Sonntagsspiele Frühlingsgefühle beim HSV


Erleichterung an der Elbe: Mit einem knappen, aber verdienten 1:0-Sieg hat der Hamburger SV den VfL Wolfsburg bezwungen und sich Luft im Abstiegskampf verschafft. Der VfL Bochum konnte die Abstiegsränge verlassen - gegen Hannover gab es drei Punkte.

Ausgerechnet Mehdi Mahdavikia hat beim Hamburger SV für den erhofften Befreiungsschlag im Bundesliga-Abstiegskampf gesorgt. Mit seinem Treffer in der 60. Minute machte der von Gegner VfL Wolfsburg umworbene Iraner am Sonntagabend den ebenso wertvollen wie verdienten 1:0 (0:0)-Erfolg des HSV perfekt. Dank des sechsten Saisonsieges zogen die Hamburger an den punktgleichen "Wölfen" (beide 32 Zähler) vorbei und verbesserten sich auf den zehnten Tabellenrang. Vor 57.000 Besuchern in der ausverkauften AOL-Arena beschenkten die Hanseaten zugleich ihren Trainer Huub Stevens, der wegen der Erkrankung seiner Frau erst am Samstag aus Rotterdam zurückgekehrt war, um seinen Club in diesem wichtigen Match zu betreuen, mit dessen 100. Bundesliga-Sieg.

Der niederländische Coach konnte wie erhofft Spielmacher Rafael van der Vaart einsetzen, der wegen seiner Wadenblessur erst nach einem Belastungstest vor der Partie "Grünes Licht" für sein Mitwirken gab. Neben ihm kam Youngster Änis Ben-Hatira an Stelle von Alexander Laas zu seinem ersten Erstliga-Einsatz von Beginn an. Die Hausherren dominierten gegen die ganz auf Defensive eingestellten "Wölfe" sofort die Partie. Bastian Reinhardt (8.) und Mehdi Mahdavikia (10.) boten sich erste gute Chancen, doch ihre Kopfbälle verfehlten das Ziel.

Van der Vaart sorgte immer wieder für Gefahr

In der Folge sorgte vor allem van der Vaart für Gefahr. Erst zielte der Kapitän knapp neben das Tor (15.), dann traf er mit einem gefühlvollen Heber die Latte (23.) und prüfte danach Schlussmann Simon Jentzsch per Freistoß (32.). Die Gäste, die nach dem Ausfall des am Knie verletzten Nationalspielers Mike Hanke mit Diego Klimowicz als einziger Sturmspitze spielten, verschliefen die ersten 45 Minuten und brachten ihren am Spielfeldrand schimpfenden Trainer Klaus Augenthaler schier zur Verzweiflung. Denn sein Team kam vor der Pause nicht einmal gefährlich vor das Tor von Frank Rost, auch, weil Nigel de Jong VfL-Spielmacher Marcelinho gut beschattete.

Der Gäste-Coach reagierte darauf und brachte nach Wiederanpfiff Isaac Boakye als zweiten Stürmer in die Partie. Zunächst aber setzte sich erneut der agile van der Vaart in Szene, als er aus Nahdistanz den Pfosten (49.) traf. Auf der Gegenseite sorgte Jonathan Santana (54.) bei der ersten VfL-Chance für eine Schrecksekunde bei den Rothosen: Ein von Atouba abgefälschter Schuss klatschte an die Latte. Nach van der Vaarts Hackentrick hätte schon der freigespielte David Jarolim frei vor Jentzsch für das Siegtor sorgen müssen, doch der auf der VfL-Einkaufsliste stehende Mahdavikia machte es im Nachschuss besser. Nach dem Führungstreffer gaben die Hamburger das Heft aus der Hand. Wolfsburg machte Druck, konnte sich aber keine zwingenden Chancen mehr herausspielen.

Bochum verlässt die Abstiegsränge

Wenn eine Mannschaft am Ende der Saison den Torschützenkönig stellt, steigt sie nicht ab. Das zumindest sagt die Statistik. Mit Theofanis Gekas hat der VfL Bochum den mit 14 Toren zur Zeit erfolgreichsten Torjäger in seinen Reihen. Mit dem Führungstreffer (36.) im Heimspiel gegen Hannover 96 trug der Grieche am Sonntagabend vor 42.000 Zuschauern wieder zum Sieg der Bochumer bei. gekas Den zweiten Treffer für den VfL erzielte Joel Epalle (42.) noch vor der Halbzeitpause.

In der zweiten Halbzeit fanden die Hannoveraner kein Mittel, die Bochumer ernsthaft unter Druck zu setzen. Es blieb bis zum Abpfiff bei der 2:0-Führung. Die Mannschaft von Trainer Marcel Koller verbesserte sich damit nach dem zweiten Heimsieg in Serie vom 17. auf den 14. Tabellenplatz. Nach zuletzt vier sieglosen Spielen sind die Uefa-Cup-Plätze für den Tabellen-Siebten aus Hannover dadurch in fast unerreichbare Ferne gerückt.

Britta Körber/DPA/tis DPA

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