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Start der Champions League: Alle auf die Bayern

Am Abend startet die Champions League. Vier deutsche Teams sind dabei. Wen müssen die Bayern, der BVB, Leverkusen und Schalke fürchten? Gibt es einen Geheimfavoriten? Und wo steigt das Finale?

Von Klaus Bellstedt

Am Abend beginnt die neue Saison in der Champions League. Und damit auch die Jagd auf den FC Bayern München. Mehr als 600 Millionen Euro, und damit so viel wie noch nie in der Geschichte des Fußballs, haben Europas Topvereine von Manchester bis Madrid in diesem Jahr in neue Stars investiert. Ihr Ziel: Die Münchener wieder vom Champions-League-Thron zu stoßen. "Ich sehe zehn bis zwölf Clubs, die in der Champions League volles Rohr angreifen werden", sagt Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge im "Kicker". Die deutschen Clubs müssten sich darauf einstellen, dass es wieder ein Stück schwieriger werde, als es ohnehin schon war, vermutet Rummenigge.

Das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zur Königsklasse.

Wie viel Geld können die Clubs in der Königsklasse verdienen?

Fix ist für alle 32 Teilnehmer die Startprämie von 8,6 Millionen Euro. Zusätzlich überweist die Europäische Fußball-Union in der Gruppenphase pro Sieg eine Million und pro Unentschieden 500.000 Euro, also im besten Falle sechs Millionen Euro. Für die Teilnahme am Achtelfinale gibt es 3,5 Millionen Euro. Die Bonuszahlungen steigern sich dann von 3,9 Millionen Euro für das Viertelfinale über 4,9 Millionen Euro für alle Halbfinalisten auf 6,5 Millionen Euro für den Finalverlierer und satte 10,5 Millionen Euro für den Champions-League-Sieger. Im Idealfall kann der neue Titelträger 37,4 Millionen Euro einstreichen. Dazu kommen noch die Einnahmen aus dem sogenannten Marktpool. Aus diesem wird eine Summe an die Teilnehmer eines Landes ausgeschüttet, aufgeschlüsselt nach dem Erfolg des Teams in der nationalen Liga des Vorjahres. 2012/13 kassierte Borussia Dortmund als amtierender deutscher Meister 21,761 Millionen Euro, der FC Bayern München 19,146 Millionen Euro und Schalke 04 11,38 Millionen Euro aus dem Marktpool. Da in diesem Jahr vier deutsche Clubs in die Gruppenphase einzogen, werden sich diese Beträge reduzieren.

Welche Teams müssen die deutschen Clubs in ihren Gruppen besonders fürchten?

Die Bayern müssen in ihrer an sich leichten Gruppe vor allem auf Manchester City achten. Der neureiche Club eines Scheichs aus Abu Dhabi gilt nach der Verpflichtung des hoch angesehenen chilenischen Trainers Manuel Pellegrini sowie der beiden spanischen Nationalspieler Jesus Navas und Alvaro Negredo vielleicht sogar als stärkster englischer Vertreter.

Dortmund muss gleich zum Auftakt am Mittwoch beim

SSC Neapel

an. Das wird auch deshalb unangenehm, weil Napoli wie der BVB in Deutschland, in Italien die Tabelle anführt. Zwar ist der einstige Maradona-Club erst zum zweiten Mal in der Champions League dabei, hat sich aber unter Coach Rafael Benitez namhaft verstärkt. Unter anderem mit den Offensivkräften Gonzalo Higuain und Jose Callejon, die beide von Real Madrid kamen.

Auch Leverkusens bekommt es schon zu Beginn mit dem stärksten Gruppenkontrahenten zu tun. Am Abend muss Bayer im Old Trafford bei

Manchester United

antreten, mit 20 Titeln englischer Rekordmeister und Champions-League-Gewinner von 1999 und 2008. Weltstars wie Robin van Persie oder Wayne Rooney gehören zum Ensemble des neuen schottischen Trainers David Moyes, der in dieser Saison das schwere Erbe des legendären Sir Alex Ferguson antrat.

Schalkes Gegner ärgster Rivale im Kampf um den Gruppensieg heißt

Chelsea London

. Der alte und neue Trainerfuchs bei den "Blues", José Mourinho, konnte nicht nur André Schürrle an die Bridge holen, sondern schnappte sich gleich auch noch Samuel Eto'o kurz vor Ende der Transferperiode. Die Londoner haben einen guten Start in die Premier League hingelegt. Die Mischung aus jung und alt scheint zu stimmen. Und mit Mourinho an der Seitenlinie ist Chelsea eh alles zuzutrauen.

Wer zählt zu den Topfavoriten auf den Titel?

Neben den Bayern natürlich der FC Barcelona mit Leo Messi an der Spitze. Barca wird, auch angetrieben von Neuzugang Neymar, ganz sicher wieder kommen. Dafür ist das Team auch in der Breite zu gut aufgestellt. Dann natürlich Real Madrid. Der Rekordgewinner des "Henkelpokals" kaufte nicht nur für 172,5 Millionen Euro neue Spieler wie Bale, Isco, Asier Illarramendi und den Ex-Leverkusener Daniel Carvajal ein, sondern verpflichtete als einer von sieben europäischen Top-Clubs mit Carlo Ancelotti auch noch einen neuen Trainer für den Angriff auf die Bayern. Aber klar: Özil wird ihnen schon fehlen. Und dann ist da noch Juventus Turin zu nennen. Juve verfügt über einen unglaublichen Teamspirit und ist nur ganz schwer zu schlagen. Die Achse Buffon-Bonucci-Vidal-Pirlo-Tevez kann es in Europa locker mit jedem anderen Team aufnehmen. Turin muss man auf der Rechnung haben. Vielleicht sogar fürs Finale.

Wo steigt eigentlich das Finale?

Im Estadio da Luz in Lissabon! Und zwar am 24. Mai 2014. Die Arena bietet knapp 66.000 Zuschauern Platz. Erst zum zweiten Mal steigt in der Benfica-Arena ein Meistercup-Endspiel. 1967 gewann Celtic Galsgow gegen Inter Mailand dort mit 2:1. Aus deutscher Sicht könnte das Estadio da Luz ein gutes Omen sein. Werder Bremen gewann 1992 in diesem Stadion nach einem 2:0 über den AS Monaco den Europapokal der Pokalsieger.

Wo läuft die Champions League im TV?

Im ZDF und bei Sky. Das ZDF hat dabei mehr denn je die Qual der Wahl. Der Fernsehsender, der wie im Vorjahr pro Spieltag mittwochs eine Partie live übertragen darf, entschied sich am ersten Gruppen-Spieltag für die Begegnung von Borussia Dortmund beim SSC Neapel. Das Spiel wird am Mittwoch um 20.45 Uhr angepfiffen. Die anderen drei Begegnungen mit Bundesliga-Beteiligung werden live nur beim Pay-TV-Kanal Sky gezeigt. Sky bietet zudem Einzel- und Konferenzschaltungen aller Champions-League-Spiele an.

mit DPA.

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