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Bundesliga im stern-Check Nur schwer erträglich: Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus als "Hure" beschimpft

Bibiana Steinhaus
Bibiana Steinhaus im Spiel Gladbach gegen Hertha BSC Berlin, rechts der Gladbacher Profi Lars Stindl
© Christof Köpsel / Getty Images
Max Eberl, Manager von Gladbach, entschuldigte sich später für die üblen Beschimpfungen durch die Fans. Die hatten Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus als "Hure" beleidigt - der Fußball ist und bleibt ein derber Sport.

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Der Aufreger des Tages

Bibiana Steinhaus ist eine hervorragende Schiedsrichterin, sonst hätte sie es nicht bis in die Bundesliga geschafft. Sie mag auch keine Extra-Behandlung, weil sie eine Frau ist. Steinhaus hat betont, dass für sie nur Leistung zählt. Sie will nicht anders bewertet oder behandelt werden als ihre männlichen Kollegen. Ob das auch für Beschimpfungen gilt, ist nicht bekannt. Schiedsrichter zu beleidigen gehört im Fußball dazu - schon immer und überall. Dennoch bleibt ein mieses Gefühl, wenn tausende Fans wie jetzt in Gladbach die erste Schiedsrichterin der Bundesliga als "Hure" beschimpfen. Sie wurde sogar beschimpft, nachdem sie den Gladbachern nach dem Videobeweis einen Elfmeter zugesprochen hatte. Zugegeben, vorher hatte sie ein glasklares Foul von Lustenberger an Elvedi im Strafraum übersehen und ließ zum Entsetzen der Fans weiterspielen, bis sie vom Video-Assistenten korrigiert wurde. Gladbachs Manager Max Eberl entschuldigte sich später im ZDF-"Sportstudio" für die Ausfälle: "Ich hoffe nicht, dass ich das Vorbild war, dass die Fans einen solchen Schwachsinn rufen." Mit dem "Vorbild" meinte Eberl seinen verbalen Ausrutscher ("Pisser") gegen Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann. Eberl sagte auch: "Wir sind einfach Menschen". Stimmt. Und Fußball bleibt auf dem Platz und auf den Tribünen ein derber Sport.

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Kannste Dir nicht ausdenken: Da liegt der HSV hoffnungslos und weit abgeschlagen auf dem letzten Tabellenplatz. Niemand räumt den Rothosen auch nur den Hauch einer Chance auf den Klassenerhalt ein. Da steht es im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Schalke 2:2, es läuft bereits die Schlussphase. Und dann lässt Schalke den Hamburger Aaron Hunt den Ball ungestört durch das Mittelfeld treiben. Hunt kann sich den Ball in Ruhe zurechtlegen und zieht aus 25 Metern ab. Und wie: Der Schuss ist ein Strahl und landet im Winkel, offene Münder bei den Königsblauen. Der HSV gewinnt das Spiel und darf wieder ein wenig Hoffnung im Abstiegskampf schöpfen.

Verlierer des Tages 

Giulio Donati hat es nicht leicht. Der italienische Außenverteidger der Mainzer kämpft mit seinem Team um den Klassenerhalt. Das Abstiegsduell gegen Köln stand 1:1, als Donati den Kölner Bittencourt rüde umsenste. Das gab Gelb. Dann wischte er dem Kölner noch mit der Hand durch das Gesicht - Gelb-Rot. Doch der Italiener verließ einfach den Rasen nicht, sondern jammerte über seinen Platzverweis. Schließlich griff Mainz-Manager Rouven Schröder ein und zerrte seinen Spieler vom Platz. Da rangelte Donati mit den Ordnern, weil er sich nicht in die Kabine schicken lassen wollte. Die Moral von der Geschicht‘: Donati hat seinem Team einen Bärendienst erwiesen, weil er für das nächste Spiel gesperrt ist. Über Klassererhalt und Abstieg entscheiden auch die Nerven – und die sind nicht besonders stark bei Donati.

Gewinner des Tages

Bruno Labbadia hat mit Wolfsburg im sechsten Versuch den ersten Sieg eingefahren. Das war dringend nötig. Labbadia wurde nach Wolfsburg geholt, um den Abstieg zu verhindern. Nach fünf Spielen ohne Sieg unter Labbadia kamen bereits Zweifel an seinen Fähigkeiten auf. Jetzt liegt Wolfsburg mit zwei Punkten Vorsprung vor dem Relegationsplatz. Geschafft haben sie noch gar nichts, aber zumindest der Abwärtstrend ist gestoppt.

Bild des Tages

Jupp Heynckes Ribéry
Hand in Hand zur Meisterschaft: Nach dem Sieg gegen Augsburg griff sich Trainer Jupp Heynckes die Hand von Franck Ribéry und zog ihn Richtung Tribüne zu den feiernden Fans. Heynckes hat die Bayern hoch überlegen zu ihrem 28. Meistertitel geführt. Für Ribéry war es tatsächlich der achte Titel im Bayern-Dress, für Heynckes  der vierte als Trainer.
© Alexander Hassenstein / Getty Images

 


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