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Fußball-Bundesliga: Huntelaar schießt den HSV ab

Schalke darf weiter von der Champions League träumen: Die Königsblauen schossen einen schwachen HSV mit 4:1 ab und festigten den vierten Tabellenplatz. Frankfurt bleibt auf Europa-League-Kurs.

Schalke 04 hat auf dem Weg zurück in die Champions League einen wichtigen Sieg gefeiert. Mit 4:1 gewann das Team von Trainer Jens Keller im eigenen Stadion gegen einen schwachen HSV. Klaas-Jan Huntelaar erzielte dabei drei der vier Schalker Tore und bereitete eines vor. Zuvor war Eintracht Frankfurt trotz einer Nullnummer gegen Mainz auf den fünften Platz geklettert und bleibt damit auf Europa-League-Kurs.

Nach sechswöchiger Verletzungspause feierte Klaas-Jan Huntelaar ein furioses Comeback in der Liga. Mit seinen Saisontreffern acht, neun und zehn hielt der niederländische Angreifer Schalke auf Champions-League-Kurs. Vor 61.673 Zuschauern hatte HSV-Profi Marcell Jansen (5.) die Gäste in Führung gebracht - der Brasilianer Michel Bastos (21.) markierte nach einer Huntelaar-Vorlage das 1:1 (21.). Schalke nutzte damit die Ergebnis-Vorlagen der schwächelnden Konkurrenz, zementierte den vierten Tabellenplatz mit 49 Zählern und baute seinen Vorsprung auf den Fünften Eintracht Frankfurt auf drei Punkte aus.

Schalke feiert Huntelaar

Nach dem enttäuschenden 0:1 vor acht Tagen in Frankfurt hatte Schalkes Sportdirektor Horst Heldt trotz der Abwesenheit des weiter verletzten Jefferson Farfan Wiedergutmachung gefordert. Die Gastgeber setzten ihre Hoffnungen vor allem in die Rückkehr von Torjäger Huntelaar. Der Sturmsolist durfte nach seinem Innenbandanriss im Knie erstmals seit dem Derby-Sieg gegen Borussia Dortmund vor sechs Wochen wieder mitwirken und wurde von den 04-Fans begeistert empfangen. Zudem rutschte bei den Schalkern im defensiven Mittelfeld Jermaine Jones für den gelbgesperrten Marco Höger in die Anfangself.

Heldt hatte sich kaum gesetzt, da wurde sein Team für kollektive Schlafmützigkeit im Defensivverhalten bestraft. Nach einem Eckball des angeschlagenen HSV-Kapitäns Rafael van der Vaart legte Heiko Westermann per Kopf auf - Jansen übersprang den viel zu passiven Roman Neustädter und köpfte mit seinem ersten Saisontor die frühe Führung (5.). Schalkes Anhänger stöhnten: Geht das schon wieder los? Erst einmal in dieser Spielzeit konnte der Revierclub einen Rückstand drehen.

Bastos Teffer leitet den Sieg ein

Zumindest zeigte 04 diesmal die richtige Reaktion. Nach van der Vaarts unnötigem Ballverlust im Mittelfeld legte dessen Landsmann Huntelaar für Leihimport Bastos auf, der den Ball seelenruhig an HSV-Keeper René Adler vorbei zum Ausgleich einschob. Auf einmal lief es bei den Gelsenkirchenern. Dank mehr Dringlichkeit in den eigenen Aktionen wurde die schlecht gestaffelte HSV-Abwehr immer wieder in Verlegenheit gestürzt. Die logische Folge: Nach einem Zusammenspiel mit Julian Draxler besorgte Huntelaar das verdiente 2:1 (21.).

Der "Hunter" war nach seiner langen Zwangspause überraschend frisch - und extrem gefährlich. In der 36. Minute scheiterte er knapp an Adler. Praktisch im Gegenzug streifte ein Westermann-Kopfball nur den Pfosten. Die Hanseaten waren trotzdem mit dem 1:2-Halbzeitstand noch gut bedient. Mit einer Weltklasseparade hatte Adler in der Nachspielzeit des ersten Durchgangs nach einem Jones-Kopfball aus drei Metern das 1:3 verhindert.

Auch nach dem Wechsel präsentierten sich die Schalker engagiert, konzentriert und inspiriert. Der HSV, der sich bei einem Dreier nach zuletzt zwei Siegen in Folge sogar selbst auf den vierten Platz hätte verbessern können, zerfiel wieder einmal in seine Einzelteile. Der FC 04 hatte sichtlich Spaß - Huntelaar machte als bester Mann auf dem Platz alles klar. Bei seiner Auswechslung (86.) wurde er begeistert gefeiert. Die Hamburger stagnieren dagegen nach dem erneuten Rückschlag mit jetzt 50 Gegentoren auf Platz acht.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wie Frankurt einen Punkt in Mainz erkämpfte.

Aufsteiger Eintracht Frankfurt darf nach einer Nullnummer im Rhein-Main-Derby weiter auf eine Europareise in der kommenden Saison hoffen, für den FSV Mainz 05 dagegen ist dieser Traum nach dem sechsten sieglosen Spiel in Serie geplatzt. In einem emotionalen, aber spielerisch schwachen Nachbarschaftsduell warteten die 34.000 Fans in der ausverkauften Mainzer Arena vergeblich auf ein Tor. Durch den Punktgewinn überflügelte die Eintracht mit 46 Punkten im Kampf um einen internationalen Startplatz den SC Freiburg (45).

Im zehnten Rhein-Main-Derby demonstrierten beide Teams vom Anpfiff weg die Bedeutung der Partie. Zwar setzten die Gastgeber auch ohne ihren verletzten Stürmer Adam Szalai die ersten Akzente, doch anschließend übernahmen die Gäste aud Frankfurt die Kontrolle. In bester Löw-Taktik ohne echten Stürmer setzten die Frankfurter auf Konter und den wiedergenesenen Alexander Meier. Der als Kapitän aufgebotene Torjäger hatte auch die beste Chance der gesamten ersten Halbzeit, scheiterte mit seiner Direktabnahme aber am Mainzer Schlussmann Christian Wetklo (43.).

Nach der Pause versuchte es der Mainzer Coach mit Tuchel mit Niki Zimling anstelle des blassen Elkin Soto im Mittelfeld. Und prompt wurden die Mainzer gefährlicher. Nach 47 Minuten jubelte Ivanschitz, doch der Österreicher stand bei seinem Torschuss knapp im Abseits. Zdenek Pospech zwang wenig später mit einem Kopfball Routinier Oka Nikolov im Eintracht-Tor zu einer Glanzparade (53.). Auf das Drängen der Gastgeber reagierte wiederum Frankfurt-Coach Veh mit einem Doppel-Wechsel und brachte in Olivier Occean und Srdjan Lakic zwei Stürmer (64.). Am Bild änderte sich wenig: viel Engagement, viel Laufbereitschaft, aber keine Tore.

tis/DPA / DPA

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