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Testspiel gegen Nordirland: Friedenspfeife und Geheimniskrämerei

Vor dem Freundschaftsspiel in Belfast hat sich der DFB in den Streit zwischen Oliver Bierhoff und Karl-Heinz Rummenigge eingeschaltet. Bei der Aufstellung jedoch hat gibt weiterhin Klinsmann den Ton an.

Mit einem Geheimtraining in Belfast und ohne jeden Hinweis auf die Aufstellung wartete Jürgen Klinsmann 24 Stunden vor dem Anpfiff des Testspiels in Nordirland am Samstag (20.30 Uhr) auf. Die dunklen Regenwolken bei der Ankunft in Belfast schienen symbolisch für das Stimmungsbild der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, dessen Vorreiter Klinsmann angespannt wie selten in seiner gut zehnmonatigen Amtszeit wirkte.

Dabei versuchte DFB-Chef Gerhard Mayer-Vorfelder noch unmittelbar nach der Ankunft in Belfast, die Wogen im nervtötenden Gezeter zwischen Nationalteam-Manager Bierhoff und Bayern Münchens Vorstandschef Rummenigge zu glätten. "Ich habe mit beiden gesprochen und betrachte die Auseinandersetzung als erledigt. Jede Batterie hat einmal geschossen, damit soll die Sache beendet sein", sagte der 72- Jährige auf einer Pressekonferenz und kündigte zugleich ein klärendes Gespräch "unter Männern" zwischen den Beteiligten beim Confed-Cup an.

Imagepflege durch die Doppelspitze

Zugleich verteidigte der DFB-Boss seinen Manager, der die Pfiffe der Bayern-Fans beim Allianz-Arena-Eröffnungsspiel als Riesensauerei kritisiert hatte. "Es war für jeden im Stadion ersichtlich, dass Jens Lehmann nicht fair behandelt worden ist. Ich verstehe vollkommen, dass Oliver Bierhoff sich in dieser Situation vor den Spieler stellt. Das ist seine Aufgabe." Der daheim gebliebene Geschäftsführende DFB- Chef Theo Zwanziger übermittelte aus der Heimat: "Mit Streitereien in den Zeitungen werden wir nicht Weltmeister. Wenn immer wieder irgendjemand auf den anderen losgeht, dann entsteht ein Erscheinungsbild, das ich sehr bedaure und dem Image des deutschen Fußballs nicht gerecht wird."

Um das sportliche Image der Nationalmannschaft sorgt sich nach dem missglückten Trainingsspiel gegen den FC Bayern und den personellen Rückschlägen durch die Absagen von Dietmar Hamann und Miroslav Klose auch Klinsmann. Wie angespannt das Nervenkostüm im DFB-Lager ist, zeigten seine Äußerungen zu personellen Planungen. "Ich kann euch gar nichts verraten", sagte er auf der Pressekonferenz, nicht einmal auf den Torhüter wollte er sich festlegen. Beim Abschlusstraining machte der Chefcoach nach 15 Minuten die Schotten dicht, die Journalisten durften nur die Aufwärmübungen beobachten.

Spannung vor Confed-Cup

Assistenztrainer Joachim Löw räumte immerhin ein, dass es im Hinblick auf den Confederations Cup auf mehreren Positionen noch offene Konkurrenzkämpfe gebe, die am Samstag sowie am Mittwoch gegen Russland ausgetragen werden. "Die Entscheidung, wer am 15. Juni gegen Australien beginnt, ist sicherlich noch nicht gefallen."

Dabei halten sich die personellen Alternativen für das Trainer- Team ohnehin in Grenzen. In der Defensive muss Klinsmann auf eine "Bubi-Abwehr" setzen, in der keiner der Beteiligten mehr als fünf Länderspiele hat. Lediglich auf der rechten Seite könnte mit Arne Friedrich (25 Länderspiele) oder Andreas Hinkel (12) eine gestandene Kraft zum Einsatz kommen, gute Chancen hat aber auch der Bielefelder Patrick Owomoyela (5). Auch im Angriff dominiert der Jugend- Stil: Kevin Kuranyi (23) wird wohl mit Lukas Podolski stürmen, der am Spieltag seinen 20. Geburtstag feiert.

Aufstellung Nordirland

Aufstellung Deutschland

Oliver Hartmann und Jens Mende/DPA / DPA

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