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Schalke 04: Bei den "Königsblauen" hängt der Haussegen schief

Sechs Saison-Spiele und der FC Schalke 04 hat sich von allen Titelträumen verabschiedet. Nach dem erneut enttäuschenden Auftritt gegen Nürnberg gingen Manager Rudi Assauer und Trainer Ralf Rangnick gemeinsam auf ihre Stars los.

"So schlechten Fußball haben wir lange nicht gespielt, nicht in den letzten Jahren", polterte Assauer und kündigte wie Rangnick Krisengespräche mit der Mannschaft an.

Kritik am Trainer nicht erlaubt

"Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir keine Alibis mehr akzeptieren können", sagte Rangnick nach dem vierten Remis in Serie. «Ich muss von den Spielern mehr verlangen können, als sie heute gezeigt haben.» Einmütig schob das Duo die Schuld für acht Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München allein den Schalke-04-Profis zu und nahm sich damit auch gegenseitig aus der Kritik. "Der Trainer ist nicht unter Druck, wir kennen seine Qualitäten", sagte der Manager.

Nach den mittlerweile dementierten Gerüchten um Assauers Alkoholkonsum und dem publik gewordenen Gerangel um die Macht in der Vereinsführung rückt nun wieder die sportliche Schieflage in den Blickpunkt. Die Hoffnungen, ein gewichtiges Wort bei der Vergabe des Meistertitels mitreden zu können, sind bei den zwar noch unbesiegten aber selbst seit mehr als einem Monat sieglosen Schalkern längst verflogen. "Die Bayern sind im Moment nicht das Thema", sagte Rangnick, und Torwart Frank Rost pflichtete ihm bei: "Wer auf die Tabelle guckt, dürfte sehen, dass sich das erübrigt hat und wir andere Probleme haben."

Mogelpackung beim Spiel?

Erstaunt zeigte sich Rost über die offenbar erstmals richtig lauten Worte Rangnicks. "Er ist sonst sehr ruhig und sehr sachlich, aber das ist halt nicht, was er sich vorstellt", sagte er. Ohne Spielmacher Lincoln und Verteidiger Mladen Krstajic beim Namen zu nennen, hatte Rangnick deutlich gemacht, dass er gerade von seinen vermeintlichen Leistungsträgern enttäuscht ist. "Man muss sich fragen, ob manche ihr Double geschickt haben. Die Spieler, die uns letztes Jahr getragen haben, bringen keine Leistung", sagte der Chefcoach.

Indirekt gestand der Trainer aber auch einen eigenen Fehler ein: "Am Samstag gegen Hannover 96 werden wir mit zwei Spitzen spielen." Gegen Nürnberg hatte er zunächst nur Kevin Kuranyi im Angriff aufgeboten, erst als dem Nationalspieler in der zweiten Halbzeit Sören Larsen zur Seite gestellt wurde, besserte sich das Schalker Spiel. Larsens drittes Joker-Tor rettete nach Nürnbergs Führung durch Stefan Kießling immerhin noch einen Punkt.

Einmal süßsauer

Mit süßsaurer Miene lauschte Nürnbergs Trainer Wolfgang Wolf den Äußerungen Rangnicks. "Diese Probleme hätte ich gerne", sagte der weiter auf den ersten Saisonsieg wartende "Club"-Coach. Wieder hatte es seine Mannschaft verpasst, trotz guter Leistung einen vermeintlich stärkeren Gegner in die Knie zu zwingen. Mit drei Punkten verharren die Franken weiter auf einem Abstiegsplatz und müssen am Samstag zum Schlusslicht MSV Duisburg reisen. "Wir steigern uns von Spiel zu Spiel. Es ist eine Frage der Zeit, bis wir den ersten Dreier holen", sagte Wolf.

Arne Richter/DPA / DPA

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