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UI-Cup: Dortmund verspielt Millionen

Borussia Dortmunds Hoffnung auf die Teilnahme am UEFA-Cup ist geplatzt. Der HSV und Wolfsburg dürfen dagegen weiter von einer Rückkehr auf die europäische Fußballbühne träumen.

Mit einem peinlichen Auftritt hat der frühere Europapokalsieger Borussia Dortmund das Bundesliga-Trio im UI-Cup gesprengt. Der mit 90 Millionen Euro verschuldeten Club erntete nach dem 0:0 bei Sigma Olmütz und dem Aus in der dritten Runde nicht nur Hohn und Spott. Das torlose Remis bedeutete einen herben Rückschritt auf dem Weg zur finanziellen Sanierung. "Gerade für diese beiden Spiele hatten wir uns viel vorgenommen. Das wir nun so früh draußen sind, ist blamabel", stellte der fassungslose Abwehrspieler Christoph Metzelder fest.

Wer schafft den Einzug in den UEFA-Cup?

Dagegen dürfen der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg nach dem mühelosen Einzug in das UI-Cup-Halbfinale auf das Millionengeschäft UEFA-Pokal hoffen. Der HSV, der das 2:0 (0:0) gegen Uniao Leiria aus Portugal als lästige Pflichtaufgabe abhakte, tritt am kommenden Mittwoch beim BVB-Bezwinger Olmütz an. Dort ist noch eine alte Rechnung offen. In der Saison 1991/92 warfen die Tschechen den HSV aus dem UEFA-Cup. Die Wolfsburger, die ohne ihren abgewanderten Torjäger Martin Petrow den 2:0-Hinspielsieg gegen IFK Göteborg wiederholten, haben es mit dem französischen Meisterschafts-Siebten RC Lens zu tun.

"Wir haben es versäumt, wichtige Gelder zu generieren", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nach der Pleite in Olmütz. Auf 400.000 Euro taxierte er die möglichen Einnahmen des verpassten Halbfinales gegen den HSV. Ein Einzug ins UI-Cup-Endspiel hätte der Vereinskasse nach seiner Einschätzung sogar zusätzliche 1,2 Millionen Euro beschert. Obwohl nach dem 1:1 im Hinspiel Offensive gefragt war, erarbeitete sich die Mannschaft von Trainer Bert van Marwijk in 90 Minuten nur zwei Chancen, die Ebi Smolarek (60./83.) kläglich vergab.

Das fatale Signal zwei Wochen vor dem Bundesliga-Start drückte auf die Stimmung bei der offiziellen Saisoneröffnungsfeier am Tag danach und weckte böse Erinnerungen. Schon im Vorjahr war der Revierclub in der ersten Runde an Genk gescheitert und danach in der Bundesliga ins Schlingern geraten. Bis auf Dede, Tomas Rosicky und Christoph Metzelder genügte kein Dortmunder Profi den Ansprüchen. "Ich muss der Presse rechtgeben, das ist auch eine Frage der Qualität des Kaders", sagte van Marwijk zum Ausverkauf des BVB-Teams.

"Das harte Trainingslager steckte allen noch in den Knochen. Ich muss meinen Spielern ein Riesenkompliment machen, dass sie über die Schmerzgrenze gegangen sind", sagte HSV-Trainer Thomas Doll. Trotz müder Beine machten Sergej Barbarez (50./Foulelfmeter) und Benjamin Lauth (76.) mit ihren Toren Mut für das Duell gegen Olmütz und für die Punktspiele. "Wir werden eine gute Truppe in die Bundesliga schicken, Platz fünf muss da schon drin sein", forderte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann. Torschütze Barbarez setzte noch einen drauf: "Warum sollen wir nicht Meister werden?"

Nordrivale VfL Wolfsburg backt da lieber kleinere Brötchen. Gegen die biederen Handwerker von IFK Göteborg ließen die spielfreudigen Argentinier Andres D’Alessandro (24.) und Diego Klimowicz (76.) mit ihren Toren Petrow zwar für einen Abend fast vergessen, doch davon wollte sich Trainer Holger Fach nicht blenden lassen. Ohne den Bulgaren, dessen Zehn-Millionen-Transfer zu Atletico Madrid noch nicht endgültig perfekt ist, schraubte er die Bundesliga-Erwartungen zurück. "Wir haben derzeit keine Veranlassung, über einen UEFA-Cup- Platz als Saisonziel zu reden", sagte Fach.

DPA / DPA

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