HOME

Unfaires Tor: Drittliga-Spieler bringt die unsportlichste Aktion des Fußball-Jahres

Sören Eismann von Carl Zeiss Jena hat mit einer sehr unsportlichen Aktion für Aufsehen in Liga drei gesorgt - und den Zorn des Gegners auf sich gezogen. Eismann selbst zeigt nach Abpfiff zunächst wenig Reue.

Auch die 3. Bundesliga läuft erst seit wenigen Spieltagen. Sören Eismann von hat sich trotzdem wohl bereits die Trophäe für die unsportlichste Aktion der Saison gesichert. Der Mittelfeldspieler erzielte am Samstag gegen den SV Meppen das 1:2-Anschlusstor zwar auf regelkonforme, aber dennoch unfassbare Art und Weise.

Es läuft die 57. Minute in Jena. Julian Günther-Schmid, Spieler der Heimmannschaft, bleibt nach einem Zweikampf im Mittelfeld verletzt liegen. Der Ball zirkuliert in den Reihen der Meppener. Nico Granatowski von Meppen bricht ab und deutet auf den am Boden liegenden Spieler der gegnerischen Mannschaft. Ins Aus schießt er den Ball aber nicht, auch der Schiedsrichter lässt zunächst weiterspielen. Plötzlich spurtet Eismann auf Granatowski zu, spitzelt ihm die Kugel vom Fuß und zieht alleine gen Tor.


Unter großem Protest der gegnerischen Mannschaft - und des gesamten Stadions - trifft er zum 1:2. Verständlicherweise kommt es zu tumultartigen Szenen. Mehrere Meppener rennen wild gestikulierend auf Eismann zu, der zu diesem Zeitpunkt sogar die Kapitänsbinde trägt. Eismann wird geschubst und angegangen. Der Schiedsrichter schreitet ein und deutet achselzuckend an, dass der Treffer regelkonform war. Das Spiel war eben nicht unterbrochen.

Sören Eismann rechtfertigt Aktion

Dennoch gilt es im Fußball als unsportlich, einfach weiterzuspielen, wenn ein Spieler am Boden liegt. Zudem war der Verletzte auch noch Spieler von Jena und die Meppener in Ballbesitz hatten abgebrochen, damit dieser behandelt werden kann. "Was da in der 57. Minute passiert ist, da soll sich jeder selbst Gedanken machen, ob man darauf stolz sein kann", sagte Meppen-Coach Christian Neidhart. Selbst Jenas Trainer Mark Zimmermann gab ihm recht. "Über die Aktion bin ich nicht stolz. Ich kann verstehen, dass alle Meppener sauer sind."


Zu allem Überfluss erzielte eben jener Sören Eismann kurz vor Schluss noch den 2:2-Ausgleich uns sicherte Jena damit einen Punkt. Nach Abpfiff zeigte er sich trotz aller Kritik sehr uneinsichtig. "Granatowski hält das Spiel an, der Schiedsrichter zeigt aber Weiterspielen an. Somit geht es für mich ganz normal weiter", sagte der 29-Jährige: "Ich habe aber auch gar nicht richtig gesehen, was vorher passiert ist." Er sieht das Fehlverhalten, wenn überhaupt, beim Unparteiischen: "Der Schiedsrichter hätte abpfeifen müssen - hat er aber nicht." Ob er noch mal so handeln würde? Eismann: "Das sind Sekunden, in denen du das entscheiden musst. Ob ich das noch mal so machen würde, weiß ich nicht."

Am Sonntag rang er sich dann doch zu einer etwas verklausulierten Entschuldigung durch: "Ich möchte mich bei all denen, für die ich mit meinem Verhalten gegen den Fairplaygedanken verstoßen habe, entschuldigen", sagte Eismann. 

fin
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity