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Vertragspoker um Ballack: Bayern Trainer Magath fordert Klarheit

Meistertrainer Felix Magath drängt im Falle der Vertragsverlängerung von Bayern-Kapitän Michael Ballack auf eine schnelle Entscheidung. Der Rekordmeister will dabei bis an die Schmerzgrenze gehen.

Trainer Felix Magath vom FC Bayern München will dem Vertragspoker von Michael Ballack ein rasches Ende setzen. "Es sollte bald Klarheit herrschen. Auch Michael Ballack weiß, dass er nicht irgendein Spieler ist, sondern der Mann, der auch in Zukunft unser Spiel lenken und bestimmen soll", sagte der Coach des deutschen Fußball-Rekordmeisters im Interview mit einer großen deutschen Sonntagszeitung. Uli Hoeneß dagegen macht sich wenig Sorgen, dass sich die Verhandlungen über den am Saisonende auslaufenden Vertrag des Nationalspielers hinzuziehen drohen. "Es gibt keine Frist", betonte der Manager in der "Bild am Sonntag".

Sollte der FC Bayern mit allen Mitteln versuchen, Michael Ballack zu halten?

Da der Kapitän der deutschen Nationalelf zuletzt einen Wechsel ins Ausland ins Spiel gebracht hatte und angeblich von Manchester United umworben wird, sieht sein Club offenbar dringenden Handlungsbedarf. Nach Präsident Franz Beckenbauer, der sich kürzlich für eine langfristige Zusammenarbeit mit Ballack ausgesprochen hatte, fordert nun auch Magath eine baldige Entscheidung von dem 28-Jährigen. "Keine Frage, dass wir die nächsten Jahre gern mit Michael arbeiten würden", sagte Magath, "weil wir glauben, dass der FC Bayern und Ballack gut zusammenpassen. Sollte er nicht verlängern, müssten wir uns halt umsehen. Das ist auch der Grund, warum wir seine Entscheidung bald brauchen - und nicht erst im nächsten Frühjahr."

Die Bayern sind auf schwierige Verhandlungen eingestellt, bei denen es laut Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge "um sehr viel Geld gehen wird. Wir sind aber sehr bemüht, dass unsere Zusammenarbeit 2006 nicht enden wird. Der FC Bayern wird alles in die Waagschale werfen, was er zu bieten hat."

"Ballack wird kein Sozialfall"

Dass Ballack mit Wechselgedanken seine Verhandlungsposition stärken will, findet Hoeneß "völlig legitim. Michael weiß, dass der nächste Vertrag der wichtigste seines Lebens ist. Er versucht, sich in eine gute Ausgangsposition zu bringen." Der Manager macht sich kaum Sorgen um einen Abschied des Profis. Er glaubt, "dass Michael und seine Familie sich in München wohlfühlen. Er spielt in einer intakten Mannschaft, die sicher noch ziemliches Potenzial hat. Er kriegt die Anerkennung, die er sich vorstellt. Und finanziell wird er bei uns sicher kein Sozialfall." Laut "Bild am Sonntag" will Ballack bei einer Vertragsverlängerung 10 Millionen Euro pro Jahr kassieren.

Insgesamt laufen am Ende der Saison 2005/2006 elf Verträge bei den Bayern aus, darunter der von Oliver Kahn. "Auch das werden wir in Ruhe angehen. Wir haben keinen Druck, zumal mir in Michael Rensing einen zweiten guten Mann haben", sagte Hoeneß, dessen Vertrag als Manager im Dezember 2006 endet: "Es kann sein, dass ich noch fünf Jahre weiter mache. Aber alle Optionen sind offen." Auch über eine vorzeitige Verlängerung mit Magath (Vertrag bis 2007) macht sich Hoeneß Gedanken. Allerdings will er die kommende Saison abwarten.

DPA / DPA

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