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Trainerkarussell: Warten auf Herrn Rapolder

Die Saison in der Fußball-Bundesliga ist noch nicht beendet, da werden die Stellen für die sportlichen Übungsleiter in der kommenden Saison schon heiß gehandelt. Vor allem Uwe Rapolder gilt als Favorit beim Trainerpoker.

Mindestens vier Erstligaclubs sind zurzeit auf der Suche nach einem neuen Cheftrainer und erst einer scheint fündig geworden zu sein. Heißer Kandidat als Nachfolger für den beim Aufsteiger 1. FC Köln ausscheidenden Huub Stevens ist Uwe Rapolder von Arminia Bielefeld. Dann müssten sich auch die Ostwestfalen nach einem neuen Mann umsehen. Auch bei Borussia Mönchengladbach und beim 1. FC Kaiserslautern soll der Trainerjob neu vergeben werden.

Bei Absage Plan B

Seit Wochen warten die Verantwortlichen bei Arminia Bielefeld auf ein Bekenntnis ihres Trainers, der mit den Ostwestfalen eine der besten Spielzeiten der Vereinsgeschichte absolviert hat. "Die Zeit für eine Entscheidung ist jetzt reif. Unsere Planungssicherheit, die wir uns erarbeitet haben, ist in Gefahr", sagte Clubchef Hans-Hermann Schwick und fordert eine schnelle Entscheidung bis Dienstag oder Mittwoch. Bei den Fans hat der Coach offensichtlich schon Kredit verspielt. Bei der 100-Jahr-Feier am Wochenende wurde Rapolder sogar von den eigenen Anhängern ausgepfiffen. Vieles deutet auf einen Abschied des erfolgreichen Trainers hin.

Die Bielefelder Verantwortlichen sind auf Rapolders Entscheidung vorbereitet. "Wir haben Plan B bereits in der Tasche. In den letzten Tagen sind reichlich Bewerbungen eingetroffen", sagte Arminias Finanzchef Roland Kentsch. Spekuliert wird unter anderem über die früheren Bielefelder Ernst Middendorp und Bruno Labbadia.

Während in Bielefeld und Köln die Trainersuche zwingend notwendig geworden ist, scheint sowohl in Kaiserslautern mit Interimscoach Hans-Werner Moors als auch in Mönchengladbach mit Horst Köppel kein aktueller Handlungsbedarf zu sein. Doch beide Clubs planen einen Neuanfang, den wohl auch ein neuer Übungsleiter einleiten soll. "Wir benötigen einen Trainer, der Respekt genießt und Visionen hat", sagte Clubchef Rene C. Jäggi. Der Nürnberger Coach Wolfgang Wolf und auch Klaus Toppmöller werden in diesem Zusammenhang häufiger genannt.

Gladbach will sich von Köppel trennen

Bei Borussia Mönchengladbach hat Horst Köppel die Sympathien der Fans längst gewonnen und auch wieder Gefallen am Bundesliga-Job gefunden. Doch auch hier planen die Verantwortlichen eher mit einem neuen Mann. "Köppel selbst hat ja noch gar nicht erklärt, ob er weitermachen will", sagte Borussias neuer Sportdirektor Peter Pander. Man könne eine solche Entscheidung auch nicht davon abhängig machen, wie beliebt und bekannt ein Trainer sei, meinte Pander.

Nachdem man in Gladbach mit dem Neueinsteiger Holger Fach und dem prominenten Trainer Dick Advocaat gescheitert ist, wird die mögliche Trainersuche für Pander nicht leicht. Aus der Vergangenheit des ehemaligen Wolfsburger Managers ergeben sich auch Namen wie Wolf (Nürnberg) oder Erik Gerets (Wolfsburg), die aber beide wohl bei ihren Clubs bleiben. Auch Christoph Daum, der Wunschkandidat der Fans des 1. FC Köln, ist für die Gladbacher eine Nummer zu groß. Vielleicht läuft es doch wieder auf einen Newcomer hinaus. "Man muss auch mal etwas Neues ausprobieren. Zuletzt war es doch immer der gleiche Kreis, aus dem die Trainer bei Neubesetzungen ausgewählt wurden", sagte Pander.

Morten Ritter/DPA / DPA

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