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Behinderung im Profisport: Mit 17 unterschrieb er einen Profivertrag. Da ist etwas, das Simon von allen unterscheidet: Er ist taub

Simon Ollert bekam mit 17 seinen ersten Profivertrag. Er will in die Erste Fußballbundesliga. Wenn er das schafft, ist es mehr als ein Triumph für ihn. Denn da ist etwas, das ihn von allen anderen unterscheidet.

Von Arno Luik

Simon Ollert ist Deutschlands erster tauber Fußballprofi

Mit den Hörgeräten kriegt Simon Ollert die Stimmung im Stadion mit, nicht aber, wenn ihn ein Gegner von der Seite anmacht. Wer mit ihm redet, muss ihn direkt ansprechen, damit Ollert von den Lippen das Gesagte ablesen kann. Von 2012 bis 2015 spielte Ollert (rotes Trikot) als Stürmer für Unterhaching.

Herr Ollert, Sie sind ein Unikat, Sie sind der Einzige in Deutschland, vielleicht sogar weltweit, der einen Schwerbehindertenausweis über 100 Prozent hat – und Profifußballer ist. Irre, das.

Irre? Nein. Es ist ein Glücksfall. Ich möchte zeigen, dass man auch als "Unnormaler" in der normalen Gesellschaft klarkommt, sogar im Spitzensport.

Fußball ist ein knallhartes Geschäft: Man muss funktionieren, perfekt sein, Leistung bringen, man darf keine physischen und psychischen Schwächen zeigen.

Ich weiß, wie das Geschäft tickt, wie mit Spielern umgegangen wird. Es ist oft nicht schön. Ich möchte dennoch unmöglich Scheinendes verwirklichen, allen Hindernissen zum Trotz. Mein Traum ist: Ein schwerhöriger Junge, ein tauber Junge schafft es, sein Hobby zum Beruf zu machen, er schafft es, sich im Spitzenfußball durchzusetzen!

Das ist doch ziemlich vermessen.

Find ich nicht!

Sie hören nicht einmal, wenn ein Schiedsrichter pfeift!

Das stimmt, und deswegen sage ich den Schiedsrichtern vor dem Spiel, wenn sie mich nicht kennen, dass es kein böser Wille ist, falls ich nach einem Abseitspfiff weiterrenne. Ich höre halt nichts, ich höre auch keinen Torjubel, was schade ist, Beleidigungen von den Rängen höre ich auch nicht, was gut ist, und wenn ein Gegenspieler mich von der Seite her volllabert, ist mir das egal, ich versteh ihn ja nicht – ich kann mich in meiner Stille voll auf das Spiel konzentrieren.

Ich kann mir vorstellen, dass ein Gegenspieler, um Sie zu provozieren, Ihnen direkt ins Gesicht brüllt: "Hau ab, du taube Nuss!"

Das kam schon vor, zum ersten Mal habe ich das bei einem Spiel für Unterhaching erlebt, da war ich gerade mal 17 Jahre alt, und mich machte einer, der deutlich älter war, richtig übel an, was ich hier denn mache, was ich hier denn wolle, ich gehöre doch in einen Behindertenverein! Das tat weh. Meine Mitspieler haben mich sofort verteidigt, es kam zur Rudelbildung. Es dauerte, bis ich diese Attacke verdaut hatte.

Simon zwischen seinen Eltern in ihrem Café "OllArt" im bayerischen Bad Kohlgrub

Simon zwischen seinen Eltern in ihrem Café "OllArt" im bayerischen Bad Kohlgrub

Die war ja auch brutal.

Ein Stich ins Herz. Ich gebe zu, es ist und war manchmal hart – schon in der Jugend, da gab es viele Rückschläge. Auch Tränen. Jeder neue Tag verlangt Mut von dir, wenn du ein wenig anders bist als die anderen. Es gibt einen Spruch von Ernest Hemingway, den habe ich mir angeeignet: "Die Welt zerbricht jeden, und nachher sind viele an den gebrochenen Stellen stark."

Wann spürten Sie zum ersten Mal, ich bin anders als die anderen?

Das war auf dem Gymnasium, so mit 13, 14 Jahren. Ich merkte, ich werde zum Beispiel nicht zu Geburtstagsfeiern eingeladen. Niemand hat mich gefragt: Willst du auch kommen?

Man ist als Behinderter ein Aussätziger.

So kann man es sagen. Zwischen dir und der normalen Welt ist ein Graben. Man steht oft draußen.

Und wird deswegen zum Sonderling? Zum Exoten?

Wenn man nicht aufpasst. Ich habe mich häufig einsam gefühlt, ich war oft gerade in jenen Situationen ausgegrenzt, die für die anderen besonders gesellig waren: in der Pause, auf Busfahrten, Partys. Lautstärke, Lärm, Trubel sind meine Feinde. Da verwischt alles im Kopf. Was reden die anderen? Warum lachen sie? Und wenn ich nachgefragt habe, hieß es oft: "Passt schon!" Das verletzt dich. Man ist mitten in der Welt und doch nicht in ihr. Ich habe mir in solchen Momenten der Traurigkeit schon als Kind den Ball geschnappt, bin raus und habe aufs Tor geschossen, mir den Frust von der Seele geknallt. Ich hab so auch gelernt, dass es schön sein kann, ganz allein mit meiner Stille im Kopf zu sein.

Das müssen Sie wohl so sagen.

So empfinde ich es! Ich habe eine Behinderung. Ich steh dazu, und zwar im positiven Sinne.

Die amerikanische Psychiaterin Jimmie Holland spricht davon, dass Behinderte oder Kranke oft so tun, als ob sie glücklich seien, sie nennt das die "Tyrannei des positiven Denkens".

Das trifft durchaus zu. Uns Behinderten bleibt ja nichts anderes übrig, als das Beste aus der Situation zu machen. Klagen bringen uns nicht weiter. Wir sind in dieses Leben hineingeworfen, und wir müssen damit zurechtkommen. Das Einzige, was ich wirklich vermisse und was ich gern könnte, wenn ich mehr hören würde: Ich würde gern die Texte bei Liedern verstehen, und wenn andere im Auto oder in der Kabine oder bei einer Feier singen – da würde ich so gern mitsingen!

Simon Ollert beim Training

Simon Ollert beim Training

Gibt es Augenblicke, in denen Sie Gott, falls es ihn denn gibt, verdammen oder ihn zumindest fragen, warum hast du mir das bloß angetan?

Nein, das habe ich noch nie gedacht. Ich bin, wie ich bin.

Für viele Behinderte ist der Wunsch, gesund zu werden, so drängend, dass sie Wallfahrten machen, etwa nach Lourdes – und auf ein Wunder hoffen.

Früher sind meine Eltern und ich – ich denke, wir haben das so zehn Mal gemacht – einmal im Jahr zu Pater Pios Kirche nach San Giovanni Rotondo gefahren ...

... jenem legendären Wallfahrtsort in Süditalien, zu dem mehr Menschen pilgern als nach Lourdes und ...

... für mich als Kind war das aufregend: die schöne italienische Landschaft, die große Basilika, die vielen Menschen, der Flair des Orts. Wir sind dann in die Kirche, jeder hat für sich ein paar Worte gedacht, und meine Eltern haben gebetet, dass alles gut wird, dass ich mit meinen Hörgeräten zurechtkomme, dass ich richtig sprechen lerne.

Für einen extrem Schwerhörigen, der seine eigene Stimme so gut wie nicht hört, sprechen Sie verblüffend deutlich und wohlartikuliert.

Verdanke ich das diesen Fahrten? Vielleicht. Sehr viel verdanke ich auf jeden Fall meiner Mutter. Jahrelang, Tag für Tag, jedes Mal so um die zwei Stunden, hat sie mit mir Sprechen geübt, sie hat mir viele Bücher vorgelesen und die Wörter dabei ganz deutlich artikuliert. Ich musste alles wiederholen, und so habe ich gelernt, wie das B funktioniert, das K, halt das ganze Alphabet, all die Worte. Ich kam erst in den Kindergarten, als ich sprechen konnte, so mit vier Jahren. Als meine Mutter sich sicher war, ich könnte mich in der Welt der Sprechenden und Hörenden behaupten.

Was hören Sie denn?

Bei mir ist es so, dass ich Töne erst ab einer Grenze von 100 Dezibel wahrnehme, also wenn ein Schwerlaster direkt an mir vorbeifährt. Und mit den Hörgeräten bin ich von der Umgebung abhängig. Bis vor fünf Jahren hatte ich analoge Hörgeräte. Wellenrauschen, Vogelgezwitscher, Wind, Autogeräusche habe ich mit ihnen nicht wahrgenommen, Männerstimmen konnte ich von Frauenstimmen nicht unterscheiden, alles war wie zu einem Brei in meinen Ohren zusammengepresst.

Sie sagen: "war". Ist es nun besser?

Ich habe nun digitale Hörgeräte, und zum ersten Mal, mit 15, konnte ich plötzlich die Stimme meiner Mutter als Frauenstimme wahrnehmen. Ich konnte es nicht glauben! Ich sagte ganz aufgeregt "Mama ..." und sie: "Ja, Simon, wie ist es mit deinen neuen Hörgeräten jetzt? Hörst du etwas anderes?" Diese Frage war für mich schon zu viel, weil ich sofort merkte: Hu, da tut sich eine neue Welt auf. Ich darf eine neue Welt der Klänge erleben!

2015 bis Mitte dieses Jahres war Ollert beim FC Ingolstadt, dann beim FC Memmingen. Zurzeit ist der 20-Jährige auf Vereinssuche

2015 bis Mitte dieses Jahres war Ollert beim FC Ingolstadt, dann beim FC Memmingen. Zurzeit ist der 20-Jährige auf Vereinssuche

Sie kriegen, wenn Sie darüber reden, Tränen in die Augen.

Das stimmt. Es war einfach ein unfassbar emotionaler Moment.

Sie hören jetzt auch Musik?

Nein, so weit geht meine neue Welt der Klänge leider nicht! Im Musikunterricht mussten wir mal bei einem Lied Instrumente heraushören. Das konnte ich nicht, und ich bekam eine schlechte Note. Dann sollten wir bei einem Musikstück unserer Wahl die einzelnen Musikinstrumente beschreiben und wie sie miteinander harmonieren. Ich war ratlos und wollte kneifen. Aber mein Papa sagte mir, da gibt es doch dieses Lied von Herbert Grönemeyer: "Musik nur, wenn sie laut ist". Spiel das, sagte mein Vater, deiner Lehrerin und der Klasse vor.

In dem Lied wird Ihre Situation beschrieben?

In gewisser Weise ja, es geht darin um eine Frau. Da heißt es: "Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist/das ist alles, was sie hört/sie mag Musik nur, wenn sie laut ist/wenn sie ihr in den Magen fährt/Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist/wenn der Boden unter den Füßen bebt/dann vergisst sie, dass sie taub ist." Ich habe das Lied vorgespielt, alles über Grönemeyer erzählt und gesagt: "Es tut mir leid, ich kann euch leider nicht mitteilen, welche Musikinstrumente im Einsatz sind, ich höre es einfach nicht, weil, wie ihr in dem Lied gehört habt, ich Musik nur höre, wenn sie laut ist, aber selbst dann spüre ich nur die Bässe. Ich kann nichts dafür", sagte ich, "dass ich nichts raushöre. Ich stehe dazu. Ich hoffe, euch hat mein Referat trotzdem gefallen." Dann haben alle geweint, wirklich alle, auch die Lehrerin.

Stimmen transportieren Stimmungen. Kriegen Sie dank Ihrer Hörgeräte Ironie, Sarkasmus mit?

Nein. Vom Klang her ist mir vieles noch immer verschlossen.

Auch so etwas Selbstverständliches, aber so Schönes, Zärtliches wie: Liebesgetuschel?

Das kenne ich nicht. Wer mit mir redet, muss mich schon anschauen. Ich finde, dass Liebe über die Augen schöner ist als so ein Getuschel.

Ja?

Klar. Blickkontakt ist für mich wichtig. Wenn ich mit jemandem rede, gucke ich auf die Stirn, die Nasenbewegungen, den Mund, ich beobachte die Mimik, um aus dem Gesicht Stimmungen ablesen zu können: Meint er das jetzt ironisch, ist er wütend, traurig? Ich schaue dem anderen deswegen immer in die Augen.

Aber mir fällt in unserem Gespräch auf, dass Sie oft an mir vorbeischauen.

Das stimmt. Sie stellen Fragen, und um die konzentriert beantworten zu können, schau ich nicht mehr auf Ihr Gesicht, das würde mich beim Denken ablenken.

Wenn Sie jetzt auf mein Gesicht schauen, was sehen Sie dann?

Sie sind ein bisschen erstaunt. Und fröhlich. Sie freuen sich über dieses Gespräch, Sie sind positiv gestimmt. Das spüre ich, und so öffne ich mich.

Sie lesen, um Ihre Ohren zu unterstützen, von meinen Lippen ab, was ich sage. Sehen Sie, dass ich schwäbisch schwätze?

Ja, dieses "sch". Da isch viel "sch" bei Ihnen dabei. Ich habe das Lippenlesen ja nie wirklich gelernt, mit zwei habe ich Hörgeräte bekommen, aber ich habe als Kind immer genau beobachtet, wie gesprochen wurde. Mein Opa war schwerhörig, meine Oma taub – und so hat meine Mutter mit ihnen sehr deutlich gesprochen, und so habe ich dieses Lippenlesen gelernt. Das hat mir schon als Kind sehr geholfen, in der normalen Welt zurechtzukommen.

Ollert war acht Jahre alt, als er diesen Wunschzettel an die Wand heftete. Neun Jahre später hatte er es geschafft

Ollert war acht Jahre alt, als er diesen Wunschzettel an die Wand heftete. Neun Jahre später hatte er es geschafft

Kinder können brutal sein, sie erkennen sofort die Schwächen bei anderen. Wurden Sie wegen Ihrer Taubheit gehänselt, verspottet?

Da gab es keine wirklichen Probleme. Wenn die Kinder aber geflüstert haben, war das frustrierend. Ich habe dann Ärger gemacht, weil ich mich zeigen wollte: "Hallo! Ich bin auch hier!" Ich habe auch mal Kinder auf dem Berg rumgeschubst, sodass sie runterkullerten, einfach um zu demonstrieren, dass es mich auch gibt.

In Deutschland gibt es fast acht Millionen Schwerbehinderte, also beinahe zehn Prozent der Bevölkerung. Aber man sieht sie im Alltag kaum.

Ja, man will die Behinderten nicht sehen. Sie gehen auf Sonderschulen, Förderschulen, sie fahren in Bussen, die nur für sie reserviert sind. Das ist eine bewusste Ausgrenzung. Für die Inklusion von Behinderten wird zu wenig getan.

Andere sehen das anders.

Ich weiß.

In einer Doktorarbeit hat ein angehender Wissenschaftler in den 90er Jahren durchdekliniert, dass der Staat "an jedem nicht geborenen Behinderten durchschnittlich 7,3 Millionen D-Mark sparen" könne, "eingerechnet der Pflegeheime, Sonderschulen usw.". Bei 100.000 Behinderten, hieß es in der Arbeit, wären das "730 Milliarden Mark".

Ein erschreckendes Denken, den Menschen auf Kosten reduzieren! Und besonders schlau scheint mir dieser Wissenschaftler nicht zu sein. Ich sage, man könnte viel Geld sparen, all diese Fördereinrichtungen einsparen, wenn man eine kluge Inklusionspolitik machen würde. Nicht nur der Behinderte, die gesamte Gesellschaft würde davon profitieren.

Warum sehen Sie das so?

Weil ich es so erlebt habe. Im Benediktinergymnasium in Ettal ...

Ettal? Die Schule, in der über Jahrzehnte Kinder misshandelt und sexuell missbraucht worden sind?

Ja, ich kann aber nur das Beste über diese Schule sagen. Ich verdanke ihr so viel. Man hat mich da ungemein unterstützt. Zum Beispiel ein Klassenzimmer so gedämmt, dass Nebengeräusche mein Hören nicht völlig unmöglich machten. Und die Lehrer hatten wegen mir spezielle Mikrofone.

Aber die Mitschüler dachten: Wegen dieses Simons wird so ein Aufwand getrieben?

Nein. Es war eher so, dass viele dankbar waren, der Unterricht ging etwas langsamer, aber war dafür auch intensiver, und alle lernten mehr, wurden also besser. Und sozialer. Das hat mir auch neulich Frater Gregor, der Internatsleiter, bestätigt. In Klassen, sagte er, in denen Behinderte sind, verhalten sich die Schüler anders: aufmerksamer, ruhiger, konzentrierter.

Vielleicht ist das in der Schule so, aber wie ist das in einer Umgebung, in der der totale Konkurrenzkampf herrscht? Wenn Sie ...

... wenn ich aufs Fußballfeld komme, das spüre ich, ändert sich sofort die Stimmung auf dem Platz, ja, sie ändert sich im ganzen Stadion. Wenn ich reinkomme und auf dem Platz stehe, sind wir mindestens um fünf, zehn Prozent besser.

Moment mal, da kommt ein Kicker mit einem großen Handicap auf den Platz, einer, der nichts hört – nicht die Anweisungen des Trainers, nicht die Rufe seiner Mitspieler. Das behindert doch ein Team!

Nein! Plötzlich spielt die Mannschaft anders, das sehen alle im Stadion. Da geht ein Ruck durch das Team, so etwas wie ein mentaler Blitz. Da ist nun einer auf dem Platz, der nichts hört, sagen die einen, wir müssen jetzt besser sein, sagen die anderen, wir spielen mit einem Mann weniger, denken manche, und plötzlich sind alle hellwach.

Und Sie?

Ich bin hoch konzentriert. Ohren sind ja auch eine Art Rückspiegel, und der fehlt mir. Meine Mitspieler hören, wenn ein Gegner von hinten herankommt, und sie können auch schnell auf Zurufe reagieren. Ich nicht. Ich kann mich auf meine Ohren nicht verlassen. Ich muss deshalb alle denkbaren Situationen irgendwie antizipieren. Ich spiele deshalb sehr viel mit meinen Augen. Und ich sehe mehr als andere, denn ich habe mein peripheres Sehen über Jahre intensiv geschult: Ich erkenne so frühzeitig Situationen, die spielentscheidend sein können. Und plötzlich sind wir deshalb nicht ein Mann weniger auf dem Platz, sondern zwei Mann mehr!

Der ehemalige Bayern-Profi Christian Nerlinger ist voll des Lobes für Sie, Sie seien, sagt er, ein ganz besonderer Spieler, einer, der immer seine Tore machen wird, der perfekte Goalgetter.

Das war ich schon als Kind. Als ich sieben, acht Jahre alt war, meine kurzen Hosen hingen bis zu den Knöcheln runter, haben sie gemerkt, dass ich gut Fußball spielen kann. Ich wurde oft eingewechselt zu älteren Spielern, und es war einfach witzig: Ich kam auf den Platz, bin losgerannt und bumm! Tor! So war das. Einfach schön.

Weniger schön für Sie: Kurz bevor Sie beim FC Ingolstadt drauf und dran waren, in der Ersten Bundesliga zu spielen, war Ihr Marktwert bei 75.000 Euro, aktuell liegt er nur noch bei 25.000!

"Nur noch?" Ach, diese Zahlen – ein wenig ist es wie auf dem Sklavenmarkt! Mal bist du mehr wert, mal weniger. Ich achte kaum auf diese Zahlen, wirklich nicht.

Eine etwas dumme Frage: Wenn eine Fee ...

... wenn eine gute Fee mir erscheinen und mir drei Wünsche erlauben würde? Ich würde mir nicht wünschen, perfekt hören zu können. Diese Schwerhörigkeit gehört zu mir, meinen Charakter habe ich durch sie entwickelt, es ist gut so, wie es ist, glauben Sie mir. Wünschen würde ich mir hingegen, dass ich meinen großen Traum verwirklichen darf, dass ich in der Ersten oder Zweiten Bundesliga Tore schieße – als erster tauber Profi.

Der Artikel über Simon Ollert ist dem aktuellen stern entnommen:





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