umspielte dann noch elegant Zieler.

Hannover spielt harmlos und ideenlos

Die Gäste, die nach den Punktgewinnen der Konkurrenten am Samstag vom fünften auf den siebten Tabellenplatz abgerutscht sind, agierten auch in der Folgezeit harmlos und ideenlos. Dafür erspielten sich die Schalker weitere Möglichkeiten. Einen Distanzschuss von Farfan (61.) und den anschließenden Fallrückzieher von Raúl konnte 96-Keeper Zieler noch parieren, aber beim 24. Saisontor von Huntelaar war er zwei Minuten später chancenlos.

tis/DPA / DPA

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