Sonntagsspiele "Junge Wilde" schießen S04 ab


Zwei Jungstars des VfB Stuttgart haben mit ihren Toren gegen Schalke 04 für einen verdienten 3:0-Erfolg der Schwaben gesorgt. Arminia Bielefeld kletterte auf einen Uefa-Cup-Platz - dank eines Kantersieges gegen Aachen.

Stuttgarts Neuentdeckungen Sami Khedira und Serdar Tasci haben die "Schwarze Woche" des FC Schalke 04 besiegelt und die Schwaben auf den vierten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga geschossen. Der 19-jährige Khedira steuerte am Sonntagabend seine ersten beiden Bundesliga-Tore (32./46. Minute) zum 3:0 (1:0)-Sieg des VfB Stuttgart bei. Vor 52.000 Zuschauern im Gottlieb-Daimler-Stadion erzielte der ebenfalls erst 19-jährige Tasci (75.) den dritten Treffer.

"Wir müssen an uns arbeiten. Da gibt es nichts schönzureden. Wenn wir gegen die Bayern nicht gewinnen, wird aus einem rauhen Wind ein Sturm", sagte Schalke-Trainer Mirko Slomka schon mit Blick auf das Spitzenspiel gegen München am kommenden Sonntag. In Stuttgart warten die Schalker nun seit 1999 auf einen Bundesliga-Erfolg. Durch die Tore der Vertragsamateure verpassten die Schalker die Wiedergutmachung für den Pokal-Aus beim 1. FC Köln und den erhofften Sprung auf den zweiten Rang.

"Ein Klasse-Gefühl"

Der VfB blieb durch seine treffsicheren Teenager, die an die Generation der "jungen Wilden" erinnerten, im achten Pflichtspiel in Serie ohne Niederlage. "Das war ein schönes Spiel. Es ist einfach ein Klasse-Gefühl", sagte Khedira. Tasci gab alle Komplimente für eine gute Leistung an die Kollegen weiter. "Die ganze Mannschaft hat super gespielt. Wir sind einfach ein gutes Team. Es ist nur noch ganz knapp nach oben."

Slomka ließ den zuletzt mit einer Geldstrafe belegten und formschwachen Stürmer Kevin Kuranyi zunächst auf der Ersatzbank. Offizielle Begründung: die ohne den verletzt fehlenden Spielmacher Lincoln angeblich auf Konter ausgelegte Taktik. Die Schalker hielten sich aber keineswegs an diese Marschroute und bestimmten selbstbewusst die Anfangsphase.

Stuttgart mit Startschwierigkeiten

Die Stuttgarter brauchten 25 Minuten, um ins Spiel zu finden. Dann hatten sie aber gleich beste Chancen. Zunächst musste Mladen Krstajic einen Cacau-Schlenzer (26.) von der Torlinie schlagen. Bei der folgenden Ecke klärte Rafinha knapp vor dem zum Kopfball bereiten Mario Gomez. Und dann kam der erste Auftritt von Khedira. Eine unfreiwillige Ablage von Dario Rodriguez nutzte das VfB-Eigengewächs mit einem sehenswerten Schuss aus 16 Metern zu seinem ersten Bundesliga-Tor.

Zlatan Bajramovic bot sich gleich im Gegenzug (33.) die große Chance zum Ausgleich, doch der Bosnier schoss aus sieben Metern über das Tor. Die Schalker Defensive zeigte sich angesichts des Rückstands fahrig. Die größte Möglichkeit zum zweiten Treffer in einer nun von beiden Seiten offensiv geführten Partie vergab Gomez freistehend per Kopfball (45.). "Den muss er machen. Besser kann man ihn nicht serviert bekommen", monierte VfB-Sportdirektor Horst Heldt.

Kuranyi wurde ausgepfiffen

Wie es besser geht, zeigte kurz nach Wiederanpfiff Khedira. Einen schönen Pass von Pavel Pardo spitzelte der Nachwuchsmann zu seinem zweiten Treffer über den aus seinem Tor stürzenden Rost. Nach knapp einer Stunde brachte Slomka Kuranyi. An seiner alten Wirkungsstätte von den Heimfans mit Pfiffen bedacht, bemühte dieser sich, den Weg aus der Krise zu finden, konnte an der Niederlage aber nichts mehr ändern.

Ein "goldener" Oktober hat Arminia Bielefeld den Weg in die Spitzenregion der Fußball-Bundesliga geebnet. Mit dem 5:1 (2:0)-Kantersieg gegen Alemannia Aachen verbesserten sich die Ostwestfalen am Sonntag auf den fünften Tabellenplatz und feierten nach einer phasenweise glanzvollen Darbietung den vierten Heimerfolg in Serie. Im ersten Bundesliga-Duell beider Mannschaften erzielten Jonas Kamper (11., 68.), Radim Kucera (19.), Artur Wichniarek (50.) und Christian Eigler (85.) die Tore der Gastgeber. Für die Alemannia, deren Höhenflug nach der zweiten Bundesliga-Niederlage nacheinander erst einmal beendet ist, traf vor 23 538 Zuschauern in der SchücoArena lediglich Kapitän Reiner Plaßhenrich (47.). Trösten konnte sich der Aufsteiger mit dem zeitgleich in der ARD-Sportschau ausgelosten Traum-Duell im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München.

"Ostwestfalen kann stolz sein auf uns"

"Das war eine verdiente Niederlage, die uns aber nicht aus der Bahn werfen wird. Jetzt hat hoffentlich jeder verstanden, um was es geht. Die Saison beginnt für uns heute, die Tabellenführung nach dem Sieg in Mainz ist endgültig vergessen", sagte Aachens Trainer Michael Frontzeck. Bei den Gastgebern herrschte dagegen Festtagsstimmung. "Das ist atemberaubend, was hier abgeht. Ganz Ostwestfalen kann stolz sein auf uns", sagte Torhüter Mathias Hain. "Das ist das Ergebnis harter Arbeit. Diesen Sieg widmen wir unseren Fans und den verletzten Spielern", sagte Bielefelds Chefcoach Thomas von Heesen.

DPA/tis DPA

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