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Uli Hoeneß: "Lehmann weiß es seit anderthalb Jahren"

Jürgen Klinsmann will lieber Jens Lehmann als Oliver Kahn bei der WM im deutschen Tor sehen. Glaubt man Uli Hoeneß, dann steht Klinsmanns Entscheidung schon seit anderthalb Jahren fest.

Die neue Nummer zwei im deutschen Tor hat nach der überraschend schnellen Entscheidung des Bundestrainers wenig zu sagen gehabt. Außer natürlich, dass er "maßlos enttäuscht" sei. Gesprächiger als Oliver Kahn dagegen Jens Lehmann, Gewinner der T-Frage und Uli Hoeneß: "Wir nehmen die Entscheidung hin, obwohl wir sie für falsch halten. Man kann aber nicht erwarten, dass wir in Halleluja ausbrechen, wenn unser bester Mann demontiert wird", sagte der Bayern Manager jetzt. Er glaube, dass es Jens Lehmann schon seit eineinhalb Jahren gewusst habe, "deshalb war es für ihn keine Überraschung mehr".

"Sehr unglücklicher Zeitpunkt"

Auch die den Zeitpunkt der Entscheidung findet bei Hoeneß wenig Anklang: Der Bayern-Torhüter sei am Freitagmittag von Klinsmann in einem Münchner Hotel informiert worden. "Ich finde den Zeitpunkt einen Tag vor unserem wichtigsten Spiel der Rückrunde sehr unglücklich. Man hätte sich am Sonntag in München treffen können, aber vielleicht ist da ja schon wieder ein Flugzeug nach Kalifornien unterwegs", so Hoeneß. Dass Kahn allerdings zurücktreten werde, glaubt Hoeneß nicht. "Es gibt gar keine Veranlassung für Oliver Kahn, jetzt alles hinzuschmeißen."

Der Gewinner des Torwartduells selbst, Jens Lehmann gab der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ) ein kurzes Interview: "Ich ziehe den Hut vor dieser Entscheidung, weil es für Klinsmann nicht leicht gewesen sein kann", sagte er.

Unmittelbar nach der Entscheidung von Bundestrainer Jürgen Klinsmann, die Oliver Kahn ablöst und Jens Lehmann zum Torwart Nummer eins der deutschen Nationalmannschaft macht, gab sich Lehmann britisch-nüchtern: "Ich bin nicht super-euphorisch sondern nur befriedigt, weil damit meine Leistungen bestätigt worden sind. Ich werde jetzt allerdings nicht lockerer werden, sondern ich muss mich eigentlich noch stärker anstrengen", so der Ex-Dortmunder und Schalker.

Zu Oliver Kahn sagte er: "Ich kann nachvollziehen, wie traurig er sein muss, weil ich eine ähnliche Situation bei zwei Weltmeisterschaften und zwei Europameisterschaften erlebt habe."

Wer soll das deutsche WM-Tor hüten?

In der Bevölkerung kommt Klinsmanns Entscheidung offenbar gut an, zumindest wenn man den zahlreichen Online-Abstimmungen glaubt. Im Schnitt Zweidrittel aller Leser sagen Ja zur neuen Nummer eins. Anders Rekordnationalspieler Lothar Matthäus.

In einem Interview mit der Münchner "Abendzeitung" spricht er von einem "miesem Machtspiel und übler Klüngelei." Da sei doch von Anfang an, seit Klinsmanns Amtsantritt, etwas gegen Oliver gelaufen. "Er hat seitdem mit Kahn ein Spiel getrieben. Ein ganz mieses Machtspiel", so der ehemalige Kapitän des FC Bayern München, der nicht gerade als Freund des Bundestrainers gilt.

"Mit jeder Entscheidung hat Klinsmann gezeigt, wie er tickt. Er hat Sepp Maier als Bundestorwarttrainer rausgeworfen. Der war ihm immer ein Dorn im Auge, weil er wegen seines Jobs bei Bayern natürlich ein Kahn-Vertrauter ist. Und Andreas Köpke ist eher pro Lehmann", so Matthäus weiter.

Wie er mit Christian Wörns umgegangen sei, habe auch jeder registriert: "Mich enttäuscht einfach die Art und Weise, wie das alles abgelaufen ist. Das ist eine üble Klüngelei, die seines Gleichen sucht. Das hat mit privaten Interessen zu tun. Das hängt alles mit privaten Verbindungen zusammen."

nk mit DPA/AP / AP

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