HOME

Hamburger Kreisklasse: Selbst aufgelöst: Islamistischer Fußball-Klub in Hamburg kommt Rausschmiss zuvor

Der Hamburger Fußball-Klub Adil e.V. hat sich selbst aufgelöst und ist damit seinem Ausschluss aus dem Landesverband zuvorgekommen. Der Grund: Der Verein soll laut Verfassungsschutz Werbung für Islamisten gemacht haben.

In Hamburg nutzen Islamisten einen Fußball-Verein als "strategisch-taktisches Mittel", um Anhänger zu werben

Kicken für das Kalifat war gestern, der islamistische Fußball-Verein Adil e.V. aus Hamburg hat sich selbst aufgelöst

Picture Alliance

Der islamistische Fußball-Verein Adil e.V. aus Hamburg hat seine Selbstauflösung bekanntgegeben. In einem Schreiben, das dem stern vorliegt, begründete Präsident Ahmed Ali Esentürk den Schritt: Durch "stetige Berichterstattung" und "einseitige Vorwürfe" sei das "Fußballspielen in den Hintergrund" getreten und "Unruhe in den Verein" eingekehrt. "Aus reiner Vorsicht" hätten sich sogar "Fußballtrainer zurückgezogen", schreibt Esentürk. Gegenüber NDR Info bestätige der Hamburger Fußball-Verband (HFV) die Auflösung des Klubs.

Die wahren Gründe für die Selbstauflösung dürften andere sein. Der Verein kam damit wohl nur dem Rausschmiss aus dem HFV zuvor. Hintergrund ist, dass der Hamburger Verfassungsschutz Anfang April vor dem Klub aus dem Stadtteil Wilhelmsburg gewarnt hatte. Nach Auffassung des Geheimdienstes stand die islamistische Vereinigung "Hizb ut-Tahrir" (HuT – "Partei der Befreiung“) hinter Adil e.V, die seit 2003 bundesweit verboten ist, aber offenbar im Untergrund weiter aktiv. Sowohl der Vereinsvorstand als auch große Teile der Mannschaft seien von HuT-Mitgliedern dominiert gewesen.

Al-Baghdadi: "IS"-Anführer meldet sich laut Extremistenmiliz per Video zu Wort

Verfassungsschutz: Fußball-Verein diente als Köder, um Islamisten zu werben

Ziel des 2016 gegründeten Vereins war es, Mitglieder für die extremistische Vereinigung anzuwerben. Er diente der HuT als "strategisch-taktisches Mittel, um neue Anhänger zu gewinnen, insbesondere in der muslimischen Community“, wie "NDR Info" einen Verfassungschutz-Sprecher zitierte. "Die Strategie, die dahinter steht, ist, über das populäre Thema Sport in die demokratische Mitte der Gesellschaft einzudringen und insbesondere in der muslimischen Community neue Anhänger zu gewinnen", hieß es weiter. Im Jahr 2017 meldete sich der Verein schließlich beim Hamburger Fußball-Verband an und spielte in der Kreisklasse B1. Er verfügte lediglich über eine Herren-Mannschaft.

Nach der Warnung durch den Verfassungsschutz hatte der HFV Adil e.V. Punktspiele bereits untersagt. In den nächsten Wochen wollte der Verband über den endgültigen Ausschluss entscheiden. Zudem hätte der Verein wegen der Einstufung durch den Verfassungsschutz als extremistisch wohl seine Gemeinnützigkeit eingebüßt und wäre automatisch aus dem HFV geflogen.

tis

Wissenscommunity