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Schalke liegt am Boden

Ratlosigkeit bei den Spielern, Entsetzen bei den Fans: Schalke steht nach fünf Spieltagen ohne Punkt am Tabellenende. Im zweiten Sonntagsspiel trennten sich Köln und Leipzig remis.

Schalke am Boden

"Kein Vertrauen": Schalkes Innenverteidiger Mitja Nastasic ist genauso ratlos wie seine Mitspieler

Nach dem schlechtesten Saisonstart seiner Bundesliga-Geschichte spitzt sich die Situation beim FC 04 dramatisch zu. Das Team des neuen Trainers Markus Weinzierl verlor am Sonntag bei 1899 Hoffenheim mit 1:2 (1:2) und ist nach der fünften Niederlage im fünften Spiel nun Tabellenletzter im Fußball-Oberhaus. In der Saison 2010/11 waren die Königsblauen ebenfalls mit vier Pleiten in die Spielzeit gestartet, damals gelang unter Felix Magath im fünften Versuch aber ein 2:1 beim SC Freiburg.

Vor 29.288 Zuschauern gingen die Gäste durch Eric Maxim Choupo-Moting zwar früh in Führung (4. Minute). Andrej Kramaric (17.) und Lukas Rupp (41.) drehten die Partie aber noch vor dem Seitenwechsel zugunsten der Gastgeber. Torwart Ralf Fährmann und Kapitän bemängelten die Fehler. "Wo das Problem genau ist, weiß ich nicht", sagte Fährmann.

Höwedes: Wird von Woche zu Woche schwerer

"Es wird von Woche zu Woche schwerer." Höwedes kritisierte mangelnde Geschlossenheit. "Wir machen zu viele Fehler. Die machst Du, wenn Du kein Vertrauen hast", sagte Höwedes beim TV-Sender . "Das geht auf diesem Niveau nicht."

In der turbulenten Schlussphase reklamierten die Schalker vergeblich einen Handelfmeter nach einer Ecke. Selbst Trainer Julian Nagelsmann gestand ein: "Ja, es war ein klares Handspiel." Für die Kraichgauer war es nach vier Unentschieden der erste Dreier der Saison. Sie stehen nun auf Platz neun. "Ich glaube, wir haben verdient gewonnen", sagte Nagelsmann und bemängelte nur, dass seine Mannschaft nicht mehr aus den zahlreichen Kontern gemacht habe. Zur Elfmeter-Situation sagte Höwedes: "Es lag definitiv nicht am Schiedsrichter. Es war unser Ding heute."

Angeblich gibt es keine Trainerdiskussion

Für dürfte es nun langsam richtig ungemütlich werden. Der Kapitän sprach dem Trainer aber das Vertrauen aus: "Ich hoffe, dass er von allen handelnden Personen die Rückendeckung bekommt." Geschäftsführer Christian Heidel hatte vor der Partie noch betont, dass er keine Diskussion um den Trainer gebe.

Weinzierl hatte seine Mannschaft im Vergleich zum 1:3 gegen den 1. FC Köln auf vier Positionen verändert. Auffällig war das Fehlen von Naldo. Der Brasilianer, als Abwehrchef geholt, hatte in den ersten Partien einige Male gewackelt. Für ihn rückte Matija Nastasic neben Höwedes in die Innenverteidigung. Zudem brachte Weinzierl noch Benjamin Stambouli, Leon Goretzka und Millionen-Einkauf Breel Embolo.

Hoffenheim blieb ruhig

Der Kameruner rückte neben Klaas-Jan Huntelaar in die Spitze, was sich bezahlt machte. Embolo setzte sich auf der rechten Seite durch und bediente in der Mitte Choupo-Moting, der aus kurzer Distanz einköpfen konnte.

Doch die Hoffenheimer ließen sich nicht aus der Ruhe bringen. Nagelsmann hatte sein Team am Ende der Englischen Woche ebenfalls verändert, in Jung-Nationalspieler Niklas Süle, Rupp und und Jeremy Toljan standen drei Neue in der Startelf. Nachdem Kramaric in der achten Minute den schnellen Ausgleich noch knapp verpasst hatte, machte es der Angreifer kurz darauf besser. Naldo-Ersatz Nastasic sprang unter einer Flanke von Pavel Kaderabek hindurch, so dass Kramaric unbedrängt einköpfen konnte.

Für die Schalker vergab Huntelaar in der 33. Minute die erneute Führung, als sein Kopfball an den Pfosten prallte. Stattdessen gingen die Gastgeber mit einem Vorsprung in die Pause. Nach einem genialen Zuspiel von Kerem Demirbay durch die Beine von Nastasic brauchte Rupp nur noch einzuschieben. Zuvor hatte sich Schalke-Neuzugang Nabil Bentaleb im Mittelfeld einen katastrophalen Abspielfehler geleistet. Nach dem Seitenwechsel zogen sich die Hoffenheimer zurück und überließen den Schalkern das Geschehen. 

Im zweiten Sonntagsspiel hat der 1. FC Köln mit einem 1:1 (1:1) gegen RB Leipzig seinen Platz in der Spitzengruppe gefestigt. Vor 48.500 Zuschauern boten beide Mannschaft in Köln ein gutes Spiel. Der Aufsteiger aus Leipzig zeigte erneut, dass die Mannschaft verdient in der oberen Tabellenhälfte auf Platz sieben steht. Beide Mannschaft bleiben mit dem Remis weiter in der Saison ungeschlagen. Die Gäste gingen durch den Schotten Oliver Burke (5.) in Führung. Zwanzig Minuten später gelang Yuya Osako Ausgleich für Köln.

tis/Lars Reinefeld und Patrick Reichardt/DPA

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