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Bundesliga

stern des Spieltags "Ronaldinho" von der Weser: Ein Hidden Champion macht Werder erfolgreich

stern des Spieltags für Mitchell Weiser von Werder Bremen
Guter Dinge nach zwei Vorlagen, drei Punkten und der vielleicht besten Saisonleistung: Werder Bremens Mitchell Weise. Obendrauf gibt's den stern des Spieltags.
© DPA
Mit südamerikanischer Leichtigkeit nimmt Bremens Mitchell Weiser Schalkes Verteidigung am 13. Spieltag auseinander und bereitet zwei Treffer vor. Der Neuzugang entpuppt sich schon jetzt als ein Transfer-Coup an der Weser. Dafür gibt's den stern des Spieltags.

In der Wirtschaft gibt es die Hidden Champions. Oft mittelständische Unternehmen, die es – von der Öffentlichkeit wenig bis gar nicht wahrgenommen – in ihrer Branche zu Weltruf geschafft haben.

Ähnliches gibt es auch in der Fußball-Bundesliga. Spieler, die Woche für Woche emsig und solide arbeiten, aber denen das ganz große Rampenlicht oft verwehrt bleibt.

Mitchell Weise ist Unterschiedsspieler für Werder Bremen

Einer hat es nun geschafft, dass sich die Blicke auf ihn richten, ausgerechnet im Trikot von Werder Bremen, das in den 1990er Jahren mit Dieter Eilts den Prototyp des Hidden Champion in seinen Reihen hatte.

Mitchell Weiser ist seit Wochen in bestechender Form und ein echter Transfercoup für die Bremer. Erst im Sommer bei Bayer Leverkusen aussortiert, landete der 28-Jährige endgültig an der Weser, wohin er bereits 2021/22 ausgeliehen war – und wo er den Aufstieg in die erste Liga feierte.

Dass man in Bremen möglicherweise bald schon etwas ganz anderes feiert, liegt auch an dem Rechtsverteidiger. Defensiv abgeklärt und offensiv abgezockt, ein echter Unterschiedsspieler. Zehn Torbeteiligungen in 15 Pflichtspielen sprechen eine deutliche Sprache, lobt das Fußballportal "90min.com".

Wie zum Beweis legt er beim 2:1- Sieg seiner Mannschaft am Samstagabend gegen Schalke 04 gleich beide Treffer auf – und wie.

Zwei Vorlagen beim Sieg gegen Schalke 04

Beim 1:0 durch Niclas Füllkrug, über den in Bremen und in der Bundesliga zurzeit alle sprechen, stürmt der Verteidiger nach vorn, lässt Schalkes Tobias Mohr links liegen und rennt allein auf Torwart Alexander Schwolow zu. Doch anstatt aus fünf Meter abzuziehen, verblüfft er die königsblaue Verteidigung mit einem Hackentrick. Der Ball landet vor den Füßen von Füllkrug, der humorlos einnetzt. Das nennt man wohl blindes Verständnis. "Ich sage immer Ronaldinho zu ihm", gesteht der Torschütze nach dem Spiel.

Die Vorlage zum 2:0 ist nicht minder herausragend: Nach einer Balleroberung an der Mittellinie flankt Weiser passgenau in den Rücken der Schalker Abwehr und auf den Fuß von Marvin Ducksch, der mit einem Heber abschließt und für Jubel im Weserstadion sorgt.

"Er passt in eine Mannschaft, die offensiv spielt, weil er da seine Stärken ausspielen kann", sagt Trainer Ole Werner über seinen Offensivmann. "Er macht das für uns sehr konstant auf einem sehr guten Niveau über einen längeren Zeitraum. Deshalb sind wir sehr froh, dass er bei uns ist."

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Das werden die Bremer Fans wohl unterschreiben – und Hansi Flick wird sich womöglich ärgern, dass der Name Mitchell Weiser nicht auf seiner vorläufigen 55-Mann-Liste für die WM steht.

Als kleines Trostpflaster gibt's für den Bremer mit der Rückennummer Acht und dessen beeindruckende Leistungen immerhin: den stern des Spieltags.

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