U21-Nationalmannschaft Das Weltmeisterteam von 2014


Mit einer beeindruckenden Leistung hat Deutschlands Fußball-Nachwuchs den U21-EM-Titel geholt. In den Startlöchern steht hier eine neue Generation zukünftiger Weltklassespieler. Um den Bremer Mesut Özil und den bereits auf Top-Niveau haltenden Schalker Keeper Manuel Neuer hat sich ein Team gebildet, das in Zukunft kaum zu schlagen sein wird.
Ein Kommentar von Nico Stankewitz

Eher mit etwas Skepsis hat die Öffentlichkeit den Weg dieser Mannschaft zum Titel verfolgt. Nach der Ablösung von Dieter Eilts durch Horst Hrubesch gab es durchaus warnende Stimmen, der holprige Start des Kurzzeit-Coaches schien diese zu bestätigen. Wenige Monate später hat sich diese Mannschaft durchgesetzt, und eine Reihe von Spielern bringt die Qualität mit, in naher Zukunft zu den europäischen Topstars der Branche zu gehören.

Allen voran hat Torhüter Manuel Neuer sich mit einer herausragenden Leistung noch weiter in den Vordergrund gespielt. Vollkommen unbeeindruckt vom Transfer-Theater des FC Bayern spielte der 23-jährige Schalker ein ausgezeichnetes Turnier, mit dem Charisma eines Weltklassetorwarts. Nach dieser EM dürfte der FC Bayern nicht mehr der einzige Topclub sein, der ein Auge auf den Ausnahmekeeper geworfen hat.

Ebenfalls ganz nah an der Schwelle zum Superstar steht Mesut Özil. Der Bremer begeisterte in seinem dritten Finale dieser Saison und wurde zu Recht zum Spieler des Spiels gewählt. An allen Toren war der quirlige Özil beteiligt, dribbelstark und mit gutem Passspiel. Inzwischen ist der 20-Jährige nicht nur in Bremen etablierter Stammspieler, sondern bereits auf dem Sprung in die europäische Spitze - und als klassischer "Zehner" ein rares und begehrtes Exemplar auf dem Markt.

Das einzige große Manko dieser Mannschaft ist das Fehlen eines Stürmers mit erstklassiger Perspektive. Der im Finale eingesetzte Sandro Wagner überzeugte zwar mit zwei Treffern gegen England, ist aber nur ein guter Zweitligaspieler - nicht mehr und nicht weniger. Wo in Mittelfeld und Abwehr Bundesliga erfahrene Akteure im Übermaß zur Verfügung stehen, gibt es keinen erstligatauglichen Stürmer in diesen Jahrgängen. Spielern wie Hummels, Höwedes, Boenisch, Beck, Castro, Boateng, Khedira oder Marin gehört dagegen die Zukunft - und Bundestrainer Jogi Löw kann sich freuen.

Ganz überraschend kommt diese Entwicklung nicht: Schon der Jahrgang zuvor war ähnlich stark, nur spielten etwa Lahm, Schweinsteiger, Mertesacker, Podolski, Jansen oder Gomez selten in der U 21, in der Qualifikation 2006 musste Eilts auf sieben (!) Spieler verzichten, die noch für die U 21 spielberechtigt waren, aber schon zum A-Kader gehörten, das damalige Ausscheiden gegen England war folgerichtig. Insofern waren die Bedingungen jetzt wesentlich günstiger, Hrubesch konnte auf alle Spieler zurückgreifen - so deutlich wie die vorherige Generation hat sich dieser Jahrgang allerdings auch noch nicht im Erwachsenenbereich durchgesetzt.

Trotzdem gibt es glänzende Perspektiven - wenn sich die Mannschaft von Malmö entsprechend weiter entwickelt, haben wir hier den Kern des Teams gesehen, das 2014 in Brasilien den Weltmeistertitel bei den Männern gewinnen wird.


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